| Felsen-Greiskraut | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
Felsen-Greiskraut (Senecio rupestris) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
| ||||||||||||
| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Senecio rupestris | ||||||||||||
| Waldst. & Kit. |
Das Felsen-Greiskraut (Senecio rupestris) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Greiskräuter (Senecio) in der Familie der Korbblütler (Asteraceae).

Das krautige bis halbstrauchartige, kahle Felsen-Greiskraut wird zwischen 30 und 60 Zentimeter hoch, teilweise wird von Wuchshöhen bis zu einem Meter berichtet. Es hat sitzende bis gestielte, meist kahle und geteilte bis zerschnittene Blätter und bis zu 15 gelbe, weibliche Zungenblüten. Die Körbe in lockeren Schirmrispen besitzen einen zweireihigen Hüllkelch und in der Mitte viele gelbe, zwittrige Röhrenblüten. Die Hüllblätter sind schwarzspitzig, die äußeren sind nur klein. Die rippigen Achänen mit Kragen sind meist behaart mit meist einem Pappus.
Die Pflanze blüht zwischen April und Dezember und wächst ein- oder mehrjährig. Sie enthält ein alkaloides Gift, welches toxisch auf Menschen und Weidetiere wirkt. Es ist insbesondere innerhalb von Heu oder Silage gefährlich für Tiere. Allerdings wächst Felsen-Greiskraut üblicherweise nicht auf Weideflächen oder Wiesen (siehe auch Verbreitung), sodass Weidetiere eher selten mit Felsen-Greiskraut in Kontakt kommen.
Das Felsen-Greiskraut hat ursprüngliche Vorkommen in Frankreich, Deutschland, Italien, Sardinien, Schweiz, Österreich, in der früheren Tschechoslowakei, in Ungarn, im früheren Jugoslawien, Albanien, Griechenland, Bulgarien und Rumänien. Die Art gedeiht in lichten Wäldern, an Felsen, in Lägerfluren, auf nährstoffreichem Steinschutt und meist auf Kalk. In der Schweiz kommt es besonders im Kanton Graubünden vor und ist in Ausbreitung begriffen. Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3 (mäßig feucht), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 2+ (unter-subalpin und ober-montan), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).
Das Felsen-Greiskraut wurde 1803 von Franz de Paula Adam von Waldstein und Pál Kitaibel in Descriptiones et Icones Plantarum Rariorum Hungariae Band 2 Seite 136 erstbeschrieben. Die Art wird auch von manchen Autoren als Unterart Senecio squalidus subsp. rupestris (Waldst. & Kit.) Greuter angesehen. Ein Synonym ist Senecio squalidus var. rupestris (Waldst. & Kit.) P.D.Sell.
Das ursprüngliche Habitat des Felsen-Greiskrauts befindet sich an Felshängen des Ätnas auf Sizilien. Es wurde dort in einen botanischen Garten in Misilmeri bei Palermo eingebracht. Im Jahr 1700 wurde das Felsen-Greiskraut im Garten der Familie Beaufort in Badminton angebaut und wenige Jahre später wurde es im botanischen Garten der Universität in Oxford von Jacob Bobart dem Jüngeren eingeführt. Da das Felsen-Greiskraut in steinigem Untergrund wächst, verbreitete es sich in Oxford und der Umgebung insb. in Innenhöfen, Mauerritzen und aufgegebenen Gebäuden (daher auch der englische Name Oxford Ragwort). Nachdem im Jahr 1844 der Bahnhof in Oxford eröffnet wurde, verbreitete sich das Felsen-Greiskraut in einem Großteil von Großbritannien entlang von Bahnstrecken und später Straßen. Hintergrund ist, dass das Felsen-Greiskraut auch im Schotter im Gleisbett gedeihen kann und dass die Samen durch den Fahrtwind von fahrenden Zügen (und später Kraftfahrzeugen) durch weite Strecken übertragen werden können. Heutzutage ist das Felsen-Greiskraut in Großbritannien südlich des Great Glen in urbanen Gebieten häufig zu finden. In höhergelegenen Lagen wie Wales und Schottland sowie in Irland ist es rar.