Film- und Theaterwaffe

Schwert aus Conan der Barbar
Nachbildung einer HK MP5K aus Polyurethan mit zusätzlichen Elementen aus Metall, aus dem Film Matrix

Eine Film- und Theaterwaffe (auch Bühnenwaffe) ist ein Requisit, welches eine Waffe darstellt und im Theater, Film oder Fernsehen verwendet wird. Es sind damit vor allem Hieb- und Stich- sowie Schusswaffen gemeint.

Hieb- und Stichwaffen

Hieb- und Stichwaffen, welche im szenischen Fechten verwendet werden, sind generell stumpf, trotzdem geht von ihnen eine Gefahr aus. In manchen Szenen werden Klingen aus weicheren Materialien wie Gummi oder leichten Aluminiumlegierungen genutzt. So werden diese ungefährlicheren Varianten in Kampfszenen verwendet, in Großaufnahme hingegen die realistischeren Waffen.

Schusswaffen

Bei den eingesetzten Schusswaffen unterscheidet man die reinen Anscheinswaffen (Attrappen), welche den realen Waffen täuschend ähnlich sehen, aber keine Schusssimulation durchführen, sowie die Filmwaffen, welche den scharfen Schuss mehr oder weniger gut nachahmen können. Zu der ersten Kategorie gehören Trainingswaffen aus Gummi oder Kunstharz, Dekorationswaffen aus einfachem Metallguss oder Spielzeugwaffen. Je nach Ausführung können einige Teile beweglich gestaltet sein, was den Grad des Realismus erhöht. Realistisch bemalt, geben diese ein fotogenes Bild ab. Das Gewicht kann von der Originalwaffe deutlich abweichen. Da sich ein zu leichtes Gewicht in unrealistischen Bewegungen des Schauspielers widerspiegelt, werden diese Attrappen zusätzlich mit Gewichten beschwert. Gummiwaffen werden oft bei der Darstellung von Handgemengen oder Stunts verwendet, da Metallwaffen hart sind und Verletzungen verursachen können. Weiterhin gehören unbrauchbar gemachte Schusswaffen zu der Kategorie der Anscheinswaffen.

Um einen Schuss realistisch darzustellen, müssen verschiedene Effekte wie Mündungsfeuer, Schussknall, Pulverrauch, Rückstoß, Bewegung des Verschlusses und der Auswurf von Patronenhülsen simuliert werden. Nicht für jede Einstellung braucht man alle diese Effekte, so ist z. B. Mündungsfeuer im hellen Tageslicht kaum erkennbar. Mündungsfeuer wird bisweilen in der Postproduktion als visueller Effekt hinzugefügt. Grundsätzlich stehen folgende Optionen zur Verfügung:

Letztendlich ist es auch möglich, eine scharfe Schusswaffe mit Platzpatronen zu verwenden. Davon wird jedoch in aller Regel abgeraten.

Der Einsatz von Waffen macht es in der Regel notwendig, dass ein Waffenmeister oder vergleichbar berechtigte Person am Drehort (Set) anwesend sein muss, die die Verwendung und den Umgang mit den Waffen überwacht.

Auch Platzpatronen können gefährlich sein. Zum einen sind sie laut, was einen Gehörschutz für die Beteiligten nötig macht. Zum anderen erzeugt eine Platzpatrone einen heißen Feuerstrahl sowie starken Druck am Gasauslass. Eine Nichtbeachtung der Sicherheitsvorschriften kann zu folgenschweren Unfällen führen. Bekannt wurde unter anderem der Tod von Jon-Erik Hexum: Der Schauspieler hielt sich eine Waffe mit Platzpatronen spielerisch an seine Schläfe und drückte ab.

Ein anderer bekannter tragischer Unfall ist der von Brandon Lee, der 1993 bei den Dreharbeiten zu The Crow – Die Krähe getötet wurde. In diesem Fall steckte unerkannt bereits ein echtes Geschoss im Lauf des verwendeten Revolvers. Die Platzpatrone trieb dieses Geschoss aus dem Lauf und dieses traf Lee.

Im Oktober 2021 kam es bei den Dreharbeiten zum Western Rust zu einem Unfall mit einer Schusswaffe, bei dem der Schauspieler Alec Baldwin die Kamerafrau Halyna Hutchins und den Regisseur Joel Souza verletzte. Hutchins verstarb kurz darauf an den Folgen.

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Einzelnachweise

  1. 1 2 Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle: Filmwaffen/Theaterwaffen (Memento des Originals vom 4. Oktober 2018 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
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  7. ↑ Andrew Lane: Movie Stunts & Special Effects: A Comprehensive Guide to Planning and Execution, Verlag Bloomsbury Publishing, 2014, ISBN 978-1-62356-274-8, S. 250
  8. ↑ Kevin Inouye: The Theatrical Firearms Handbook Verlag CRC Press, 2014, ISBN 978-1-317-85981-9, S. 116–117
  9. ↑ Kevin Inouye: The Theatrical Firearms Handbook Verlag CRC Press, 2014, ISBN 978-1-317-85981-9, S. 117
  10. ↑ Stu Maschwitz: The DV Rebel's Guide: An All-Digital Approach to Making Killer Action Movies on the Cheap, Verlag Pearson Education, 2006, ISBN 978-0-13-270519-6, S. 291
  11. ↑ Kevin Inouye: The Theatrical Firearms Handbook Verlag CRC Press, 2014, ISBN 978-1-317-85981-9, S. 117 – 118
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  13. ↑ Kevin Inouye: The Theatrical Firearms Handbook Verlag CRC Press, 2014, ISBN 978-1-317-85981-9, S. 131
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  17. ↑ Josh Becker, Bruce Campbell: The Complete Guide to Low-Budget Feature Filmmaking, Verlag Wildside Press LLC, 2006, ISBN 978-0-8095-5690-8, S. 169
  18. ↑ Rickey Bird: Cheap Movie Tricks: How To Shoot A Short Film For Under $2,000, Verlag Mango Media Inc., 2017, ISBN 978-1-63353-544-2, S. 102
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  21. ↑ Josh Becker, Bruce Campbell: The Complete Guide to Low-Budget Feature Filmmaking, Verla gWildside Press LLC, 2006, ISBN 978-0-8095-5690-8, S. 170
  22. ↑ Matthew Polly: Bruce Lee: A Life, Verlag Simon and Schuster, 2018, ISBN 978-1-5011-8764-3, S. 393–394
  23. ↑ Alyssa Lukpat, Michael Levenson: Alec Baldwin Fatally Shoots Crew Member With Prop Firearm on Film Set, Authorities Say. In: The New York Times. 22. Oktober 2021, ISSN 0362-4331 (nytimes.com [abgerufen am 22. Oktober 2021]).
  24. ↑ Filmdreh mit Alec Baldwin nach tödlichem Vorfall mit Requisitenwaffe gestoppt. In: Der Spiegel. 22. Oktober 2021, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 22. Oktober 2021]).