| Dokumentarfilm | |
| Titel | Forget Baghdad: Jews and Arabs – The Iraqi Connection |
|---|---|
| Produktionsland | Schweiz, Deutschland |
| Originalsprache | Englisch, Arabisch, Hebräisch |
| Erscheinungsjahre | 21. November 2002 (Schweiz), 13. März 2003 (Deutschland) |
| Länge | 111 Minuten |
| Produktionsunternehmen | Dschoint Ventschr Filmproduktion AG |
| Stab | |
| Regie | Samir |
| Drehbuch | Samir |
| Produktion | Samir, Gerd Haag, Karin Koch |
| Musik | Rabih Abou Khalil |
| Kamera | Nurit Aviv, Philippe Bellaiche |
| Schnitt | Samir, Nina Schneider |
| Besetzung | |
| Shimon Ballas, Moshe (Moussa) Houri, Sami Michael, Samir Naqqash, Ella Habiba Shohat | |
Forget Baghdad: Jews and Arabs – The Iraqi Connection ist ein Dokumentarfilm aus dem Jahr 2002 über Menschen aus der ehemaligen jüdischen Gemeinde im Irak.
Der Filmemacher Samir wurde 1955 als Sohn einer Schweizerin und eines Irakers in Bagdad geboren und lebt seit 1961 in der Schweiz. Sein Film handelt von fünf Menschen aus ehemals irakisch-jüdischen Familien, die ihr Heimatland verlassen und nach Israel bzw. in die USA auswandern mussten: Vier ältere Männer (Shimon Ballas, Moshe (Moussa) Houri, sowie die Schriftsteller Sami Michael und Samir Naqqash) lebten als Mizrachim in Israel. Die US-amerikanische Hochschuldozentin Ella Habiba Shohat, ebenfalls ein Kind irakischer Juden, lebte zum Zeitpunkt der Filmaufnahmen in den USA. Im Irak galten ihre Familien als Minderheit wegen ihrer jüdischen Religion und in Israel wurden sie wegen ihrer arabischen Herkunft als Ausländer betrachtet.
Wie Samirs Vater waren die vier Protagonisten Mitglieder der irakischen kommunistischen Partei, bevor sie wie 120.000 andere irakische Juden nach antisemitischen Vorfällen in den 1950er Jahren nach Israel auswanderten. Nachdem sie ihre komfortablen Wohnungen in Bagdad für Flüchtlingslager in Israel aufgeben mussten, wurden sie dort als schmutzige, ungebildete Araber behandelt.
Neben Interviews zeigt die Dokumentation Auszüge aus Filmarchiven, Wochenschauen, aus Büchern sowie Fotos. In einer Kritik der Washington Post wurde er aufgrund der komplexen Identität der Protagonisten als „visuelles Echo der facettenreichen Natur, sowohl Araber als auch Jude in einem jüdischen Staat zu sein“ bezeichnet.
Für die Produktion, Regie und das Drehbuch war der Schweizer Filmemacher Samir verantwortlich. Die Filmmusik stammt von Rabih Abou-Khalil, einem in München lebenden libanesischen Jazzmusiker. Der Film wurde von Samir, Gerd Haag und Karin Koch produziert; den Filmschnitt übernahmen Nina Schneider und Samir. Kamera führten Nurith Aviv und Philippe Bellaiche. Der Film ist eine Koproduktion zwischen TagTraum Köln, dem Schweizer Fernsehen DRS, Teleclub, dem WDR und der Dschoint Ventschr Filmproduktion.
Aufgrund von 13 Kritiken erzielte der Film eine Bewertung von 77 % bei Rotten Tomatoes. Bei Metacritic erhielt Forget Baghdad eine durchschnittliche Bewertung von 48 Metascores aufgrund von drei positiven und fünf durchschnittlichen Bewertungen. Kritiken erschienen in englischsprachigen Medien wie der New York Times, Village Voice, New York Post, Variety und der Washington Post. Diese nannten die Darstellung der Protagonisten einerseits faszinierend, denkwürdig und zeitgemäß, aber auch zu lang und wenig inspirierend. Der Christian Science Monitor attestierte einen kreativen visuellen Stil, der den Film so lebendig wirken lässt, wie es aufschlussreich ist, darüber nachzudenken.
In der Schweizer Presse wurde Forget Baghdad in der WOZ Wochenzeitung besprochen. Diese bescheinigte dem Film von „heterogenen Identitäten, und zwar von jüdischen Araberinnen und arabischen Juden“ zu berichten. Die positive Kritik der Filmzeitschrift Cinema bezeichnete den Film als „historische[n] Essay von politischer Aktualität.“ Weiterhin berichteten Gunnar Decker im Neuen Deutschland und Hannes Stein in der Welt über die Sicht des Films bezüglich der Freiheit irakischer Juden in Israel.
Forget Baghdad wurde 2019 bei den 53. Internationalen Hofer Filmtagen gezeigt und 2021 präsentierte das Arabische Filmfestival Tübingen/Stuttgart die Dokumentation als Teil einer Serie zu jüdischem Leben in der arabisch-islamischen Welt.