Eve (Roman)

Eve ist eine Erzählung von Amor Towles, die 2024 im Hanser-Verlag in einer Übersetzung durch Susanne Höbel erschienen ist.

Erstmals publiziert wurde der Text unter dem Titel Eve in Hollywood innerhalb von Towles’ Erzählungssammlung Table for Two, die 2013 in den USA als E-Book bei Penguin herauskam. Die übrigen sechs Geschichten der Anthologie wurden bisher nicht ins Deutsche übertragen. Eve ist eine der Nebenfiguren aus Towles’ Debütroman Rules of Civility (deutscher Titel Eine Sache der Höflichkeit), deren Geschichte hier weitererzählt wird.

Inhalt

Der Roman beginnt im Jahr 1938. Nach einer unerfreulichen Trennung von ihrem Freund, bei der sie nicht ohne Blessuren davonkommt, bricht Eve nach Chicago zu ihren Eltern auf, wechselt aber unterwegs den Zug und fährt weiter an Bord des Golden State nach Los Angeles. Während der Fahrt trifft sie auf Charlie, einen Polizeikommissar, der kurz vor seiner Pensionierung steht, und kommt mit ihm ins Gespräch. Angekommen in Los Angeles, läuft ihr in einer Toilette zufällig die junge Olivia de Havilland über den Weg. Olivia hat gerade in der Verfilmung von Vom Winde verweht durch David O. Selznick, einem Tycoon des Hollywood-Kinos, die Rolle der Melanie übernommen. Die beiden jungen Frauen mögen sich, sie ziehen gemeinsam durch die Lokale, lernen Stars und Sternchen kennen, speisen im Beverly Hills Hotel, amüsieren sich auf dem Santa Monica Pier, in Tanzclubs und sind natürlich auch auf dem Set von Vom Winde Verweht zu finden.

Das schöne Leben nimmt ein jähes Ende, als Olivia mit Nacktfotos erpresst wird. Mit Hilfe des Kommissars, unterstützt durch den Schauspieler Prentice, mit dem die beiden sich angefreundet haben, und mit Hilfe des Hotelchauffeurs Billie macht sich Eve daran, dem Erpresser auf die Spur zu kommen.

Kritik

Der Kritiker des Literatur-Portals Kulturnews schreibt, Towles tobe sich in seiner Erzählung mit spürbarer Freude in der Welt des Film noir aus. „Mit Eve nimmt er die zerbrechlichen Fassaden der Reichen und Schönen und die Intrigen der Filmstudios auseinander“. Gleichzeitig breche er mit den Konventionen des Genres, indem er mit Eve die klassische Femme fatale zur Heldin mache, gegen deren Charme und moralische Integrität kein Mann eine Chance habe.

Udo Schöpfer von der Rheinpfalz nennt Eve einen „Roman über das Warten, über eine weitere Chance im Leben“ und findet, der Autor habe ein flottes Buch geschrieben, stellenweise spannend, stellenweise humorvoll, stellenweise tiefgründig. Und wie schon Towles’ Erstlingsbuch Eine Frage der Höflichkeit entpuppe es sich als Lesegenuss.

Ausgaben

Übersetzung
Hörbuch

Einzelnachweise

  1. ↑ Matthias Jordan: „Eve“ von Amor Towles Kulturnews, 2. September 2024, abgerufen am 8. Mai 2026
  2. ↑ Udo Schöpfer: Roman über eine starke Frau: „Eve“ von Amor Towles Die Rheinpfalz, 24. Juli 2024, abgerufen am 8. Mai 2026