Der Körperfettanteil (auch KFA) gibt den Anteil des angelagerten Fettes im Verhältnis zur Gesamtmasse des Körpers an. Er lässt jedoch keine Rückschlüsse darüber zu, welches Verhältnis zwischen Struktur-/Bauchfett und Depotfett besteht. Letzteres kann bei erhöhtem Vorkommen zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen und wird daher teilweise als eines der vier klinischen Merkmale des Metabolischen Syndroms betrachtet.
Der Körperfettanteil ist Grundlage zur Berechnung weiterer Kennzahlen, wie des Fettfreie-Masse-Index und des umstrittenen Fels-Quotienten.
Der Körperfettanteil kann mit unterschiedlichen Verfahren gemessen werden. Als komplizierte und teure, aber unübertroffene Referenzmethoden gelten Volumenmessverfahren und Dual-Röntgen-Absorptiometrie (DEXA).
Calipometrie bezeichnet die Messung der Hautfaltendicke mit einem Messschieber („Caliper“ oder „Caliperzange“), die an bis zu zehn Punkten am ganzen Körper vorgenommen wird. Sie ist im medizinischen Alltag von Bedeutung.
Nachteil dieser Methode ist, dass immer von derselben Person gemessen werden muss, denn nicht jeder Untersuchende wählt genau die gleichen Messpunkte und wendet genau die gleiche Kraft bei der notwendigen manuellen Faltenbildung auf.
Der Vorteil gegenüber elektrischen Messmethoden ist, dass Kaffeegenuss oder Alkohol usw. keine Rolle spielen. Es ist auch egal, ob vor oder nach einem Training gemessen wird, da das gemessene Unterhautfettgewebe nicht so kurzfristig auf- oder abgebaut werden kann. Allerdings kann nach starker körperlicher Anstrengung oder einem Saunagang eine vorübergehend erhöhte Wassereinlagerung unter der Haut die Messung beeinflussen.
Es ist zweifelhaft, ob der Caliper als Methode zur absoluten Körperfettbestimmung geeignet ist, da hiermit kein Organfett gemessen werden kann. Zur Dokumentation des Trends ist er jedoch hervorragend geeignet.
Es gibt zahlreiche Methoden der Körperfettmessung mit dem Caliper. Dabei werden, je nach Formel, bis zu zehn unterschiedliche Messpunkte gemessen. Anhand der jeweiligen Formel wird dann auf Basis der gemessenen Werte der Körperfettanteil berechnet.
Bei der sogenannten US-Navy-Methode wird der Körperfettanteil über folgende Körpermaße berechnet:
Die Formeln benutzen den dekadischen Logarithmus , gleichbedeutend mit .

Nach den Umrechnungsformel von Brozek oder Siri wird ein Körperfettanteil von 5–40 % auf eine Dichte von 1,09–1,01 g/cm3 abgebildet.
Medizinische Empfehlungen und Normwerte bezüglich des Körperfettanteils hängen von Alter, Geschlecht und Körperbau ab. Zwanzigjährige Männer haben im Durchschnitt einen Körperfettanteil von 18 %, junge Frauen einen von 25 %. Mit zunehmendem Alter steigt dieser Anteil an, während die Magermasse durch den Verlust an Muskelgewebe abnimmt. Im Alter von 45 Jahren sind bei Männern Körperfettanteile von 22–24 % typisch, bei Frauen solche von etwa 30 %. Ein gesunder Körperfettanteil liegt bei Frauen in der Regel unter 30 % (besser unter 25 %), bei Männern unter 25 % (besser unter 20 %). Da während der Schwangerschafts- und Stillzeit größere Energiereserven für die Versorgung des Nachwuchses benötigt werden, verfügen Frauen über einen höheren Körperfettanteil.
Klassifikation Körperfett, basierend auf Gallagher et al. (2000).
| Alter (Jahre) | Frauen | Männer | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| niedrig | normal | hoch | sehr hoch | niedrig | normal | hoch | sehr hoch | |
| 20–39 | < 21 % | 21–33 % | 33–39 % | ≥ 39 % | < 8 % | 8–20 % | 20–25 % | ≥ 25 % |
| 40–59 | < 23 % | 23–34 % | 34–40 % | ≥ 40 % | < 11 % | 11–22 % | 22–28 % | ≥ 28 % |
| 60–79 | < 24 % | 24–36 % | 36–42 % | ≥ 42 % | < 13 % | 13–25 % | 25–30 % | ≥ 30 % |
Da diese Tabelle die Allgemeinheit beschreibt, gibt es sehr wohl Menschen mit einem Körperfettanteil unterhalb der obigen Werte, die sich dennoch bei guter Gesundheit befinden. So haben männliche Profisportler in der Altersgruppe bis 30 Jahre in der Regel einen Körperfettanteil von ca. 8–12 %. Der Körperfettanteil eines männlichen Profibodybuilders liegt während eines Wettkampfs bei ca. 5 % oder knapp darunter.
Als lebensnotwendig gilt für Männer ein Körperfettanteil von mindestens 3 %, für Frauen 10 %.