Fausto Tardelli

Fausto Tardelli
Bischofswappen von Fausto Tardelli

Fausto Tardelli (* 5. Januar 1951 in Lucca, Toskana) ist ein italienischer Geistlicher und emeritierter römisch-katholischer Bischof von Pistoia und Pescia.

Leben

Fausto Tardelli studierte ab 1964 Philosophie und Katholische Theologie am erzbischöflichen Priesterseminar in Lucca. Der Erzbischof von Lucca, Giuliano Agresti, weihte ihn zum Diakon und spendete ihm am 29. Juni 1974 das Sakrament der Priesterweihe für das Erzbistum Lucca. Während seiner Studienzeit in Rom war er Alumnus des Almo Collegio Capranica. Anschließend setzte Tardelli seine Studien in Rom fort, wo er 1977 an der Päpstlichen Akademie Alfonsiana ein Lizenziat im Fach Moraltheologie erwarb. Während seiner Studienzeit in Rom war er Alumnus des Almo Collegio Capranica.

Nach der Rückkehr in seine Heimatdiözese war Tardelli von 1978 bis 1992 als kirchlicher Assistent der Studentenbewegung der Katholischen Aktion tätig und ab 1979 auch als kirchlicher Assistent einiger Gruppen von Pfadfindern. Daneben belegte er von 1981 bis 1982 an der Päpstlichen Lateranuniversität in Rom einige Kurse im Fach Kanonisches Recht und wurde 1987 nach weiterführenden Studien an der Päpstlichen Akademie Alfonsiana bei Giancarlo Vendrame mit der Arbeit Alterità e etica. La relazione con l’altro e l’impegno etico nelle opere di Emmanuel Levinas („Andersartigkeit und Ethik. Die Beziehung zum Anderen und das ethisches Handeln in den Werken von Emmanuel Levinas“) zum Doktor der Theologie im Fach Moraltheologie promoviert. Zudem war er von 1984 bis 1987 kirchlicher Assistent des Diözesanverbands der Katholischen Aktion und bis 1992 des Diözesanverbands der Federazione universitaria cattolica italiana (FUCI). Außerdem fungierte er von 1983 bis 1986 als stellvertretender Kanzler der Kurie und von 1986 bis 1993 als Kanzler der Kurie des Erzbistums Lucca sowie von 1986 bis 1992 auch als Pfarrer der Pfarrei San Concordio in Moriano. Anschließend wirkte Tardelli als Pfarrer der Pfarreien Santi Jacopo e Andrea in Massarosa (1992–1995) und San Pietro Somaldi e San Leonardo in Lucca (1995–2001). Ab 1994 koordinierte er zusätzlich die Vorbereitung der Diözesansynode, deren Sekretär er 1996 wurde. Im Anschluss war er bis 2001 als Bischofsvikar zuständig für die Umsetzung der Beschlüsse der Diözesansynode und die Einrichtung von Pastoralverbünden im Erzbistum Lucca. Ab 2001 fungierte Tardelli als stellvertretender Generalvikar des Erzbistums und als Moderator der Kurie. Neben seinen Tätigkeiten in der Seelsorge und der Diözesanverwaltung lehrte er bereits ab 1978 Moraltheologie am erzbischöflichen Priesterseminar in Lucca und am interdiözesanen Theologischen Studienzentrum in Camaiore, das der Theologischen Fakultät von Mittelitalien angegliedert ist. Ferner war er ab 2001 Domherr an der Kathedrale San Martino in Lucca.

Papst Johannes Paul II. ernannte ihn am 6. März 2004 zum Bischof von San Miniato. Die Bischofsweihe spendete ihm am 2. Mai desselben Jahres in der Basilika San Frediano in Lucca der Erzbischof von Lucca, Bruno Tommasi; Mitkonsekratoren waren Alessandro Plotti, Erzbischof von Pisa, und Edoardo Ricci, emeritierter Bischof von San Miniato. Die Amtseinführung fand am 30. Mai 2004 statt. Sein Wahlspruch Stärke in der Hoffnung („Der Wahrheit gehorsam“) stammt aus Jes 30,15 EU.

