Eva Eggebrecht, geborene Kühnert (* 8. Dezember 1933 in Leukersdorf im Erzgebirge; † 24. Januar 2021 in Hildesheim), war eine deutsche Ägyptologin und Museumsmitarbeiterin.
Eva Kühnert war das erste Kind der Familie Kühnert aus Leukersdorf im Erzgebirge. Dort ging sie während des Zweiten Weltkriegs zur Grundschule und später zur Oberrealschule in Stolberg. Nach der Übersiedlung nach Düsseldorf machte sie dort ihr Abitur am Luisen-Gymnasium Düsseldorf. Anschließend studierte sie in München, zwischenzeitlich auch in Göttingen und Wien, Kunstgeschichte, Anglistik und Archäologie.
Neben wissenschaftlichen Reiseleitungen unter anderem durch Ägypten, arbeitete sie zur Finanzierung ihres Studiums zeitweilig auch als Übersetzerin für den Bundesnachrichtendienst. 1969 wurde sie mit einer Dissertation zum Thema: Die Axt als Waffe und Werkzeug im Alten Ägypten zum Dr. phil. promoviert.
Während des Studiums lernte sie den Ägyptologen Arne Eggebrecht kennen, den sie 1966 heiratete. Eva und Arne Eggebrecht sind die Eltern des Videospielentwicklers Julian Eggebrecht.
1974 ging die Familie Eggebrecht nach Hildesheim. Arne Eggebrecht war dort von 1975 bis 1984 als Direktor und anschließend bis 2000 als leitender Direktor des Roemer- und Pelizaeus-Museums tätig.
Eva Eggebrecht bearbeitete und publizierte zunächst die Textilien des Roemer- und Pelizaeus-Museums. Sie plante und betreute zusammen mit Arne Eggebrecht und weiteren Mitarbeitern die großen ägyptischen Sonderausstellungen des Roemer- und Pelizaeus-Museums, Echnaton-Nofretete-Tutanchamun (1976), Götter und Pharaonen (1979), Das Land am Nil: Bildteppiche aus Harrania (1979), Ägypten, Faszination und Abenteuer (1982) und Ägyptens Aufstieg zur Weltmacht (1987). Sie war ebenso an der Planung und Erstellung von Ausstellungen zu anderen Themen beteiligt, wie Sumer-Assur-Babylon (1978), Kunstschätze aus China (1981), Kunstschätze aus Alt-Nigeria (1983), Albanien – Schätze aus dem Land der Skipetaren (1988), Die Mongolen und ihr Weltreich (1989), Die Welt der Maya: archäologische Schätze aus drei Jahrtausenden (1992), China, eine Wiege der Weltkultur (1994) und Versunkene Königreiche Indonesiens (1995). Für die Alt-Nigeria-Ausstellung im Jahr 1983 stellte sie nach dem plötzlichen Tod des Direktors des Roemer-Museums Walter Konrad mitten in der Ausstellungsvorbereitung den von ihm nur angefangenen Katalog Kunstschätze aus Alt-Nigeria selbständig fertig.
Darüber hinaus übersetzte sie mehrere fachliche Publikationen ins Deutsche, so z. B. von Brain de Jongh: Griechenland, Festland und Peloponnes (1974), von Charles Burney und David: Die Bergvölker Vorderasiens – Armenien und Der Kaukasus von der Vorzeit bis zum Mongolensturm (1975), von Robin Fedden, Ägypten Fünftausend Jahre Niltal (1978), von John Baines und Jaromir Malek: Weltatlas der alten Kulturen. Ägypten (1980), von Yigael Yadin: Die Tempelrolle – Die verborgene Thora vom Toten Meer (1985), von Thomas Dickey, Vance Muse und Henry Wieneck, Die Gottkönige von Mexiko (1989) und von Robert Bianchi, Original und Fälschung? Professor Bernard V. Bothmer’s Dictum (2001). Viele Jahre war sie eng mit den Planungen für das neue Ägyptische Museum in Al-Minya in Mittelägypten verbunden.
Nach dem Tod ihres Mannes Arne im Jahr 2004 war Eva Eggebrecht weiterhin eng mit dem Museum verbunden und ehrenamtlich beratend bei einigen der letzten Ausstellungen wie Der Archimedes-Code 2012 und Die Entstehung der Welt 2014 beteiligt. Außerdem engagierte sie sich sowohl im Freundeskreis Ägyptisches Museum Wilhelm Pelizaeus als auch im Echnaton Museum Al-Minya Verein, in dem sie bis zu ihrem Tod als Vorsitzende tätig war. Ihr letztes Projekt, die Übersetzung der Beschriftungen in der Ägyptenabteilung des Roemer- und Pelizaeus-Museums ins Englische, konnte sie wegen einer schweren Erkrankung nicht mehr zu Ende führen.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Eggebrecht, Eva |
| ALTERNATIVNAMEN | Kühnert, Eva (Geburtsname) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Ägyptologin |
| GEBURTSDATUM | 8. Dezember 1933 |
| GEBURTSORT | Leukersdorf, Erzgebirge |
| STERBEDATUM | 24. Januar 2021 |
| STERBEORT | Hildesheim |