Françoise Gatel

Françoise Gatel im Jahr 2025
Françoise Gatel im Jahr 2025

Françoise Gatel (* 14. März 1953 in Rochefort-en-Terre, Département Morbihan als Françoise Grandchamp) ist eine französische Politikerin (UDI). Von 2014 bis 2024 war sie Senatorin für das Département Ille-et-Vilaine.

Vom 21. September 2024 bis zum 5. Oktober 2025 war Françoise Gatel delegierte Ministerin für den ländlichen Raum, zunächst im Kabinett Barnier, dann in der Regierung Bayrou. Am 2. Oktober 2025 wurde sie als Ministerin für Raumplanung und Denzentralisierung in das Kabinett Lecornu II berufen.

Beruf

Gatel besitzt eine Licence in Englisch sowie ein DESS in Betriebswirtschaften und Management. 1976 trat sie dem französischen Pendant der Industrie- und Handelskammer bei und verbrachte als Missionsmanagerin dort ihre gesamte berufliche Karriere.

Politik

Bürgermeisterin von Châteaugiron

Françoise Gatel wurde bei den Kommunalwahlen in Frankreich 2001 zur Bürgermeisterin von Châteaugiron gewählt. 2008 und 2014 wurde sie jeweils wiedergewählt. Zeitgleich war sie Präsidentin des Gemeindeverbands Pays de Châteaugiron.

Von ihren Kollegen zur Präsidentin der „Association des maires d’Ille-et-Vilaine“ (AMF 35) gewählt, wurde sie nach den Kommunalwahlen 2014 wiederernannt. Im selben Jahr wurde sie ebenfalls Präsidentin der Gesellschaft der „Petites Cités de caractère de France“, welche zum Ziel hat, das Erbe als Hebel für die Gebietsentwicklung zu bewahren. Bereits ab 2008 war Gatel Vize-Präsidentin des Regionalverbunds „Petites Cités de caractère de Bretagne“.

Am 27. November 2014 wurde Gatel auf dem 97. Kongress der Bürgermeister und Präsidenten kommunaler Vereinigungen Vize-Präsidentin der „Association des maires de France“ (AMF).

Als Folge der Fusion der Gemeinden Châteaugiron, Ossé und Saint-Aubin-du-Pavail stellte sich Françoise Gatel erneut zur Wahl und wurde am 10. Januar 2017 zur Bürgermeisterin der neuen Gemeinde Châteaugiron gewählt. Um die Gesetzgebung zu Doppelmandaten zu respektieren, trat Gatel im darauffolgenden September von ihrem Bürgermeisteramt, der Präsidentschaft des Verbands der Gemeinden der Pays de Châteaugiron sowie aller Mandate bei der AMF zurück.

Senatorin von Ille-et-Vilaine

Bei den Senatswahlen 2014 in Ille-et-Vilaine kandidierte Gatel erfolgreich auf Listenplatz 2 der Gemeinschaftsliste von UMP und UDI und wurde am 28. September 2014 in den Senat gewählt. Dort war sie Mitglied des Ausschusses für soziale Angelegenheiten sowie ferner der Senatsdelegation bei den lokalen Behörden und für Dezentralisierung.

Sie unterstütze Alain Juppé bei den Vorwahlen zur Präsidentschaftswahl bei Les Républicains 2016.

Im Oktober 2017 wurde Gatel zur Senatssekretärin gewählt und trat dem Rechtsausschuss bei.

2018 stellte sie ein Gesetz zur Abstimmung, durch welches die Kontrolle von freien Privatschulen verschärft werden sollte. Die Gesetzesinitiative war in den Plan „Prévenir pour protéger“ (z. Dt.: Vorbeugen um zu schützen) gegen die Radikalisierung.

2019 wurde Gatel zur Präsidentin des Départmentverbands der UDI von Ille-et-Vilaine gewählt. Gleichzeitig war sie Vize-Präsidentin der UDI und auf nationaler Ebene Sekretärin mit Zuständigkeit für lokale Behörden. Zudem stellte sie ein Gesetz, das sogenannte „Gatel-Gesetz“, im Senat zur Abstimmung, durch welches die Organisation der Communes nouvelles an die Vielfalt der Gebiete angepasst werden sollte.

Gatel kandidierte erneut bei den Senatswahlen 2020 in Ille-et-Vilaine. Die Liste, die Gatel anführte, gewann mit 42,3 % der Stimmen eine relative Mehrheit und erhielt zwei der vier Sitze des Départements im Senat. Hierdurch wurde Gatel wiedergewählt. Neben ihr wurde Dominique de Legge in den Senat gewählt. In der Folge wurde sie zur Präsidentin der Senatsdelegation bei den lokalen Behörden und zur Dezentralisierung gewählt.

Ministerin

Am 12. September 2024 wurde Gatel als delegierte Ministerin für den ländlichen Raum, Handel und Handwerk in das Kabinett Barnier berufen. Sie behielt ihr Amt als delegierte Ministerin für den ländlichen Raum auch im darauffolgenden Kabinett Bayrou ab dem 13. Dezember 2024, verlor jedoch die Zuständigkeiten für Handel und Handwerk.

Mit Beginn des Kabinetts Lecornu I am 5. Oktober 2025 endete Gatels Amtszeit als delegierte Ministerin für den ländlichen Raum. Im Kabinett Lecornu II bekleidet sie das Amt der Ministerin für Raumordnung und Dezentralisierung.

