Freie Universität Bozen

Freie Universität Bozen
Gründung 31. Oktober 1997
Ort Bozen
Land Italien Italien
Präsident Federico Giudiceandrea
Rektor Alex Weissensteiner
Studierende ca. 4.331 (2021)
Mitarbeiter 987 (2021)
davon Professoren 153 (2021)
Jahresetat 96,2 Mio. € (2021)
Drittmittel: 8,6 Mio. €
Website www.unibz.it

Die Freie Universität Bozen (englisch Free University of Bozen-Bolzano; italienisch Libera Università di Bolzano; ladinisch Universitá Liedia de Bulsan), 1997 in Bozen gegründet, umfasst fünf Fakultäten. Im Gegensatz zu anderen Universitäten in Italien wird sie nicht vom italienischen Staat, sondern von der Autonomen Provinz Bozen – Südtirol betrieben und finanziert. Sie gehört zusammen mit den Universitäten Innsbruck und Trient zu den größten Bildungseinrichtungen der Europaregion Tirol–Südtirol–Trentino. Neben ihrem Hauptsitz in Bozen unterhält die Universität auch einen Standort in Brixen. Zudem ist die Hochschule mit mehreren Einrichtungen am NOI Techpark Südtirol vertreten.

Siegel der Universität

Die Universität bietet ihre Lehrveranstaltungen in den verschiedenen Studiengängen auf Deutsch, Englisch und Italienisch an. Außerdem werden an der Fakultät für Bildungswissenschaften einzelne Lehrveranstaltungen in ladinischer Sprache angeboten. Die Studienbewerber müssen sich sprachlichen Aufnahmeverfahren unterziehen.

Geschichte

Rektoratsgebäude in Bozen
Universitätsbibliothek in Bozen

Die Gründung der Universität durch die Südtiroler Landesregierung erfolgte 1997 mit zwei Fakultäten, jener für Wirtschaftswissenschaften in Bozen und jener für Bildungswissenschaften in Brixen. Der Gründungsakt wurde am 31. Oktober unterzeichnet. 1998 wurde die Bibliothek der Freien Universität Bozen eröffnet. Es folgten die jeweils in Bozen angesiedelten Fakultäten für Informatik (2001), für Design und Künste (2002) und zuletzt die Fakultät für Naturwissenschaften und Technik (2007). Von 2001 bis 2027 bot die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften einzelne Studiengänge an einem dritten Standort in Bruneck an. 2023 wurden die Fakultäten für Informatik und Naturwissenschaften und Technik restrukturiert und in die zwei neuen Fakultäten für Ingenieurwesen und Agrar-, Umwelt- und Lebensmittelwissenschaften überführt.

Standorte

Das Hauptgebäude in Bozen am Universitätsplatz
Fakultät für Bildungswissenschaften in Brixen
Fakultät für Ingenieurwesen im Industriegebiet Bozen

Der innerstädtisch gelegene Gebäudekomplex in Bozen zwischen Universitätsplatz, Sparkassenstraße und Spitalgasse, der auch das Rektoratsgebäude im Alten Krankenhaus umfasst, wurde von den Zürcher Architekten Matthias Bischoff und Roberto Azzola geplant, die 1998 einen international ausgeschriebenen Architekturwettbewerb für sich entscheiden konnten; errichtet bzw. adaptiert wurden die Baulichkeiten in vier Baulosen von 2000 bis 2010. Der Brixner Standort wurde ebenfalls als Ergebnis einer internationalen Auslobung nach einem Entwurf der Stuttgarter Architekten Regina Kohlmayer und Jens Oberst von 2001 bis 2004 erbaut. Der Bau des Gebäudes der Fakultät für Ingenieurwesen als Teil des NOI Techparks im Industriegebiet Bozen erfolgte von 2022 bis 2024.

Fakultäten und Studiengänge

Forschungszentren

2004 wurde das Kompetenzzentrum Sprachen eingerichtet, das sich mit Spracherwerb, Sprachenlernen und generell mit mehrsprachigen Interaktionsformen befasst. Von 2013 bis 2024 bestand an der unibz auch das Zentrum für Regionalgeschichte, dessen Leitung der Historiker Oswald Überegger innehatte.

Rankings

In den THE World University Rankings lag die Freie Universität Bozen 2021 in der Platzgruppe 401–500, im Jahr 2024 in der Platzgruppe 351–400.

Leitung

Präsidenten

Rektoren

Studentische Aktivitäten

Studentenvertreter

Die Wahlen der Studentenvertreter finden im Regelfall alle zwei Jahre statt. Sie können jedoch auch zwischen zwei Wahlterminen im Zeitraum von November bis Januar auf Antrag der Studentenvertreter ausgerufen werden, wenn Ämter unbesetzt sind. Gewählt werden gemäß der Wahlordnung in der Fassung vom Oktober 2010 studentische Vertreter für den Universitätsrat (ein Sitz), den Senat (zwei Sitze – einer für Bozen, einer für Brixen), die Fakultätsräte (zehn Sitze, zwei pro Fakultät), die Studiengangsräte sowie den Beirat für Chancengleichheit (zwei Sitze). Die ersten Studentenvertreterwahlen haben 2002 stattgefunden.

