Heinz Feneis (* 9. April 1908 in Krugersdorp; † 9. Mai 2001 in Bredstedt) war ein deutscher Anatom und Professor an der Universität Tübingen. Bekanntheit erlangte er in Fachkreisen als Autor des Anatomischen Bildwörterbuchs der internationalen Nomenklatur, das auch kurz Feneis genannt wird und in über dreißig Sprachen veröffentlicht wurde.
Heinz Feneis wurde in der südafrikanischen Stadt Krugersdorp geboren. Er war ein Sohn von Hans Feneis († 1925), Hotelbesitzer in Rustenburg, und Emma geb. Wieben. 1913 zog seine Mutter mit den Kindern nach Neumünster, wo Heinz Feneis die Schule besuchte. 1929 erlangte er das Abitur und studierte zunächst zwei Semester evangelische Theologie in Kiel, bevor er sich der Medizin zuwandte. 1935 absolvierte er das medizinische Staatsexamen. Dann war er als Medizinalpraktikant am Krankenhaus Rendsburg und Gesundheitsamt Kiel tätig. Anfang 1937 kam er als Volontärassistent an das Anatomische Institut Kiel unter Alfred Benninghoff. Noch im gleichen Jahr wurde Feneis mit der Dissertation Über die Anordnung und die Bedeutung des Bindegewebes für die Mechanik der Skelettmuskulatur zum Dr. med. promoviert. Diese Arbeit hatte er bereits 1930/1931 bei Benninghoff geschrieben.
Von 1937 bis 1939 war Feneis als Assistent bzw. Oberassistent an der Anatomie in Münster bei Adolf Dabelow, kehrte 1939 aber als 1. Prosektor nach Kiel zurück. Im Zuge des Zweiten Weltkriegs wurde er als Unterarzt zur Marine eingezogen und dann mehrfach uk-gestellt, um an der Marineärztlichen Akademie Kiel zu unterrichten. 1942 habilitierte er sich in Kiel für Anatomie und wurde an die Marineärztliche Akademie abkommandiert, die mittlerweile nach Tübingen umgezogen war. Dort lehrte er auf Veranlassung von Robert Wetzel auch am Anatomischen Institut. Zudem wurde er 1942 zum Privatdozenten in Kiel ernannt. Als Benninghoff einem Ruf nach Marburg folgte, habilitierte sich Feneis dorthin um. Als Truppenarzt der Marine kam er 1944 im Balkan zum Einsatz und geriet dort mit Kriegsende in englische Gefangenschaft.
Nach seiner Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft im Mai 1946 ging Feneis auf Anfrage von Walther Jacobj nach Tübingen und wurde dort planmäßiger Assistent, 1948 Oberassistent, 1949 Universitätsdozent und außerplanmäßiger Professor sowie 1950 außerordentlicher Professor. Aufgrund der schweren Erkrankung von Jacobj lehnte Feneis Rufe an andere Universitäten ab und übernahm von 1955 bis 1958 kommissarisch die Leitung des Anatomischen Instituts, bis Emil Tonutti die Nachfolge Jacobjs antrat. 1960 wurde Feneis’ Extraordinariat zum Lehrstuhl II angehoben und er zum Ordinarius berufen. 1976 wurde er emeritiert.
Feneis heiratete 1939 Ida Pries aus Neumünster, mit der er drei Söhne bekam.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Feneis, Heinz |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Anatom und Professor an der Universität Tübingen |
| GEBURTSDATUM | 9. April 1908 |
| GEBURTSORT | Krugersdorp |
| STERBEDATUM | 9. Mai 2001 |
| STERBEORT | Bredstedt |