Trivia

Am 31. Dezember 2008 wurde Françoise Gatel in den Ritterrang der Ehrenlegion als Bürgermeisterin von Châteaugiron (Ille-et-Vilaine) und für 33 Jahre beruflicher Aktivitäten und politischer Mandate („maire de Châteaugiron (Ille-et-Vilaine) ; 33 ans d’activités professionnelles et de fonctions électives“) aufgenommen.

Commons: Françoise Gatel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Fiche de Françoise Gatel. In: bretagne.fr. Archiviert vom Original am 4. Dezember 2014; abgerufen am 29. September 2014 (französisch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  2. ↑ Généalogie de Françoise GATEL. In: genestar.org. Abgerufen am 3. Juli 2026 (französisch).
  3. ↑ Françoise Gatel réélue maire à Châteaugiron. In: ouest-france.fr. 29. März 2014, abgerufen am 21. Januar 2020 (französisch).
  4. ↑ Association des maires 35 : Françoise Gatel (UDI) réélue présidente. In: redon.maville.com. 4. Juli 2014, abgerufen am 21. Januar 2020 (französisch).
  5. ↑ Petites cités de caractère de Bretagne. Y. Le Mouër, président. In: letelegramme.fr. 13. Juni 2008, archiviert vom Original am 3. Juni 2020; abgerufen am 3. Juni 2020 (französisch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  6. ↑ Les nouvelles instances dirigeantes de l'AMF. (PDF) In: victoires-editions.fr. 27. November 2014, archiviert vom Original am 3. März 2016; abgerufen am 2. Dezember 2014 (französisch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  7. ↑ Benjamin Chenevière: Françoise Gatel élue maire de la commune nouvelle de Châteaugiron. In: actu.fr. 10. Januar 2017, abgerufen am 3. Juni 2020 (französisch).
  8. ↑ Châteaugiron. Françoise Gatel quitte son poste de maire. In: ouest-france.fr. 13. September 2017, abgerufen am 21. Januar 2020 (französisch).
  9. ↑ Fiche de Françoise Gatel. In: senat.fr. Abgerufen am 3. Juli 2026 (französisch).
  10. ↑ Primaire à droite : ces parlementaires qui ont parrainé les candidats. In: lcp.fr. 13. September 2016, archiviert vom Original am 29. November 1998; abgerufen am 3. Juni 2020 (französisch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  11. ↑ Composition du nouveau bureau du Sénat après les sénatoriales. In: publicsenat.fr. 4. Oktober 2017, abgerufen am 21. Januar 2020 (französisch).
  12. ↑ Fiche de Françoise Gatel. In: senat.fr. Abgerufen am 3. Juli 2026 (französisch).
  13. ↑ Jade Toussay: Les écoles privées hors contrat dans le viseur du gouvernement (et pas uniquement sur la radicalisation). In: huffingtonpost.fr. 23. Februar 2018, abgerufen am 2. Oktober 2020 (französisch).
  14. ↑ La direction nationale. In: parti-udi.fr. 3. April 2018, archiviert vom Original am 6. April 2017; abgerufen am 4. April 2018 (französisch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  15. ↑ Municipales 2020. La loi Gatel, l'amie des communes nouvelles. In: ouest-france.fr. 15. Dezember 2019, abgerufen am 3. Juni 2020 (französisch).
  16. ↑ Françoise Gatel et Dominique de Legge à nouveau candidats pour les sénatoriales. In: ouest-france.fr. 7. Juli 2020, abgerufen am 29. Juli 2020 (französisch).
  17. ↑ Ille-et-Vilaine : Françoise Gatel et Dominique de Legge sont candidats aux sénatoriales. In: actu.fr. 8. Juli 2020, abgerufen am 29. Juli 2020 (französisch).
  18. ↑ Ille-et-Vilaine | Sénatoriales 2020. In: senatoriales2020.senat.fr. Abgerufen am 29. September 2020 (französisch).
  19. ↑ Ille-et-Vilaine. Qui sont les quatre sénateurs élus ? In: ouest-france.fr. 27. September 2020, abgerufen am 1. Juli 2026 (französisch).
  20. ↑ Sénat : les noms des nouveaux présidents des délégations. In: publicsenat.fr. Oktober 2020, abgerufen am 3. November 2020 (französisch).
  21. ↑ Martin Duffaut: La sénatrice bretonne Françoise Gatel nommée ministre de la ruralité, du commerce et de l'artisanat. In: francebleu.fr. 24. September 2024, abgerufen am 1. Juli 2026 (französisch).
  22. ↑ Loïck Guellec: Nouveau gouvernement : Françoise Gatel reste à la ruralité, mais perd le commerce et l'artisanat. In: francebleu.fr. Dezember 2024, abgerufen am 23. Dezember 2024 (französisch).
  23. ↑ Françoise Gatel | Ministères Transition écologique, Aménagement du Territoire, Transports, Ville et Logement. In: ecologie.gouv.fr. 26. Mai 2026, abgerufen am 3. Juli 2026 (französisch).
  24. ↑ Décret du 31 décembre 2008 portant promotion et nomination. In: legifrance.gouv.fr. République française, 1. Januar 2009, abgerufen am 3. Juli 2026 (französisch).
Personendaten
NAME Gatel, Françoise
ALTERNATIVNAMEN Grandchamp, Françoise (Geburtsname)
KURZBESCHREIBUNG französische Politikerin (UDI)
GEBURTSDATUM 14. März 1953
GEBURTSORT Rochefort-en-Terre, Département Morbihan