| First House | |
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| Allgemeine Informationen | |
| Herkunft | London, Vereinigtes Königreich |
| Genre(s) | Modern Jazz, Jazz Fusion |
| Aktive Jahre | 1983–1990 |
| Letzte Besetzung | |
Altsaxophon, Sopransaxophon | Ken Stubbs |
Klavier, Tenorhorn | Django Bates |
Kontrabass | Mick Hutton |
Schlagzeug, Perkussion | Martin France |
First House war ein britisches Jazzquartett, das von 1983 bis 1990 bestand. Die von dem Saxophonisten und Komponisten Ken Stubbs gegründete Gruppe gehörte zu den profilierten Formationen der britischen Jazzszene der 1980er Jahre. Sie verband Elemente des Modern Jazz mit zeitgenössischer europäischer Improvisationsmusik und veröffentlichte zwei Alben beim Label ECM Records.
Die Band entstand 1983 in London, nachdem Ken Stubbs ein Jazz-Stipendium des Arts Council of Great Britain erhalten hatte. Ursprünglich plante Stubbs, mit einer eigenen Formation ein Album für ein unabhängiges Label einzuspielen. Zur Besetzung gehörten der Pianist Django Bates, der Kontrabassist Mick Hutton und der Schlagzeuger Martin France. Über den Saxophonisten Evan Parker kam die Gruppe mit dem Produzenten Manfred Eicher und dessen Label ECM Records in Kontakt. Dies führte dazu, dass die ursprünglich unabhängig geplanten Aufnahmen nicht veröffentlicht wurden und stattdessen eine Zusammenarbeit mit ECM zustande kam. 1984 gewann First House die dritte European Jazz Competition der International Jazz Federation in Leverkusen und erhielt den Titel European Young Jazz Artists 1984. Im Juli 1985 trat die Band beim Molde International Jazz Festival in Norwegen auf und nahm anschließend in den Rainbow Studios in Oslo ihr Debütalbum Eréndira auf. 1989 nahm das Quartett wiederum in Oslo sein zweites Album Cantilena auf, das 1990 erschien. Noch vor dessen Veröffentlichung löste sich die Band auf.
First House verband melodisch orientierte Kompositionen mit komplexen rhythmischen Strukturen und freieren improvisatorischen Passagen. Die Kompositionen stammten überwiegend von Ken Stubbs und Django Bates. Charakteristisch war das Zusammenspiel von Bates’ oft unkonventioneller Harmonik und Stubbs’ lyrisch geprägtem Saxophonspiel.
Musikhistorisch wird die Gruppe häufig in Zusammenhang mit der britischen Jazzbewegung der 1980er Jahre gesehen, aus der auch Ensembles wie Loose Tubes hervorgingen. Sämtliche Mitglieder von First House waren zeitweise mit Loose Tubes verbunden; Bates entwickelte sich zu einem der international bekanntesten britischen Jazzkomponisten seiner Generation.
Die beiden Studio-Alben erhielten positive Resonanz in der internationalen Jazzkritik. Besonders hervorgehoben wurden die kompositorische Qualität des Repertoires und das enge Zusammenspiel der Musiker. Rückblickend wird First House als eine der bedeutenderen kleineren Formationen des britischen Modern Jazz der 1980er Jahre angesehen. Die Gruppe gilt zugleich als frühes Dokument der Zusammenarbeit von Django Bates, Martin France und Mick Hutton, die später in zahlreichen weiteren Projekten fortgesetzt wurde.