Komposition (bildende Kunst)

In der bildenden Kunst bezeichnet die Komposition (lateinisch compositio: Anordnung, Gestaltung, Zusammensetzung, Zusammenstellung) (auch Anordnungsprinzip, Aufbau des Bildgefüges, Bildaufbau) die bewusste, wohldurchdachte oder intuitive Auswahl und Anordnung von bildnerischen Mitteln in einem Kunstwerk. Der Begriff bezieht sich auf flächige Werke (Fotografie, Gemälde, Grafik, Relief, Zeichnung) und auf räumliche Werke (Architektur, Gartenkunst, Landschaftsgestaltung, Plastik, Skulptur, Skulpturengruppen, Stadtbaukunst).

Elemente der Komposition

Alle bildnerischen Mittel können Elemente der Komposition bilden. Ihre enorme Vielfalt spiegelt die Komplexität und Mannigfaltigkeit der Kunstwerke wider. Unter anderem zählen dazu:

Hell-Dunkel-Komposition

Kontrast

Kompositionsskizze

Eine Kompositionsskizze ist eine gezeichnete Skizze eines Gemäldes und zeigt besonders auffallende, wichtige Schwerpunkte, Linien und Formen. Die Skizze verdeutlicht kompositorische Einzelaspekte und hilft, den Bildaufbau, Zusammenhänge, Wirkungen und Aussagen besser zu verstehen. Um eine erste Einschätzung der Komposition zu erhalten, eignet sich oft ein einfaches Kompositionsraster, bestehend aus Mittelsenkrechte, Mittelwaagerechte und zwei Diagonalen. Daneben können Schwerpunkte, wichtige Linien, geometrische Grundformen und Bewegungsrichtungen wichtige Anhaltspunkte zur Bildaussage liefern. Mit einer tonalen Skizze, die die Hell-Dunkel-Verteilung und die Licht- und Schattenbereiche wiedergibt, lässt sich ein Teil der Komposition klären.

Geschichte

Im Mittelalter sind vertikale Kompositionslinien typisch. Seit der Renaissance liegen häufig geometrische Figuren wie Dreieck, Quadrat und Kreis zugrunde. Im Barock bestimmen oft Diagonalen oder Ellipsen den Bildaufbau. Insgesamt gibt es aber keine strenge Tradition von bestimmten Kompositionsarten in einzelnen Epochen.

Komposition in der Architektur

Allgemeines

Zu den Elementen der Komposition werden in der Architektur gezählt:

Don Hanlon: Compositions in Architecture

Als eines der neueren Standardwerke zur Komposition in der Architektur gilt Don Hanlons 2009 erschienenes Buch Compositions in Architecture. Der Autor ist Emeritus der University of Wisconsin in Milwaukee.

Hanlon versteht das Buch nicht als Taxonomie von Bauwerktypen, sondern als eine eklektische Ressource, die Studierenden beim Einstieg in die Theorie der Form helfen soll, indem sie einige wichtige Tendenzen der Komposition aufweist. Als die Grundelemente der Komposition bestimmt er für diesen Zweck:

Siehe auch

Literatur

Commons: Composition – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Gerhard Kwiatkowski (Hrsg.): Schülerduden „Die Kunst“. Stichwort: Komposition. Bibliographisches Institut, Mannheim 1983, ISBN 3-411-02200-0, S. 280.
  2. ↑ Johannes Pawlik, Ernst Strassner: Bildende Kunst. Begriffe und Reallexikon. 5., ergänzte Auflage. DuMont Buchverlag, Köln 1977, ISBN 3-7701-0465-X, S. 36 und 37.
  3. ↑ Günther J. Janowitz: Wege im Labyrinth der Kunst. Begriffe, Daten, Stile, Aspekte, Tabellen, Werke. Ein Arbeitsbuch und Nachschlagewerk. Hübner Verlag, Einhauen 1980, S. 360.
  4. ↑ Frau Schimpf: Bildanalyse mit Hilfe von Kompositions-Skizzen. 8. Februar 2021, abgerufen am 25. Juni 2023.
  5. ↑ Johannes Eucker (Hrsg.): Kunstlexikon: Kompaktwissen für Schüler und junge Erwachsene. Stichwort: Komposition. Cornelsen Verlag Scriptor, Frankfurt am Main 1995, ISBN 3-589-20928-3, S. 192.
  6. ↑ Principles of Architecture composition. Abgerufen am 15. Mai 2022.
  7. ↑ Don Hanlon: Compositions in Architecture. Wiley, 2009, ISBN 978-0-470-05364-5.
  8. ↑ Don Hanlon: Compositions in Architecture. John Wiley and Sons, Hoboken 2009, ISBN 978-0-470-05364-5 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  9. ↑ Don Hanlon: Compositions in Architecture. John Wiley and Sons, Hoboken 2009, ISBN 978-0-470-05364-5, S. 1.
  10. ↑ Don Hanlon: Compositions in Architecture. John Wiley and Sons, Hoboken 2009, ISBN 978-0-470-05364-5, S. 3 f.