Farbschema

Die sechs wichtigsten Farbschemata

Das Farbschema (Farbakkordik, Farbharmonie, Farbkonzept, Farbstil) bezeichnet eine Farbbeziehung (Farbzusammenstellung) vor allem aus dem Bereich des Grafikdesigns. Farbschemata sind wichtige Bestandteile der Arbeit von Designern, Fotografen und Künstlern. Sie spielen zum Beispiel bei der Gestaltung von Aquarellen, Firmenlogos, geografischen Landkarten, Militäruniformen, stimmungsvollen Fotografien oder Webseiten eine Rolle. Für Eisenbahnwaggons, Flugzeuge oder Stadtbusse existieren Lackierungskonzepte, um den Wiedererkennungswert zu gewährleisten. Selbst Basketbälle folgen einem verbreiteten Farbschema: eine orangefarbene Oberfläche mit schwarzen Linien.

Die Farbschemata lassen sich meist mit Hilfe von Computerprogrammen an einem Farbkreis einfach und schnell ermitteln. Damit arbeiten vor allem Designer, die Farbkombinationen für die unterschiedlichsten Zwecke herstellen.

Farbharmonie

Häufig ist von Farbharmonie die Rede. Damit ist nicht unbedingt nur die Harmonie im Sinne von Ausgewogenheit, Ebenmaß, Gleichklang, Ruhe oder Übereinstimmung gemeint. Es können ebenso gut laute, schrille, unruhige Farbzusammenstellungen gemeint sein, die dann besondere Aufmerksamkeit erregen.

Farbschema-Arten

Die verschiedenen Farbschema-Arten unterscheiden sich im Wesentlichen nach der Anzahl der verwendeten Basisfarben (Hauptfarben).

Ein Farbschema mit drei Basisfarben (Dreiklang) bietet drei Möglichkeiten:

Weitere Farbschemata:

Die genannten Farbschemata sind nur Orientierungshilfen. Sie bieten Ausgangspunkte für eine unendliche Anzahl von „benutzerdefinierten“ Möglichkeiten. Entscheidend ist, dass die Farbkombination die gewünschte Funktion bzw. Wirkung erfüllt.

Entwicklung

Bereits ab 1914 bemühte sich Wilhelm Ostwald (1853–1932) Regeln für harmonische Farbzusammenstellungen aufzustellen. Er entwickelte seinen Ostwaldschen Doppelkegel. An Schnitten, eingeschriebenen Dreiecken und Verbindungslinien las er ab, welche Farbzusammenstellungen als harmonisch zu betrachten seien.

Seit den 1980er Jahren lassen sich Farben mit Hilfe von Computerprogrammen schnell zusammenstellen. Für das Zusammenklingen sind Atmosphäre, Formen, Funktion, Lage im Raum, Materialien, Oberflächenstrukturen oder Proportionen zu berücksichtigen. Wichtig ist, dass die so ermittelten Zusammenstellungen dem Gestaltungsziel genügen.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Was sind Farbharmonien? In: Blacklime Design Werbeagentur Hannover. Blacklime GmbH, abgerufen am 26. November 2019 (deutsch).
  2. ↑ Kris Decker: Die Grundlagen der Farbenlehre - 99designs. 2019, abgerufen am 26. November 2019 (deutsch).
  3. ↑ Markus Wäger: Grafik und Gestaltung. Das umfassende Handbuch. 2. Auflage. Galileo Press, Bonn 2011, ISBN 978-3-8362-1206-9, S. 179–186.
  4. ↑ Martin Benad: Farbgestaltung Innenraum. 1. Auflage. Deutsche Verlagsanstalt, München 2010, ISBN 978-3-421-03587-5, S. 65.