Florian Ernst Kirner (alias Prinz Chaos II; * 10. Januar 1975 in München) ist ein deutscher Autor, Veranstalter und Liedermacher. Seit 2008 ist er Eigentümer von Schloss Weitersroda in Südthüringen.
Kirner besuchte zunächst das Graf-Rasso-Gymnasium Fürstenfeldbruck und wechselte zur 10. Klasse auf das Luisengymnasium in München und legte dort 1995 das Abitur ab.
Kirner ist Urenkel des Münchner Künstlers und Kabarettisten Theo Prosel und Enkel des Schauspielers Walther Diehl und der Schauspielerin Theodora Diehl.
Kirner engagierte sich 1991 gegen den Zweiten Golfkrieg, 1999 gegen die Beteiligung der Bundeswehr am Kosovokrieg und 2001 gegen den Krieg in Afghanistan. Kirner war 1996 Mitbegründer der trotzkistischen Organisation Linksruck. Er wurde Mitglied der Jusos und trat dort 1998 wieder aus. 2000 trat Kirner von allen Ämtern bei Linksruck zurück und verließ wenig später die Organisation.
Ab 2001 studierte er an der Universität zu Köln Anglo-Amerikanische Geschichte, Japanologie und Mittlere und Neuere Geschichte. Von 2004 bis 2006 studierte er als Austauschstudent an der Sophia-Universität Tokio. 2007 schloss er sein Studium als Magister Artium ab.
2008 erwarb Kirner Schloss Weitersroda in Südthüringen. 2010 begründete er dort das Paradiesvogelfest.
2019 war er in der engeren Führung der Organisation Aufstehen. Von Oktober 2019 bis Mai 2023 war er erster Vorsitzender des Hildburghäuser Werberings e. V., einem Verbund für Kaufleute, Gewerbetreibende und Freiberufler in Hildburghausen. Seit 2023 ist er Mitglied im Regionalausschuss der IHK Südthüringen.
Im Juni 2023 trat er als parteiloser Bürgermeisterkandidat für Hildburghausen an. Im ersten Wahlgang erreichte er bei vier Kandidaten 37 %. In der Stichwahl unterlag er mit 42 % Patrick Hammerschmidt (Pro Hildburghausen).
Von 1996 bis 2000 war Kirner Chefredakteur der Monatszeitung Linksruck. Von 2001 bis 2004 arbeitete er als Projektleiter für die Werbeagentur BBDO in Düsseldorf. 2009 entwickelte er den digitalen Auftritt von Konstantin Wecker. Gemeinsam veröffentlichten sie 2013 die Streitschrift Aufruf zur Revolte. Ab 2014 kam es zu einer Zusammenarbeit mit KenFM sowie den NachDenkSeiten. Kirner war Autor und Mitbegründer des verschwörungstheoretischen Blogs Rubikon. 2019 schrieb er für die Südthüringer Rundschau die wöchentliche Kolumne Der Narrenkäfig.
Seit 2024 ist Kirner als freier Journalist für die Regionalzeitung Freies Wort und deren Online-Ausgabe insuedthueringen.de tätig. Für die Onlineakademie Phoenixpfade ist er als Coach und strategischer Berater tätig.

Seit 1999 tritt Kirner als Liedermacher unter dem Künstlernamen Prinz Chaos II. auf. Nach Erscheinen seiner Debüt-CD Jahr 100.000 Siegesnacht im Jahr 2000 nahm ihn sein Vorbild Franz Josef Degenhardt symbolisch in die „Bruderschaft der roten Sänger“ auf. In seinen Arbeiten als Kabarettist und Liedermacher spiegelt sich sein privates Engagement gegen Rechtsradikalismus, Homophobie, Atomkraft, Militarismus und soziale Ungerechtigkeit wider.
Seine CDs erschienen seit 2008 auf Konstantin Weckers Plattenlabel Sturm & Klang. Im Jahr 2017 wechselte er als Liedermacher zum Musiklabel Digitale Dissidenz von Bruno Kramm. Im selben Jahr gründete er zusammen mit der Schandmaul-Musikerin Anna Katharina Kränzlein das Musikprojekt Rebellische Saiten. 2019 entstand das Bandprojekt Prinzessin & Rebell. Ihre erste Single Der Pfahl erschien im August 2019 auf Sturm & Klang. 2020 folgte das Album Boomende Stadt.
Im Jahr 2008 erwarb er im thüringischen Hildburghausen das Schloss Weitersroda. Der über Jahrzehnte vernachlässigte Gebäudekomplex wurde in den Folgejahren saniert.
Dort veranstaltet er seit 2010 einmal jährlich das Liedermacher-Festival Paradiesvogelfest. Nachdem Kirner bereits 2008 von der örtlichen Naziszene tätlich angegriffen worden war, kam es im Vorfeld des Paradiesvogelfestes 2012 zu rechten Morddrohungen und einem Brandanschlag auf ein Fahrzeug.
Die Mittelbayerische Zeitung schrieb im April 2016 über Kirners Programm „Kabarett & Lieder“, dass es das Publikum begeistere, aber auch durch „scharfsinnigen Humor, […] überraschende Brüche und radikale Stimmungswechsel“ herausfordere. Der Donaukurier befand im März 2017, dass Kirners „Satire oft die zündenden Pointen [fehlten]“, wenn er auch mit „viel Herzblut und Elan […] Musik“ mache.
Valentina Finger schrieb in der Süddeutsche Zeitung über Kirners Debütroman Leichter als Luft: „Eine als rauschhaft empfundene Sprache voller Gedankenströme und Neologismen! Eine hoch intellektuell aufgeladene Chronik Berlins und seiner illustren Bewohner, die ihre Klugheit unaufdringlich unter dem schillernden Dreck der deutschen Hauptstadt verbirgt. Zu Kirners Kunst gehört es, Figuren zu schaffen, die einem nicht egal sind.“
Das Konzert zum 80. Geburtstag des Liedermachers Franz Josef Degenhardt im ausverkauften Berliner Ensemble (mit Hannes Wader, Götz Widmann, Dota Kehr und anderen) im November 2011 initiierte Florian Kirner als Prinz Chaos II. und gemeinsam mit Konstantin Wecker moderiert. Durch den Tod Degenhardts drei Wochen zuvor wurde es zu dessen Verabschiedung. Ein Mitschnitt erschien 2012 bei Universal Music.
Florian Kirner ist Gründungsmitglied des Kreisverbands Hildburghausen des NABU sowie der Theresiengesellschaft Hildburghausen. Er ist Mitglied der Interessengemeinschaft Private Burgen, Schlösser und Gutsanlagen in Thüringen e. V.
Prinz Chaos II. war mit seinem Schloss Teil der ersten beiden Staffeln von Traumhaus oder Luftschloss? Normal wohnen kann jeder auf RTL und VOX.
Mit Prinzessin & Rebell:
2020: Boomende Stadt (Sturm & Klang)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Kirner, Florian |
| ALTERNATIVNAMEN | Prinz Chaos II. (Pseudonym); Kirner, Florian Ernst (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Kabarettist und Liedermacher |
| GEBURTSDATUM | 10. Januar 1975 |
| GEBURTSORT | München |