Eva Ziesche geb. Buchhold (* 9. September 1939; † 8. August 2005) war eine an der Handschriftenabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin am Potsdamer Platz tätige Bibliothekarin, Papierhistorikerin und Wasserzeichenforscherin. Sie war mit ihrem Kollegen Rudolf Ziesche verheiratet.
Zur Wasserzeichenforschung trug sie mehrfach innovativ bei. Das in Verbindung mit der Bundesanstalt für Materialprüfung (BAM) entwickelte Verfahren der Elektronenradiographie erlaubte die hochwertige Abbildung von Wasserzeichen in Originalgröße, die neben dem Wasserzeichenmotiv auch die Wiedergabe der Papierstruktur ermöglichte. Damit konnte ein wesentlicher papiergeschichtlicher Beitrag zur Klärung der Druckgeschichte des Catholicon geleistet werden. Sie wies damit zusammen mit Dierk Schnitger der Inkunabelforschung neue Wege.
Als Ziesche den handschriftlichen Nachlass von Georg Wilhelm Friedrich Hegel inventarisierte, ermöglichte das zu diesem Zeitpunkt preisgünstige Verfahren die exakte Papieruntersuchung eines kompletten Nachlasses aus dem späten 18. und frühen 19. Jahrhundert, wodurch die zeitliche Einordnung undatierter Manuskriptteile wesentlich erleichtert wurde. Das in bestimmten Lebensphasen eines Autors zur Verfügung stehende Papier korreliert in charakteristischer Weise mit dessen jeweiligen Lebensmittelpunkten.
Durch die Fortschritte in der Medizintechnik stehen inzwischen die für die Elektronenradiographie erforderlichen feinkörnigen Röntgenfilme nicht mehr zur Verfügung. Die Methode der Befundauswertung ist jedoch inzwischen durch die digitale Wasserzeichenabbildung zu einem Standardverfahren geworden.
1996 Preis der Bayerischen Akademie der Wissenschaften
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Ziesche, Eva |
| ALTERNATIVNAMEN | Buchhold, Eva (Geburtsname) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Bibliothekarin und Wasserzeichenforscherin |
| GEBURTSDATUM | 9. September 1939 |
| STERBEDATUM | 8. August 2005 |