| Film | |
| Titel | Flesh & Fuel |
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| Originaltitel | Du Fioul dans les artères |
| Produktionsland | Frankreich, Polen |
| Originalsprache | Französisch, Polnisch, Englisch |
| Erscheinungsjahr | 2026 |
| Länge | 90 Minuten |
| Altersfreigabe |
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| Stab | |
| Regie | Pierre Le Gall |
| Drehbuch | Pierre Le Gall, Camille Perton, Martin Drouot |
| Produktion | Nicolas Blanc |
| Musik | Paul Sabin |
| Kamera | Antoine Cormier |
| Schnitt | Xavier Sirven |
| Besetzung | |
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Flesh & Fuel (Originaltitel: Du Fioul dans les artères) ist ein französisch-polnischer Spielfilm von Pierre Le Gall aus dem Jahr 2026. Das romantische Drama erzählt von zwei Fernfahrern, einem Franzosen und einem Polen, die versuchen, unter den Bedingungen ihres von langen Fahrten und engen Zeitplänen bestimmten Berufs eine Liebesbeziehung aufzubauen. Die Hauptrollen spielen Alexis Manenti und Julian Świeżewski. Der Film ist Le Galls Spielfilmdebüt und wurde im Mai 2026 bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes in der Semaine de la Critique uraufgeführt. Dort erhielt Le Gall die erstmals vergebene Queer Palm Révélation.
Étienne arbeitet als Fernfahrer. Sein Leben wird weitgehend von seinem Lastwagen, den Fahrplänen und den langen Strecken bestimmt, die er durch Frankreich und andere europäische Länder zurücklegt. Persönliche Beziehungen spielen in seinem Alltag nur eine geringe Rolle. Sexuelle Begegnungen mit Männern finden anonym und flüchtig auf Rastplätzen statt.
Bei einer solchen Begegnung lernt Étienne den polnischen Lastwagenfahrer Bartosz kennen. Nachdem die beiden zunächst Sex miteinander haben wollen, werden sie von der Polizei gestört und ziehen sich in die Fahrerkabine zurück. Dort beginnen sie miteinander zu sprechen und lernen sich erstmals näher kennen. Aus der zufälligen Begegnung entwickelt sich gegenseitiges Interesse.
Étienne und Bartosz versuchen, sich auf ihren Fahrten wiederzusehen. Ihre Routen, Arbeitszeiten und die Anforderungen ihrer Arbeitgeber machen gemeinsame Zeit jedoch schwer planbar. Die Beziehung entwickelt sich deshalb zwischen kurzen Treffen, Telefonaten und langen Phasen räumlicher Trennung. Besonders Bartosz steht unter starkem Zeitdruck und muss große Entfernungen innerhalb enger Fristen zurücklegen.
Für Étienne bedeutet die Beziehung zugleich eine Veränderung seines bisher weitgehend auf Arbeit und gelegentliche sexuelle Begegnungen reduzierten Lebens. Seine Homosexualität selbst erweist sich dabei kaum als Konflikt. Menschen aus seinem persönlichen und beruflichen Umfeld reagieren überwiegend selbstverständlich auf seine Beziehung zu Bartosz. Zum eigentlichen Hindernis werden vielmehr die Arbeitsbedingungen beider Männer und ein Berufsleben, das ihnen kaum Zeit für ein gemeinsames Privatleben lässt.
Flesh & Fuel ist der erste abendfüllende Spielfilm des französischen Regisseurs und Drehbuchautors Pierre Le Gall. Das Drehbuch schrieb Le Gall gemeinsam mit Camille Perton und Martin Drouot. Produzent war Nicolas Blanc für die französische Produktionsgesellschaft Ex Nihilo. Der Film entstand als französisch-polnische Koproduktion mit der Lumisenta Film Foundation.
Die Kamera führte Antoine Cormier, den Schnitt übernahm Xavier Sirven. Die Filmmusik komponierte Paul Sabin.
Die Idee zu dem Film entwickelte Le Gall während der COVID-19-Pandemie. Während große Teile der Bevölkerung zeitweise zu Hause bleiben konnten, beobachtete er, dass Fernfahrer weiterhin unterwegs sein mussten. Ihn interessierte insbesondere, wie ein Beruf, der von ständiger Bewegung und langen Abwesenheiten geprägt ist, persönliche Beziehungen beeinflusst. Le Gall bezeichnete den Film in diesem Zusammenhang als eine Verbindung zweier Themen, die ihn im Kino besonders interessierten: Zeit und Liebe.
Für die Darstellung des Fernfahreralltags verband Le Gall die Liebesgeschichte mit Beobachtungen der Arbeitsbedingungen im europäischen Güterverkehr. Die unterschiedlichen Arbeitsrealitäten des französischen Étienne und des polnischen Bartosz bilden dabei einen Teil des Konflikts der Beziehung.
Die Weltpremiere fand am 16. Mai 2026 während der 79. Internationalen Filmfestspiele von Cannes statt. Flesh & Fuel wurde dort als Sondervorführung innerhalb der Semaine de la Critique gezeigt. Der französische Kinostart ist für den 2. Dezember 2026 vorgesehen.
Clarisse Fabre bezeichnete Du Fioul dans les artères in Le Monde als Liebesgeschichte, mit der Pierre Le Gall das Genre erneuere. Sie hob hervor, dass der Film eine zunächst naheliegende Erzählung über Homophobie vermeide und die Beziehung der beiden Männer als Liebesgeschichte behandle. Zugleich erschließe der Film mit dem Milieu der Fernfahrer einen im Kino wenig dargestellten Lebens- und Arbeitsbereich.
Marthe Mabille sah in Vogue France eine Verbindung von Sozialchronik und Liebesrausch. Sie ordnete den Film einer Wiederkehr romantischer Erzählungen im zeitgenössischen Festivalkino zu und hob die Verbindung der Liebesgeschichte mit dem Arbeitsalltag der beiden Männer hervor.
Fabien Lemercier schrieb für Cineuropa, Le Gall verbinde die Darstellung des Fernfahrerberufs mit einer sensiblen Untersuchung von Einsamkeit. Der Film zeige unter anderem wirtschaftlichen Druck, körperliche und psychische Erschöpfung sowie die Schwierigkeiten der Fahrer, ein Privatleben aufrechtzuerhalten. Lemercier hob außerdem Alexis Manentis Darstellung und Antoine Cormiers Kameraarbeit hervor.
Erwan Desbois interpretierte den Film für die International Cinephile Society stärker als Kritik an den ökonomischen Bedingungen der Arbeit. Étienne und Bartosz würden zunehmend zu Erweiterungen ihrer Lastwagen und des Warenverkehrs. Bemerkenswert sei, dass nicht gesellschaftliche Homophobie das zentrale Hindernis ihrer Beziehung bilde. Stattdessen verhinderten Arbeitszeiten, ökonomischer Druck und die permanente Verfügbarkeit für den Gütertransport die Entwicklung eines gemeinsamen Lebens.