Ewald Schnaare

1925: Villenartiges Wohnhaus von Ewald Schnaare in der Bayernstraße 68a am Jubiläumshain in Duisburg-Marxloh

Ewald Schnaare (* 24. Januar 1882 in Bergisch Neukirchen, heute Stadtteil von Leverkusen; † unbekannt, nach 1961) war ein deutscher Architekt. Er prägte in den 1920er Jahren die Architektur der Zwischenkriegsmoderne in der Stadt Hamborn am Rhein, die 1929 mit Duisburg zusammengelegt wurde. Er entwarf unter anderem das Pollmannhaus, ein zentrales Wohn- und Geschäftshaus in Marxloh.

Leben

Ewald Schnaare machte sich 1907 als Architekt selbstständig. Zunächst lebte und arbeitete er in einem eigenen Büro in Holten, das heute zu Oberhausen gehört. Dort entwarf er ab 1909 die Abflugbahn, vier Schuppen als Fliegerhallen sowie einen Abflugturm mit Gleitbahn für Flugmaschinen für den Flugplatz Holten, den drittältesten Flugplatz Deutschlands und den ältesten im Ruhrgebiet. Spätestens ab 1922 war er in Hamborn tätig, wo er mit dem Architekten Viktor Czajerek in einem Büro zusammenarbeitete, der bereits zuvor in Marxloh ein Büro führte. Einer ihrer Mitarbeiter war 1922 für mehrere Monate Willi Ludewig. Schnaare entwarf mehrere stadtbildprägende Gebäude in Hamborn, viele zusammen mit seinem Kollegen Czajerek. Er lebte im 1925 selbst entworfenen Haus in der Bayernstraße 68a, einer späthistoristisch-expressionistischen Villa am Jubiläumshain im Hamborner Stadtteil Marxloh.

Schnaare trat zum 1. Mai 1933 der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 3.014.850). 1947 wurde er entnazifiziert. Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete Schnaare weiter als Architekt. Er übernahm zum Beispiel bis 1961 die Umbaumaßnahmen am von ihm zwischen 1929 und 1931 erbauten Pollmannhaus. Neue Bauwerke sind nicht mehr nachgewiesen. Später arbeitete er zusammen in einem Büro mit einem Architekten namens Schneider.

Werke und Projekte (Auswahl)

1926–1928: Saalbau der ehemaligen „Lichtburg“, Alt-Hamborn
1929–1931: Pollmannhaus, Marxloh

Alle weiteren Gebäude befinden sich in Duisburg-Hamborn:

Commons: Ewald Schnaare – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 Sachakte: Entnazifizierung Ewald Schnaare. Deutsche Digitale Bibliothek. Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland, abgerufen am 26. Dezember 2024.
  2. 1 2 Heike Schmitz: Eintragungstext Baudenkmal Nr. 713 „Pollmannhaus“. Hrsg.: Untere Denkmalbehörde, Stadt Duisburg. Duisburg 30. April 2020.
  3. 1 2 Heike Schmitz: Eintragungstext Baudenkmal Nr. 686 „Wohnhaus Bayernstraße 68 A“. Hrsg.: Untere Denkmalbehörde, Stadt Duisburg. Duisburg 19. Februar 2016.
  4. ↑ Markus Kurth: Siedlungsbauten des Architekten Willi Ludewig: Kurzbiografie. docomomo, S. 1, abgerufen am 26. Dezember 2024.
  5. ↑ Martin Kleinwächter: Die feinen Hamborner zogen zum Jubiläumshain. WAZ, 2. April 2016, abgerufen am 26. Dezember 2024.
  6. ↑ Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/38631185
  7. ↑ Ulrich Bücholdt: Historisches Architektenregister: Schnaare – Schoder. www.archthek.de, abgerufen am 26. Dezember 2024.
  8. ↑ Claudia Euskirchen, Michael Kanthe: Duisburger Denkmalthemen 11: Architektur der Zwanziger Jahre in den Stadtteilen Alt-Hamborn und Marxloh. Hrsg.: Stadt Duisburg. Duisburg 2016, ISBN 978-3-89279-483-7 (PDF).
  9. ↑ Martin Kleinwächter: Die Geschichte des Hamborner Abteikellers. WAZ, 16. Dezember 2012, abgerufen am 26. Dezember 2024.
Personendaten
NAME Schnaare, Ewald
KURZBESCHREIBUNG deutscher Architekt in Duisburg-Hamborn
GEBURTSDATUM 24. Januar 1882
GEBURTSORT Bergisch Neukirchen
STERBEDATUM nach 1961