Kikero

Kikero (Eigenschreibweise kikero) ist ein Freizeit- und Kulturverein, der bereits kurz nach Gründung der Universität ins Leben gerufen wurde. Er organisiert regelmäßige Veranstaltungen wie beispielsweise den Debattierclub und feste jährliche Projekte wie den Universitätsball. Auch das Print-Magazin flyer wird von kikero herausgegeben.

S.C.U.B.

Der Sports Club University Bolzano kümmert sich um die Organisation regelmäßiger sportlicher Aktivitäten und Trainings. Einmal im Jahr werden die Bolzano Snowdays veranstaltet, zu denen Studenten aus zahlreichen Universitäten Europas eingeladen werden. Mit dabei waren unter anderem Studenten von Universitäten aus Spanien, Deutschland, Österreich, Frankreich und Italien.

Südtiroler HochschülerInnenschaft

Die Südtiroler HochschülerInnenschaft ist die größte Südtiroler Studentenvertretung. Neben dem Hauptsitz in Bozen gibt es sieben Außenstellen in großen Universitätsstädten in Österreich und Italien. Die sh.asus wurde 1955 gegründet, das Hauptaugenmerk der Tätigkeit ist die gewerkschaftliche Interessensvertretung der in Südtirol Studierenden und der Südtiroler Studierenden im Ausland. Die sh.asus definiert sich als interethnischer Verein.

Literatur

Siehe auch

Commons: Freie Universität Bozen - Libera Università di Bolzano – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Rektor und Prorektoren. In: unibz.it. Abgerufen am 3. Oktober 2024.
  2. 1 2 3 4 Daten, Zahlen & Fakten 2020/2021. (PDF; 90 kB) In: unibz.it. 30. Juni 2021, abgerufen am 24. Juni 2022.
  3. ↑ Universität. In: provinz.bz.it. Südtiroler Landesverwaltung, abgerufen am 15. Mai 2021.
  4. ↑ Genehmigung der Vereinbarung "Bildungs- und Forschungsplattformen" zwischen der Autonomen Provinz Bozen Südtirol und der Freien Universität Bozen. Beschluss der Südtiroler Landesregierung.
  5. ↑ Freie Universität Bozen – 13 Labore für alle Technologiefelder des NOI. In: noi.bz.it. Abgerufen am 23. Mai 2025.
  6. ↑ Dreisprachig studieren. In: unibz.at. Abgerufen am 9. Oktober 2019 (siehe Abschnitt: Sprachliche Voraussetzungen für Zulassung und Studienabschluss).
  7. ↑ Universitätsplatz. Stadtarchiv Bruneck, abgerufen am 17. April 2026.
  8. ↑ Jetzt ist es fix: Bruneck verliert seine Tourismusstudiengänge. Rai Südtirol, 23. März 2026, abgerufen am 17. April 2026.
  9. ↑ Neue Fakultäten für Ingenieurwesen sowie Agrar-, Umwelt- und Lebensmittelwissenschaften offiziell gegründet. Freie Universität Bozen, 10. März 2023, abgerufen am 17. April 2026.
  10. ↑ Ein neues Kapitel in der Stadtgeschichte – Realisierungswettbewerb Freie Universität Bozen entschieden. In: Baunetz. 17. August 1998, abgerufen am 16. Oktober 2020.
  11. ↑ Universität. Autonome Provinz Bozen – Südtirol, abgerufen am 17. April 2026.
  12. ↑ Gangkreuz und Kreuzgang – Grundstein für Universitätsgebäude in Brixen gelegt. In: Baunetz. 1. Juni 2001, abgerufen am 16. Oktober 2020.
  13. ↑ Feierliche Schlüsselübergabe am neuen Universitätsgebäude in Brixen. Autonome Provinz Bozen – Südtirol, 4. März 2004, abgerufen am 17. April 2026.
  14. ↑ Neuer Uni-Campus für Ingenieurwesen eröffnet. In: swz.it. 20. September 2024, abgerufen am 22. April 2026.
  15. ↑ World University Rankings 2021. In: timeshighereducation.com. Abgerufen am 5. Februar 2025 (englisch).
  16. ↑ World University Rankings 2024. In: timeshighereducation.com. Abgerufen am 5. Februar 2025 (englisch).
  17. ↑ Verordnung zur Wahl der Studentenvertreter in den Gremien der Freien Universität Bozen. (PDF; 275 kB) Genehmigt mit Beschluss des Gründungsrates Nr. 87 vom 11.02.2000 […] Abgeändert mit Beschluss des Universitätsrates Nr. 55 vom 22.10.2010. In: unibz.it. 22. Oktober 2010, archiviert vom Original am 31. Januar 2012; abgerufen am 21. Februar 2018.
  18. ↑ Election of the Student Representatives in the Advisory Bodies of the Free University of Bozen/Bolzano. In: unibz.it. Archiviert vom Original am 18. Februar 2013; abgerufen am 26. Februar 2018 (englisch).

Koordinaten: 46° 29′ 52,5″ N, 11° 20′ 58″ O