Fabian Scheidler

Fabian Scheidler (* 1968 in Bochum) ist ein deutscher Autor und Dramaturg. Er ist Mitbegründer des unabhängigen Fernsehmagazins Kontext TV und hat viele Jahre als Dramaturg für das Grips-Theater gearbeitet. Für seine publizistisch-künstlerische Tätigkeit bei Attac bekam er 2009 den Otto-Brenner-Medienpreis für kritischen Journalismus.

Leben

Scheidler studierte Geschichte und Philosophie an der Freien Universität Berlin und Theaterregie an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main. Seit 2001 arbeitet er als freischaffender Autor für Printmedien, Fernsehen, Theater und Oper. Im Jahre 2009 gründete er mit David Goeßmann das unabhängige Fernsehmagazin Kontext TV, das regelmäßig Sendungen zu Fragen globaler Gerechtigkeit und Ökologie produziert. Im Jahre 2010 war er Programmkoordinator des Attac-Bankentribunals in der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz.

Als Dramaturg und Theaterautor arbeitete er viele Jahre für das Berliner Grips Theater. Im Jahre 2013 wurde seine Oper „Tod eines Bankers“ am Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz uraufgeführt. Im Jahre 2015 erschien Fabian Scheidlers Buch „Das Ende der Megamaschine. Geschichte einer scheiternden Zivilisation“ und 2017 „Chaos: Das neue Zeitalter der Revolutionen“, beide im Promedia Verlag (Wien). Das 2017 erschienene Buch war ein Bestseller im Wirtschaftsbereich laut Der Spiegel-Bestsellerliste.

In seinem 2021 erschienenen Buch Der Stoff, aus dem wir sind: Warum wir Natur und Gesellschaft neu denken müssen. bekennt sich Scheidler zu einem graduellen Panpsychismus. Die Welt sei „ein untrennbares Gewebe (...), in dem es keine Einzelteile gibt, sondern nur Beziehungen“ und die „Welt von Lebewesen (sei) durch Bedeutung organisiert“. Auch die Erde, die Biosphäre als Ganzes ist als Ökosystem von einer systematischen Ordnung durchdrungen, in der Abhängigkeiten und Verbindungen wechselweise und in komplexen Kreisläufen wirken. Indem aber die Naturwissenschaften die Welt nur beschreiben wollten, „insofern sie messbar und zählbar ist“, entgehen ihr Bedeutung und Information, da sie keine zählbaren Dinge sind, „sondern Beziehungen zwischen Welt und interpretierendem Lebewesen.“ Die darauf beruhende technokratische Ideologie liege „als unhinterfragte Struktur unseren Institutionen und unserer täglichen Praxis zugrunde.“) Dadurch sei „die Natur zu einem toten, beliebig ausbeutbaren Objekt degradiert“. Um das dystopische Kollapsszenarium abzuwenden, müsse die gegenwärtige räuberische Ideologie durch ein System, eine Denkweise ersetzt werden, die „unseren existenziellen Verbundenheiten Rechnung zu tragen vermag.“

Werke

Bücher

Theater

Auszeichnungen

Einzelnachweise

  1. ↑ buchreport. Abgerufen am 1. November 2025 (deutsch).
  2. ↑ Fabian Scheidler, Der Stoff, aus dem wir sind: Warum wir Natur und Gesellschaft neu denken müssen.(S. 43)
  3. ↑ Fabian Scheidler, Der Stoff, aus dem wir sind: Warum wir Natur und Gesellschaft neu denken müssen.(S. 58)
  4. ↑ Fabian Scheidler, Der Stoff, aus dem wir sind: Warum wir Natur und Gesellschaft neu denken müssen.(S. 131 ff.)
  5. ↑ Fabian Scheidler, Der Stoff, aus dem wir sind: Warum wir Natur und Gesellschaft neu denken müssen.(S. 53)
  6. ↑ Fabian Scheidler, Der Stoff, aus dem wir sind: Warum wir Natur und Gesellschaft neu denken müssen.(S. 60)
  7. ↑ Fabian Scheidler, Der Stoff, aus dem wir sind: Warum wir Natur und Gesellschaft neu denken müssen.(S. 140
  8. ↑ Fabian Scheidler, Der Stoff, aus dem wir sind: Warum wir Natur und Gesellschaft neu denken müssen.(S. 205)
  9. ↑ Top Ten der Zukunftsliteratur 2015. In: Die Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen (JBZ). 1. Dezember 2015 (jungk-bibliothek.org [abgerufen am 10. Januar 2018]).
Personendaten
NAME Scheidler, Fabian
KURZBESCHREIBUNG deutscher Autor und Dramaturg
GEBURTSDATUM 1968
GEBURTSORT Bochum