Fort Tancremont

Eingang zum Fort Tancremont

Das Fort Tancremont, französisch Fort de Tancrémont, war das kleinste der Forts des erweiterten Festungsringes Lüttich. Es ist etwa 3 Kilometer (1,9 Meilen) südlich von Pepinster gelegen.

Geschichte

Das Fort wurde in den 1930er Jahren als Teil der Festungsanlage von Lüttich errichtet und ergänzte mit drei anderen Forts die zwölf ursprünglichen Forts, die in den 1880er Jahren zur Verteidigung von Lüttich gebaut worden waren. Die Anlage hat den Grundriss eines unregelmäßigen Vierecks und wurde gleichzeitig mit dem belgischen Fort Eben-Emael erbaut.

Im Zweiten Weltkrieg fanden zum Zeitpunkt des deutschen Einmarsches in Belgien an der Festung Bauarbeiten statt. Das Hauptfort war durch Aushubarbeiten der Arbeiter zugänglich, was die Sicherheit und den Schutz beeinträchtigte. Am 12. Mai 1940 griffen die Deutschen an, nachdem sie bereits am Vortag Eben-Emael eingenommen hatten. Der deutsche Befehlshaber, General Fedor von Bock, forderte am 20. und 21. Mai die Kapitulation von Battice und Tancrémont, nachdem die deutsche Einnahme von Aubin-Neufchâteau auf beiden Seiten erhebliche Verluste verursacht hatte. Battice kam dieser Forderung am 22. Mai nach, Tancrémont lehnte jedoch ab. Die Deutschen umgingen daher Tancrémont. Das Fort konnte sich daher bis zum 29. Mai 1940 gegen den deutschen Aggressor halten.

Das Fort befindet sich heute an der Straße von Banneux nach Verviers und ist wie das dazugehörende Museum zu besichtigen.

Literatur

Commons: Fort de Tancrémont – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Kauffmann, S. 116–117

Koordinaten: 50° 33′ 11″ N, 5° 47′ 28″ O