Am 8. Oktober 2014 bestellte ihn Papst Franziskus zum Bischof von Pistoia. Die Amtseinführung erfolgte am 8. Dezember desselben Jahres. Fausto Tardelli ist seit 2018 zudem Großprior der Statthalterei Italia Centrale Apenninica des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem. Am 14. Oktober 2023 ernannte ihn Papst Franziskus unter gleichzeitiger Vereinigung des Bistums Pescia in persona episcopi mit dem Bistum Pistoia zusätzlich zum Bischof von Pescia. Die Amtseinführung in Pescia fand am 14. Januar des Folgejahres statt.

Auf überdiözesaner Ebene wurde Tardelli am 3. Oktober 2006 zusätzlich Sekretär der regionalen Bischofskonferenz der Toskana. Außerdem war er in der regionalen Bischofskonferenz Delegat für die Laien, für die rechtlichen Angelegenheiten und für die Kulturgüter und Kirchengebäude. Zudem fungierte er in der Italienischen Bischofskonferenz als Sekretär der Kommission für die Laien. Überdies ist er Generalprior des Ordine di Parte Guelfa und seit 2021 Ehrenmitglied der Associazione Nazionale della Polizia di Stato.

Am 20. April 2026 nahm Papst Leo XIV. das altersbedingte Rücktrittsgesuch von Fausto Tardelli an.

Commons: Fausto Tardelli – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 7 Rinuncia del Vescovo di San Miniato (Italia) e nomina del successore. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 6. März 2004, abgerufen am 24. April 2026 (italienisch).
  2. ↑ Il Vescovo – S. E. Rev. Fausto Tardelli. Bistum Pescia, abgerufen am 24. April 2026 (italienisch).
  3. 1 2 S. E. Mons. Fausto Tardelli. Bistum Pistoia, abgerufen am 24. April 2026 (italienisch).
  4. ↑ Tesi Difese. Päpstliche Akademie Alfonsiana, archiviert vom Original am 27. August 2021; abgerufen am 24. April 2026 (italienisch).
  5. ↑ Nomina del Vescovo di Pistoia (Italia). In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 8. Oktober 2014, abgerufen am 8. Oktober 2014 (italienisch).
  6. ↑ La Luogotenenza per l’Italia Centrale Appenninica. In: oessg-italiacentraleappenninica.it. Abgerufen am 24. April 2026 (italienisch).
  7. ↑ Rinuncia e nomina del Vescovo di Pescia (Italia). In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 14. Oktober 2023, abgerufen am 15. Mai 2023 (italienisch).
  8. ↑ Comunicato Cet (2–3 ottobre 2006). In: toscanaoggi.it. 4. Oktober 2006, abgerufen am 24. April 2026 (italienisch).
  9. ↑ Regione ecclesiastica Toscana. In: annuariocattolico.it. Abgerufen am 24. April 2026 (italienisch).
  10. ↑ S.E.R. Mons. Fausto Tardelli. In: chiesacattolica.it. Abgerufen am 24. April 2026 (italienisch).
  11. ↑ L’appello a favore degli alluvionati del Priore Generale di Parte Guelfa monsignor Fausto Tardelli. In: parteguelfa.it. Abgerufen am 24. April 2026 (italienisch).
  12. ↑ Sua Eccellenza Monsignor Fausto Tardelli Vescovo di Pistoia nominato Socio Onorario dell’Associazione Nazionale della Polizia di Stato. In: questure.poliziadistato.it. 24. Mai 2021, abgerufen am 24. April 2026 (italienisch).
  13. ↑ Rinuncia e nomina del Vescovo di Pescia e Pistoia (Italia). In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 20. April 2026, abgerufen am 24. April 2026 (italienisch).
VorgängerAmtNachfolger
Edoardo RicciBischof von San Miniato
2004–2014
Andrea Migliavacca
Mansueto BianchiBischof von Pistoia
2014–2026
Augusto Mascagna
Roberto FilippiniBischof von Pescia
2023–2026
Augusto Mascagna
Luciano Giovannetti Großprior der Statthalterei Italia Centrale Apenninica des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem
seit 2018
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Personendaten
NAME Tardelli, Fausto
KURZBESCHREIBUNG italienischer Geistlicher, römisch-katholischer Bischof von Pistoia und Pescia
GEBURTSDATUM 5. Januar 1951
GEBURTSORT Lucca, Italien