Schwingel

Schwingel

Schaf-Schwingel (Festuca ovina agg.), Illustration

Systematik
Monokotyledonen
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Süßgräser (Poaceae)
Unterfamilie: Pooideae
Gattung: Schwingel
Wissenschaftlicher Name
Festuca
L.

Die Schwingel (Festuca) sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Süßgräser (Poaceae). Die Gattung Festuca ist mit etwa 650 Arten fast weltweit verbreitet (Kosmopolit).

Beschreibung

Vegetative Merkmale

Festuca-Arten sind ausdauernde krautige Pflanzen. Sie bilden Horste oder wachsen rasenförmig. Die Halme sind unverzweigt, aufrecht oder bogig bis gekniet aufsteigend.

Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind in Blattscheide und -spreite gegliedert. Die Blattscheiden sind offen oder geschlossen. Die Ligula ist ein häutiger oft eingerissener oder zerfranster Saum. Die Blattspreiten sind in der Knospenlage zusammengerollt oder gefaltet. Die einfachen Blattspreiten sind gefaltet, eingerollt oder flach.

Generative Merkmale

Festuca-Arten sind Rispengräser. Die rispigen Blütenstände sind aus mehreren gestielten Ährchen zusammengesetzt. Ihre Ährchen enthalten zwei bis meist vier oder wenigen Blütchen; sie sind seitlich abgeflacht. Die Blüten sind zwittrig und nur bei den Arten der Untergattung Hesperochloa eingeschlechtig und bei dieser Untergattung liegt Diözie vor. Von den zwei Hüllspelzen ist die untere einnervig, selten dreinervig; die obere ist breiter und gewöhnlich dreinervig, selten fünfnervig. Die Deckspelze ist am Rücken gerundet, sie ist nicht gekielt oder in der oberen Hälfte etwas gekielt und trägt oft eine Granne am oberen Ende. Die Vorspelze ist zweinervig und oben gerundet oder zweispitzig und etwa so lang wie die Deckspelze. Es sind drei Staubblätter vorhanden. Die Staubbeutel treten seitlich aus den Blütchen. Auch die Narben treten seitlich aus den Blütchen.

Die Karyopse ist frei oder mit Vorspelze oder Deckspelze verwachsen.

Systematik und Verbreitung

Amethyst-Schwingel (Festuca amethystina)
Bunt-Schwingel (Festuca bosniaca) am Naturstandort in Montenegro
Blau-Schwingel (Festuca cinerea)
Riesen-Schwingel (Festuca gigantea)
Borstenschwanzgras (Festuca incurva, Syn.: Psilurus incurvus), Illustration
Mäuseschwanz-Federschwingel (Festuca myuros)
Bleicher Schwingel (Festuca pallens)
Rot-Schwingel (Festuca rubra)
Brutknospen-Schwingel (Festuca vivipara)

Die Gattung Festuca wurde 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, Seite 73 aufgestellt.

Es gibt etwa 650 Arten (Auswahl):

In Europa kommen folgende Arten vor (Auswahl):

Manche Autoren stellen beispielsweise die folgenden Arten nicht zu Festuca, sondern zu Lolium:

Nutzung

Am bekanntesten ist der Rot-Schwingel (Festuca rubra), da er in vielen Rasenmischungen vorkommt. Aufgrund seines sehr feinen Blattes und des dichten Wuchses eignet sich der Rot-Schwingel für anspruchsvolle Rasenflächen. In Landschaftsrasenmischungen findet Festuca ovina als trockenheitsverträgliche Art Verwendung.

Als Ziergräser werden weitere Arten in Staudenpflanzungen verwendet. Als niedrige Horstgräser nutzt man Festuca glauca und Festuca ovina, als polsterförmig wachsende Art Festuca scoparia und als hohes Horstgras Festuca mairei.

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 Datenblatt Festuca bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science.
  2. 1 2 3 Ingeborg Markgraf-Dannenberg: Festuca L. S. 125–153. In: Thomas Gaskell Tutin et al.: Flora Europaea. Band 5: Alismataceae to Orchidaceae (Monocotyledones)., Cambridge University Press, 1980, ISBN 0-521-20108-X. eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche
  3. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Hans Joachim Conert: Familie Poaceae. Seite 533–633. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 3. Auflage, Band I, Teil 3, Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1996, ISBN 3-489-52020-3.
  4. 1 2 B. Valdés, H. Scholz; with contributions from E. von Raab-Straube & G.Parolly (2009+): Poaceae (pro parte majore). Datenblatt Poeae In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.
  5. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 Peter F. J. Englmaier: Festuca. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024, ISBN 978-3-494-01943-7. S. 287–299.
  6. 1 2 Eine Unterscheidung zwischen dem "Büscheligen Federschwingel" (Vulpia fasciculata) und dem "Dünnhäutigen Federschwingel" (Vulpia membranacea) ist nicht ganz einfach. Beachtet man jedoch die unterschiedliche Deckspelzenmorphologie der beiden in Kombination mit den Behaarungsverhältnissen des Ovarscheitels, so ist sie möglich. Zu Einzelheiten siehe: Hildemar Scholz: Die morphologischen Kriterien der Vulpia fasciculata und Vulpia membranacea. In: Mitteilungen der POLLICHIA. Band 77, 1990, S. 193–196 (PDF)
  7. 1 2 Walter Lang: Vulpia fasciculata (FORSSK.) SAMP. und Vulpia membranacea (L.) DUMORT., zwei neue Grasarten in der Pfalz. In: Mitteilungen der POLLICHIA. Band 77, 1990, S. 189–191 (PDF)
  8. ↑ Festuca rupicola Heuff. (Furchen-Schwingel). In: FloraWeb.de. Bundesamt für Naturschutz, abgerufen am 8. Juni 2025.
  9. ↑ Peter Englmaier: Die Ansaat borstblättriger Schwingelarten (Festuca spp.): Naturnahe Begrünung oder Florenverfälschung? In: Gredleriana. Band 9, 2009, S. 61–82 (natura.museum [PDF; abgerufen am 8. Juni 2025]).
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