Floppase

Eine Floppase ist ein membrangebundenes Transportprotein, das unter Spaltung von Adenosintriphosphat (ATP) Phospholipide von der inneren (zytosolischen) Schicht einer biologischen Lipiddoppelschicht auf die äußere (exoplasmatische bzw. luminale) Schicht transportiert („Inside-Out“-Transport). Zusammen mit Flippasen und Scramblasen steuern Floppasen die asymmetrische Verteilung von Lipiden in biologischen Membranen.

Funktion und Mechanismus

Biologische Membranen besitzen eine asymmetrische Lipidzusammensetzung zwischen den beiden Lamellen (Monolayern). Während aminohaltige Phospholipide wie Phosphatidylserin (PS) und Phosphatidylethanolamin (PE) überwiegend auf der zytosolischen Seite konzentriert sind, befinden sich Phosphatidylcholin (PC), Sphingomyelin sowie Glykolipide vor allem auf der exoplasmatischen Seite.

Aufgrund des hydrophoben Kerns der Membran ist ein spontanes Wechseln geladener oder stark polarer Lipidkopfgruppen zwischen den Schichten (sogenannter Flip-Flop) energetisch ungünstig und verläuft extrem langsam (Halbwertszeiten im Bereich von Tagen bis Wochen).

Floppasen katalysieren diese Translokation gegen einen Konzentrations- bzw. Asymmetriegradienten. Der Transport ist primär aktiv und nutzt die Energie aus der Hydrolyse von ATP, um Phospholipide gezielt von innen nach außen zu verlagern.

Proteinfamilien

Im Gegensatz zu Flippasen (die überwiegend der Familie der P4-ATPasen angehören) zählen die meisten identifizierten Floppasen zur Superfamilie der ABC-Transporter (ATP-binding cassette transporters):

Abgrenzung zu verwandten Lipidtransportern

Transporter Richtung Energiebedarf Spezifität
Floppase Zytosol → Exoplasma (innen nach außen) ATP-abhängig Breit (u. a. PC, Cholesterin, Fremdstoffe)
Flippase Exoplasma → Zytosol (außen nach innen) ATP-abhängig Spezifisch (v. a. PS und PE)
Scramblase Bidirektional (innen ↔ außen) ATP-unabhängig (Ca2+-aktiviert) Unspezifisch (hebt Membranasymmetrie auf)

Physiologische Bedeutung

Literatur