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Flyer (auch bekannt unter dem Namen Alaska Eagle 1981–2013) ist eine 65-Fuß Hochsee-Rennyacht für weltweite Fahrt, gefertigt aus Aluminium als Einzelbau bei der niederländischen Werft Royal Huisman. Die als Ketsch geriggte Yacht wurde von dem seit den 1930er Jahren sehr erfolgreiche New Yorker Yachtdesignbüro Sparkman & Stephens (S&S) nach den Wünschen des Eigners Cornelis van Rietschoten für die Teilnahme am zweiten Whitbread Round the World Race 1977–1978 (heute: The Ocean Race) entworfen. Sie hatte die Segelnummer H 2398.
Van Rietschoten hatte sich an die amerikanischen Yacht-Konstrukteure S&S gewandt, um eine modernere Version der im ersten Whitbread Round the World Race 1973–1974 siegreichen Swan 65-Serienyacht Sayula II unter Skipper Ramon Carlin aus Mexiko zu bekommen. Die finnische Werft Nautor’s Swan hatte die von Sparkman & Stephens entworfene Sayula II gebaut. Die neue Yacht Flyer sollte ebenfalls eine 65-Fuß-Ketsch (19,80 m) werden, aber mit einer längeren Wasserlinie und mehr Segelfläche, um sie schneller zu machen. Als Ketsch hatte sie zwei Masten, einen 26 m hohen Großmast und einen 19,90 m hohen Besanmast.
Sparkman & Stephens entwarfen eine Yacht, bei der die Kombination aus Seetüchtigkeit und Geschwindigkeit höchste Priorität hatte. Sie wurde konstruiert und gebaut aus geschweißtem Aluminium in Marinequalität für höchste Festigkeit und einfache Wartung. Der Schiffsrumpf hatte eine Dicke von 6,35 mm (1/4 Zoll). Die Rumpf-Platten wurden zum Bug und Heck hin dicker auf bis 8 bis 9,5 mm, ebenso zum Flossenkiel auf bis zu 13 mm. In den Kiel kam ein Bleiballast von 11,34 Tonnen (25.000 lbs).

Flyer war so konstruiert, dass eine Schiffsbesatzung von 14 Crew-Mitgliedern komfortabel untergebracht war. Dafür gab es sechs Rohr-Kojen über der Segellast im Vorschiff, vier Kojen in zwei Doppelkabinen mittschiffs, zwei Kojen in einer Doppelkabine im Achterschiff plus einer Koje in einer Einzelkabine im Achterschiff und einer Koje am Navigationsplatz. Während eines Segelrennens bestand die Crew aus 10–11 Mann und die klappbaren Rohr-Kojen im Vorschiff wurden zum Verstauen der Regattasegel genutzt.
Die U-förmige Kombüse hatte einen Kühlschrank und einen Tiefkühler, die von einem 2-PS-Kompressor gekühlt wurde. Dieser wurde von der Hauptmaschine über einen Keilriemen und eine elektromagnetische Verbindung angetrieben. Das Essen wurde auf einem 2-flammigen Gasherd mit Backofen und Grill von Huisman zubereitet. Ergänzend dazu gab es einen kardanisch aufgehängten 1-flammigen mit Alkohol betriebenen Herd zur schnellen Zubereitung von Snacks. Die Frischwasser-Kapazität beträgt 1500 Liter (400 Gallonen) in Tanks unter dem Kajüte-Boden.
Die Aspekte Zuverlässigkeit, Komfort und Sicherheit kommen dabei nicht zu kurz. Gerard Dijkstra, Navigator an Bord der „Flyer“, sagte: „Ich habe das Gefühl, dass die Gesundheit und der Komfort der Crew während eines langen Rennens den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage ausmachen können. (…) ‚Flyer‘ ist kein extremes Boot, sondern ein guter Kompromiss an allen Punkten des Segelns.“ Das Boot bleibt im Inneren trocken und die Isolierung auf Schaumstoffbasis hilft, die Kondensation zu begrenzen. Die Kojen sind nicht nass, da sie in kleinen Kabinen geschützt sind. Eine Heizung wird zum Trocknen von Kleidung verwendet. Die Segelkleidung hat eine isolierende Schaumstoffschicht, die auch für Auftriebsfähigkeit sorgt. Was das Essen betrifft, so war ein französischer Koch an Bord, der in der Kombüse wirkte und die Mahlzeiten zu festgelegten Zeiten servierte, unabhängig von den Wetterbedingungen. Das Essen basierte auf gefrorenem Fleisch, getrockneten Produkten und Sandwichbrot, ergänzt durch die Versorgung mit frischen Produkten während der Zwischenstopps.
Flyer hat eine Antriebsmaschine von Volvo Penta mit der Typ-Bezeichnung MD32A. Es ist ein 6-Zylinder-Dieselmotor mit einer Leistung von 75 PS, der einen 50 × 35 cm großen Faltpropeller antreibt. Unter dem Kajüte-Boden sind in mehreren integrierten Aluminium-Tanks insgesamt 1136 Liter (300 Gallonen) Dieselkraftstoff gebunkert.
Flyer lief im März 1977 vom Stapel und segelte über den Atlantik. Es wurden Optimierungen vorgenommen, wie z. B. die Hinzufügung eines stärkeren Großbaums. Ein Teil der Innenausstattung wurde für die Lagerung der Segel entfernt. Die Yacht nahm dann im Sommer 1977 beim Fastnet Race teil und war bereit für den Start des „Round the World Race“ im September 1977.
