Anton Josef Albin Ferdinand Friedrich (* 19. März 1902 in Mülhausen, Elsaß-Lothringen; † 16. Januar 1972 in Berlin-Buch) war ein deutscher Grafiker und Wandbildgestalter, einer der Mitbegründer des Verbandes Bildender Künstler der DDR und schuf zahlreiche baugebundene Kunstwerke an öffentlichen Gebäuden, insbesondere in Berlin.
Friedrich erhielt seine künstlerische Ausbildung an der École des arts industriels in Mülhausen und an der Staatlichen Kunstschule zu Berlin. Seit 1920 war er Mitglied der Kommunistischen Partei und engagierte sich nach eigenen Angaben im antifaschistischen Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Nach dem Zweiten Weltkrieg wirkte er als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft sozialistischer Künstler am Aufbau des kulturellen Lebens in der Sowjetischen Besatzungszone beziehungsweise der späteren DDR mit. So war er im Dezember 1947 Mitglied der Fachkommission Bildende Kunst der Kulturabteilung des ZK der SED und wurde im April 1948 in den Vorstand des Schutzverbandes Bildender Künstler gewählt. Diese Unterorganisation der Gewerkschaft Kunst und Schrifttum, deren Zentralvorstand er ab Juni 1949 ebenfalls angehörte, wurde 1950 dem Kulturbund angeschlossen. Über viele Jahre war er außerdem als Parteisekretär der Betriebsparteiorganisation (BPO) tätig.
Ferdinand Friedrich war vor allem als Maler, Grafiker und Gestalter baugebundener Kunst tätig – überwiegend Sgrafitti an öffentlichen Gebäuden, Schulen und Kindereinrichtungen in Berlin und Brandenburg. Dabei stützte er sich auf die „Tradition der politischen Kunst in den zwanziger Jahren“, so Karoll Stein in der Wochenzeitung Die Zeit. Mehrere Werke sind bis heute erhalten; seine bislang bekannten Arbeiten sind:
„Hier stehst Du / schweigend / doch / wenn Du / Dich wendest / schweige nicht“.
Neben seiner künstlerischen Tätigkeit war Friedrich leidenschaftlicher Gärtner. Seinen letzten Wohnsitz hatte er in der Anfang der 1950er Jahre errichteten Intelligenzsiedlung in Berlin-Niederschönhausen. Das Gebäude wurde später zur Residenz der Schweizer Botschaft umgebaut; dabei gingen die ursprünglich vorhandenen künstlerischen Arbeiten am Gebäude verloren.
Ferdinand Friedrich verstarb am 16. Januar 1972 in Berlin-Buch; Die Zeit gibt abweichend an, Friedrich sei 1971 gestorben. Er wurde am 23. Februar 1972 auf dem Friedhof Pankow IV in Berlin beigesetzt; das Grab ist heute nicht mehr erhalten. Am 10. August 1928 heiratete er Anna (geb. Neumann), das Ehepaar blieb kinderlos, Anna Friedrich verstarb am 28. Februar 1976 in Berlin-Buch.
Für sein politisches und gesellschaftliches Engagement erhielt Ferdinand Friedrich unter anderem den Vaterländischen Verdienstorden in Bronze (1967) sowie die Ehrennadel der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands mit Urkunde für 50-jährige Mitgliedschaft.
| Personendaten | |
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| NAME | Friedrich, Ferdinand |
| ALTERNATIVNAMEN | Friedrich, Anton Josef Albin Ferdinand (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Grafiker und Wandbildgestalter |
| GEBURTSDATUM | 19. März 1902 |
| GEBURTSORT | Mülhausen (Elsass) |
| STERBEDATUM | 16. Januar 1972 |
| STERBEORT | Berlin-Buch |