Ferdinand Knauer (* 27. April 1824 in Rumpin (Kreis Mansfeld), heute zu Salzatal; † 8. Dezember 1889 in Gröbers bei Halle an der Saale) war ein deutscher Landwirt und Agrarwissenschaftler.
Knauer war der Sohn eines Gutspächters und eignete sich im Selbststudium umfangreiche Kenntnisse aus vielen Bereichen der Agrar-, Natur- und Geisteswissenschaften an. Nach landwirtschaftlichen Lehrjahren arbeitete er als Verwalter auf mehreren Gütern in der Provinz Sachsen. Um das Jahr 1850 war er Miteigentümer und Leiter der neu gebauten Zuckerfabrik in Sarkau in Oberschlesien, in die er sein gesamtes Vermögen einbrachte.
Ferdinand Knauer heiratete am 12. August 1851 Clara geb. Braune. Aus dieser Ehe gingen zwei Söhne und sechs Töchter hervor:
Die Zuckerfabrik brannte acht Tage nach Kampagnenbeginn ab, so dass er im Herbst 1852 „eine Frau, ein Kind und 1.500 Thaler Schulden“ hatte.
Im Frühjahr 1853 kam er nach Gröbers und wirkte dort sowie im damals noch selbstständigen Nachbardorf Schwoitsch. In Schwoitsch ließ er ab 1857 die sogenannte Villa Knauer als sein Wohnhaus errichten. Das Gebäude entstand im neugotischen Stil, verkleidet mit verkieseltem Holz aus seiner Braunkohlengrube „Clara“. Ab 1862 war er Besitzer eines Bauernguts in Gröbers, auf dem er Rübensaatgut produzierte. Durch den Erwerb weiterer Güter und durch die Pacht eines Ritterguts vergrößerte er später diesen Betrieb und entwickelte ihn zu einer Musterwirtschaft mit Versuchsstation und eigener Zuckerfabrik.
1885 gründete Knauer zusammen mit Berthold von Ploetz den Deutschen Bauernbund.

Große Verdienste erwarb er sich um den Zuckerrübenanbau. Sein Wissen und seine Erfahrungen hat er in mehreren Broschüren veröffentlicht. Bekannt wurde sein Name vor allem durch eine an den Bedürfnissen der landwirtschaftlichen Praxis orientierten Monografie über die Zuckerrübe. Dieses Buch, das auch nach seinem Tod wieder neu aufgelegt wurde, gehörte jahrzehntelang zu den besten pflanzenbaulichen Fachbüchern.
Ferdinand Knauer starb am 8. Dezember 1889 in Gröbers und wurde auf dem dortigen Friedhof in Osmünde beigesetzt, wo sich bis heute ein Grabmal der Familie Knauer befindet.
In Gröbers im Ortsteil Schwoitsch wurde die Ferdinand-Knauer-Straße nach ihm benannt.
| Personendaten | |
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| NAME | Knauer, Ferdinand |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Landwirt und Agrarwissenschaftler |
| GEBURTSDATUM | 27. April 1824 |
| GEBURTSORT | Rumpin, Kreis Mansfeld |
| STERBEDATUM | 8. Dezember 1889 |
| STERBEORT | Gröbers |