

Eine in der Natur ausgestorbene Art (englisch extinct in the wild, Abkürzung EW) ist eine Art, die laut Weltnaturschutzunion (IUCN) nur noch in Menschenobhut (z. B. Zoos, Haustiere, Wildreservate) oder in natürlichen Populationen außerhalb ihres ursprünglichen Verbreitungsgebietes vorkommt. Für diese Einstufung müssen intensive Nachforschungen im gesamten früheren Lebensraum, zu verschiedenen Jahreszeiten und im passenden Lebenszyklusabschnitt erfolglos verlaufen. Sobald eine Spezies die Einstufung erhalten hat, kann sie nur noch durch Auswilderung herabgestuft werden.
Einige EW-Arten sind weit verbreitet als Haustiere, kommen aber nicht mehr wild vor.
Beispiele für Arten und Unterarten, die in der Natur ausgestorben sind:
Arten, die in der Wildnis ausgestorben sind, können durch Auswilderung oder Umsiedlung in der Wildnis erhalten werden, was jedoch oft an geringer genetischer Vielfalt oder ungeeignetem Klima scheitert. Erfolgreiche Beispiele sind das Przewalski-Pferd, das nach jahrzehntelangen Projekten von in der Wildnis ausgestorben auf Gefährdet gestuft wurde. Beim Nördliche Breitmaulnashorn hingegen existieren nur noch in zwei weiblichen Individuen. Rettungsversuche erfolgen mit Stammzellbefruchtungen.
Die IUCN Green Status of Species bewertet seit 2012 den Erholungsgrad von Arten auf einer Skala von 0–100 % und berücksichtigt sowohl vergangene als auch mögliche zukünftige Schutzeffekte.
Als Flaggschiffart galt etwa die Pinta-Riesenschildkröte, deren letztes Exemplar Lonesome George 2012 starb und zum Symbol weltweiter Artenschutzbemühungen wurde.