Die Oberförsterei Alytus (lit. Alytaus miškų urėdija) war eine Oberförsterei in der litauischen Rajongemeinde Alytus. Das Waldareal umfasste 32 100 ha; davon machten die staatlichen Wälder 16 661 Hektar aus, andere Areale waren im Privatbesitz.
Im Territorium des Forstamtes befanden sich der Nationalpark Dzūkija, der Regionalpark Meteliai, im Westen ein Biosphärenreservat (Žuvintas), im Norden der Memelschleifenregionalpark und im Osten der Regionalpark Aukštadvaris. Im Pinienwald Punia standen die höchsten Kiefern Litauens. Das Alter einiger Eichen betrug etwas mehr als 400 Jahre. Unter der Leitung des Oberförsters von Alytus, Vytautas Zelenius, arbeiteten 56 Mitarbeiter in fünf Förstereien. Zur Tierwelt in den Wäldern gehörten 42 Damhirsche (darunter 11 Männchen), 107 Rothirsche (darunter 20 Männchen), 31 Rehe (davon 9 Männchen) und 73 Wildschweine.
1919 wurde die Oberförsterei Alytus mit vier Förstereien (Nemunaitis, Alytus, Seirijai, Kalniškiai) mit 15.131 ha Waldfläche gegründet. Von 1926 bis 1927 organisierte man Kurse für Förster. 1927 wurden die höhere Forstschule Alytus auf Initiative des Professors Antanas Rukuiža, die Bildungsoberförsterei Alytus und die Forstbaumschule gegründet. 1934 wurde die Forstschule vom Bildungsforstbetrieb getrennt. 1945 wurden die Oberförstereien Alytus, Dzūkai, teilweise Varėna (Daugai) integriert und der Forstindustriebetrieb Alytus (Alytaus miško pramonės ūkis) unter der Leitung von B. Misiūnas und H. Petrauskas gegründet. Der Betrieb unterstand dem Forstindustrie-Třešť in Kaunas. 1947 wurde der Forstwirtschaftsbetrieb Alytus (Alytaus miškų ūkis) mit 57.000 ha Waldfläche gegründet. 1959 gab es 12 Förstereien. Seit 1979 gibt es das Waldmuseum Punia. 1991 wurde der Forstwirtschaftsbetrieb zur Oberförsterei. Das Staatsunternehmen wurde 2018 als juristische Person nach der Waldreform aufgelöst.