Die Uzama oder Uzama N’Ihiron, die sogenannten Königsmacher, sind die ältesten Chief-Titel des Königreichs Benin. In der politischen Hierarchie des Königreichs kamen sie direkt nach dem Ọba (König). Sie waren an allen wichtigen Entscheidungen und der Beratung neuer Gesetze beteiligt. Ihre wichtigste Aufgabe war jedoch die Inthronisation des Ọbas. Es gibt sieben Uzama: Oliha, Edọhẹn, Ẹro, Ehọlọ N'Ire, Olọtọn, Ezọmọ und Edaikẹn. Es handelt sich um Erb-Titel, die noch heute bestehen. Die Uzama beteiligen sich bis heute an den im ehemaligen Königreich Benin aufrechterhaltenen und praktizierten Zeremonien und Riten wie zum Beispiel dem Iguẹ-Fest.

Die Uzama gab es schon während der Ogiso-Dynastie, die etwa vom 9. bis zum 12. Jahrhundert bestand. Damals wurden sie Ediọn n’Enẹ (Älteste) genannt. Die Ogiso-Herrscher waren primus inter pares (Erster unter Gleichen) der Ediọn. Die späteren Uzama waren in ihren Gebieten gleichsam kleine Ọbas, deren Hofhaltung derjenigen des Königs nicht nachstand. Um 1200 etablierte sich unter Mithilfe der später zu Königsmachern erklärten Ediọn eine neue Dynastie, die nun den Königstitel Ọba führte. Der erste Ọba, Eweka I., wurde im Palast in Usama gekrönt, wo sich auch die Paläste der Ediọn n’Enẹ befanden. Ọba Eweka I. gründete den Rat der Königsmacher, der aus den Ediọn Oliha, Edọhẹn, Ẹro, Ehọlọ N'Ire und Olọtọn bestand. Ihre Titel erklärte er zu Erbtiteln.
Da es Rivalitäten und Machtkämpfe zwischen Ọba und den Uzama gab, verlegte Ọba Ẹwẹdo im 13. Jahrhundert seinen Palast an den einen Kilometer entfernten heutigen Standort, um sich dem Zugriff der Uzama zu entziehen. Der alte Palast in Usama wurde von da an nur noch für die Krönungszeremonie verwendet. Die Uzama hatten weiterhin das Recht, ihre Dörfer eigenständig zu verwalten und in ihrem Einflussbereich Titel zu verleihen. Zudem waren sie die Hüter verschiedener Schreine des Königreichs. Andere Aufgaben betrafen die Kriegsführung (ab dem 18. Jahrhundert der Ezọmọ), die Bewachung des nordwestlichen Stadttores von Benin, die Sorge um Thronfolger und Königinmutter (Iy’Ọba) (der Ẹro) und die Verantwortung für den Altar von Azama (der Olọtọn). Ihre wichtigste Pflicht war nun jedoch die Inthronisierung des Ọbas. Politisch waren sie an allen wichtigen Entscheidungen und der Beratung neuer Gesetze beteiligt. Ihr Einfluss war wohl in Zeiten von Streitigkeiten und Meinungsverschiedenheiten zwischen den städtischen und höfischen Würdenträgern am größten.
Im 15. Jahrhundert führte Ọba Ẹwuare I. die Würde des Edaikẹn (Kronprinz) ein und fügte sie den Uzama hinzu. Daneben schuf er als Gegengewicht zu den Uzama noch weitere neue Titel. Im 18. Jahrhundert ernannte Ọba Akenzua I. den Ezọmọ (Heerführer) ebenfalls zu einem Uzama, so dass die Gruppe nun aus sieben Königsmachern bestand. Ebenfalls im 18. Jahrhundert etablierte sich im Königreich das Erstgeburtsrecht, so dass jeweils der älteste Sohn des Ọba König wurde. Damit war die Rolle der Uzama als Königsmacher nur noch nominell. Dazu kam, dass immer neue Titel und Titelgruppen – Eghaevbo N’Ore (städtische Titelträger) und Eghaevbo N’Ogbe (höfische Titelträger) – durch die Ọbas geschaffen wurden, so dass sie die Machtgruppen gegeneinander ausspielen konnten. Im 19. Jahrhundert ging der politische Einfluss der Uzama zurück.
Auch nach dem Ende des Königreichs Benin mit der sogenannten britischen Strafexpedition von 1897 bestand die Gruppe der Uzama weiter. 1914 wurde die Monarchie wiederhergestellt und Ọba Eweka II. bestieg den Thron. Er nahm die Rituale des Königreichs in verkürzter Form wieder auf. Die Uzama sind dabei wie früher beteiligt, sowohl an den Krönungszeremonien wie auch an den Ritualen im Rahmen des jährlichen Iguẹ-Festes.