Josefine „Fini“ Platzer (* 5. Mai 1913 in Innsbruck; † 26. Oktober 1993 in Thaur) war eine österreichische Künstlerin und Keramikerin. Bekannt wurde sie durch ihre buntglasierten Trachtenmädchen aus Ton, die die Stadt Innsbruck ausgewählten Besuchern als Gastgeschenke überreichte.
Platzer wurde als Tochter von Marianne Platzer und des Kunstschlossers Robert Platzer geboren. Mit dreizehn Jahren fertigte sie filigrane Zeichnungen und Porträts an. 1939 wurde Platzer Gastschülerin beim Bildhauer Hans Pontiller an der Innsbrucker Kunstgewerbeschule. Während des Zweiten Weltkrieges erlernte sie bei Romed Speckbacher den Beruf des Schnitzens.
Sie führte die Buchhaltung der Kunstschlosserei ihres Vaters in Innsbruck und erledigte anfallende Malereien und Beschriftungen. Außerhalb der Werkstatt fertigte Platzer bereits Keramiken und dokumentierte zusammen mit Margarete Tagini im Auftrag des Tiroler Volkskunstmuseum sämtliche Trachten in Aquarell. Später bildete sie sich bei Hans Lifka an der Kunstgewerbeschule in Reichenberg (Böhmen) fort.
Nach dem Tod des Vaters übernahm sie die Werkstatt in Innsbruck und verkaufte diese nach zwei Jahren. Anschließend zog sie mit ihrer Mutter nach Thaur. Dort gab Platzer Praktikantinnen in ihrem Atelier ihr Wissen weiter. Platzer heiratete nicht und blieb kinderlos. Sie wurde am 30. Oktober 1993 am Innsbrucker Westfriedhof neben ihren Eltern beigesetzt.
Den Grundstein ihres künstlerischen Schaffens legte Platzer 1957 mit einem Auftrag für die Sankt Sebastian-Kirche in Rotholz (Österreich). Dort gestaltete sie die Posaunenengel der Kirchenempore, die wegen des ersten Sputniks, der zu der Zeit ins All gestartet wurde, Sputnikengel genannt werden.
Bekanntheit erlangte Platzer mit den buntglasierten Trachtenfiguren aus Ton, die die Stadt Innsbruck 1956 bis 1994 als Geschenk an Staatsgäste und hochrangige Persönlichkeiten überreichte. Empfänger waren zum Beispiel Elisabeth II. (1969), Silvia von Schweden (1977), Henry Kissinger, Indira Gandhi und Konrad Adenauer. Am häufigsten wurde die Figur Innsbrucker Bürgerin verschenkt.
Ebenso bekannt war Platzer für ihre sakrale Kunst insbesondere für ihre Keramikkrippen, die häufig in zeitgenössischen überregionalen oder regionalen Ausstellungen über Kunstkrippen oder Kunstgeschichte ausgestellt wurden. 2014 wurde im Museum Kitzbühel das Keramik-Ensemble der Heiligen Familie mit dem Titel Die Ruhe auf der Flucht nach Ägypten in der von Helmuth Oehler kuratierten Ausstellung Tiroler Künstlerkrippen des 20. Jahrhunderts gezeigt.

Daneben umfasst Platzers Werk auch Kleinplastiken, Engel, Theaterfiguren, handgefertigten Gefäße aus Ton, Wandreliefs und Keramikfliesen. Im öffentlichen Bereich gestaltete sie neben Keramikreliefs an Privathäusern und Skulpturen auch Grabdenkmäler, zum Beispiel das Keramikrelief des Denkmals Erlösung der Seelen auf dem Friedhof Alpbach. Im Ortsteil Mairhof der Gemeinde Roppen (Österreich) gestaltete Platzer an der Ostseite des denkmalgeschützten Kriegerdenkmals von 1953 die Inschriftentafeln aus Ton mit den Namen der Vermissten und Verstorbenen beider Weltkriege.
Ihre Keramikfiguren fertige Platzer vor allem in der „Wursttechnik“, die anschließend mit Tonplatten überdeckt wurden. Dabei schuf Platzer besonders dünnwandige Arbeiten, die sie meistens farblich glasierte.
Platzer überließ in ihrem Nachlass zehn Figurinen aus Ton dem Tiroler Landesmuseum „Ferdinandeum“ in Innsbruck, unter anderem einen Harlekin und mehrere Frauenfiguren in Tracht.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Platzer, Fini |
| ALTERNATIVNAMEN | Platzer, Josefine |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichische Keramikerin und Künstlerin |
| GEBURTSDATUM | 5. Mai 1913 |
| GEBURTSORT | Innsbruck |
| STERBEDATUM | 26. Oktober 1993 |
| STERBEORT | Thaur |