

Flintenweib ist eine umgangssprachliche abwertende Bezeichnung für eine waffentragende, im übertragenen Sinn auch für eine herrschsüchtige, egoistische und rücksichtslose Frau, die in ihrer Beziehung dominiert und nicht bereit ist, Kompromisse einzugehen.
Der Begriff tauchte erstmalig im Ersten Weltkrieg auf, als deutsche Soldaten in Russland nach der Februarrevolution 1917 auf Frauenbataillone trafen.
Im Deutsch-Sowjetischen Krieg (1941 bis 1945) wurden weibliche Kämpfer für die Rote Armee – ob Partisaninnen oder Soldatinnen – von der NS-Propaganda abschätzig als „Flintenweiber“ bezeichnet. Diese Wortbildung ist mitunter bis heute noch für Frauen in der Armee gebräuchlich. Auch das Feuilleton glossiert streitbare Politikerinnen in ironischer Anspielung an den Begriff.
Die abwertende Wahrnehmung kämpfender Frauen beruhte auf dem in europäischen Armeen traditionell unerwünschten Status von Frauen als Kombattanten, verbunden mit dem nationalsozialistischen Rollenverständnis der Frau als Ehegattin und Mutter. Es widersprach sowohl den traditionellen deutschen Militärvorstellungen als auch der NS-Ideologie, dass Frauen in den Kampf zogen. Als Kämpferinnen wurden sie als besonders grausam und unmenschlich im Vergleich zu den Männern eingestuft.
In den Befehlen der Wehrmacht wurden sie oft als „entartete Weiber“ statt als Soldatinnen betrachtet. Es wurde ihnen vorgeworfen, die Männerordnung des Militärs zu zerstören und die Kampfkraft der Armee zu untergraben.
Das Feindbild vom Flintenweib beeinflusste sehr schnell Formulierungen in Abwehrberichten, Propagandaartikeln und Feldpostbriefen. Bei Gefangennahme wurden sie oft erschossen; wenn sie die Gefangennahme überlebten, wurde ihnen der Status Kriegsgefangener vorenthalten, sie wurden aber zur Zwangsarbeit herangezogen.