
Fikri Alican (* 2. April 1930 in Adapazarı; † 19. August 2015 in Istanbul) war ein türkischer Mediziner und ordentlicher Professor an der Istanbul Üniversitesi.

Alican wurde 1929 als Sohn von Hakki und Fahriye Alicanin in Adapazarı im Nordwesten der Türkei geboren. Er verließ seinen Geburtsort nach der Mittelschule, besuchte ein Gymnasium in Istanbul und anschließend bis 1949 das Robert College. 1955 schloss er ein Studium der Humanmedizin an der Istanbul Üniversitesi mit einem Doktor der Medizin ab. Erste praktische Erfahrung sammelte er an der Klinik für Heilbehandlungen und diagnostische Eingriffe der Universität Istanbul (auch Chirurgische Klinik 4), die Şinasi Hakkı Erel leitete. Dort traf er auch seine spätere Frau Halide Ihlamur, die an der Klinik als Krankenschwester arbeitete.
Nach seiner Ausbildung in Allgemeinchirurgie interessierte sich der junge Mediziner besonders für Transplantationsmedizin. Er wechselte mit einem Fulbright-Stipendium an die University of Mississippi, deren Klinik in den 1960er-Jahren zu den führenden Forschungsinstitutionen in der Transplantationsmedizin gehörte. 1963 wurde hier die erste Lunge transplantiert und 1964 von James D. Hardy das erste Herz in einen menschlichen Körper verpflanzt. Nur wenige Wochen nach seiner Ankunft in Jacksonville im Sommer 1960 machte Alican seiner späteren Ehefrau einen Heiratsantrag und das Paar heiratete im November 1960 in den Vereinigten Staaten. Alican erwarb 1962 einen Master in Physiologie an der University of Mississippi. Er studierte bei Arthur C. Guyton, während er als Stipendiat und Assistent an der von Hardy geleiteten Klinik für Chirurgie arbeitete.
Alican leistete in den 1960er-Jahren bedeutende Beiträge zur Forschung im Bereich der Transplantationsmedizin am University of Mississippi Medical Center (UMMC) und war an den Pionierleistungen von Hardy beteiligt. Er spielte eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Operationstechniken, im Bereich der Physiologie, der Transplantationsbiologie und der Pathophysiologie des Schocks. Alican war er Chirurg am Universitätsklinikum und stellvertretender Direktor des Transplantationsprogramms. Zwanzig Jahre später wurde er Gründungsmitglied der 1991 gegründeten James D. Hardy Society.
Im Jahr 1971 ging Alican zurück nach Istanbul und wurde zum ordentlichen Professor für Allgemeinchirurgie an der Istanbul Üniversitesi berufen, praktizierte ab 1979 aber privat, da sich in dieser Zeit die gesetzlichen Regelungen für ärztliches Lehrpersonal für Arbeiten außerhalb der Universität änderten.
Alican veröffentlichte zahlreiche Artikel und Bücher in englischer und türkischer Sprache. Während sich seine Artikel überwiegend mit Organtransplantation und Physiologie beschäftigen, schrieb er auch Monografien im Bereich der Allgemeinchirurgie, der Krebsforschung und anderer Krankheiten. Dies liegt auch daran, dass sich Alican nach seiner Rückkehr in die Türkei eher allgemeinen Fragen der Chirurgie zuwandte. In seiner Autobiografie aus dem Jahr 2000 schrieb er, dieser Wandel sei vor allem der Knappheit von Forschungsressourcen in dieser Zeit in der Türkei geschuldet. Er merkte an, dass dies nicht nur den Fortschritt bei Studien verzögerte, sondern auch die wissenschaftliche Forschung behinderte, weil die Bibliotheken so schlecht ausgestattet waren. Seine Lösung war die Gründung einer eigenen Bibliothek mit einem umfassenden Katalog mit medizinischen Fachzeitschriften, die er selbst finanzierte. So abonnierte er mehr als 30 Jahre lang persönlich 22 Fachmagazine, ergänzte diese durch Bücher und katalogisierte und inventarisierte diese persönlich.

| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Alican, Fikri |
| KURZBESCHREIBUNG | türkischer Chirurg |
| GEBURTSDATUM | 2. April 1930 |
| GEBURTSORT | Adapazarı |
| STERBEDATUM | 19. August 2015 |
| STERBEORT | Istanbul |