
Francesca Manieri (geboren 1979 in Palestrina) ist eine italienische Drehbuchautorin, die auch als Regisseurin gearbeitet hat. Ein bekanntes Werk ist Supersex, eine Netflix-Serie, die dem Leben von Rocco Siffredi gewidmet ist.
Francesca Manieri hat einen Abschluss in Philosophie, ein Diplom in Drehbuchschreiben am Centro Sperimentale di Cinematografia und arbeitete in lesbisch-feministischen Kollektiven. Nach ersten Arbeiten am Theater, mit Kurzfilmen und Dokumentarprojekten arbeitete sie zunächst im eher klassischen Autorenkino und schrieb an Filmen wie Il rosso e il blu und La foresta di ghiaccio mit. Manieris frühe Arbeiten umfassen Kurzfilme wie Solo per oggi aus 2005 und Oliver trans von 2006, die erste Erfahrungen mit emanzipatorischer Drehbucharbeit vermittelten. Der Dokumentarfilm Zanzibar, una storia d’amore der 2009 gemeinsam mit Monica Pietrangeli entstand, rekonstruiert mithilfe von Interviews und Archivmaterial die Geschichte der gleichnamigen ersten Frauenbar in Rom, der 1978 als feministischer und lesbischer Treffpunkt eröffnet wurde. Der Film beleuchtet soziale Kämpfe um Emanzipation und queere Räume in Italien.
Den internationalen Durchbruch brachte die Zusammenarbeit mit Regisseurin Laura Bispuri: Mit Vergine giurata und später Figlia mia positionierte sie sich im Bereich des Festivalfilms, der sich mit Gender, Familie und Identität auseinandersetzt. Parallel dazu begann sie Genrefilme zu schreiben, etwa das Rennsportdrama Veloce come il vento und die Krimikomödien der Smetto quando voglio-Reihe. Im Gespräch mit Cinecittà News betont sie, dass sie den zweiten und dritten Teil von Smetto quando voglio als Chance verstand, komplexe Figuren und gesellschaftliche Themen wie Prekarität, akademische Welt, illegale Arbeit in einer scheinbar „leichten“ Komödienform weiterzuerzählen. Ab Ende der 2010er Jahre verschob sich ihr Schwerpunkt zunehmend in Richtung großer, historischer und gesellschaftlicher Stoffe: In Il primo re arbeitete sie an einer archaischen Neudeutung des Gründungsmythos von Rom, in L’incredibile storia dell’Isola delle Rose an einer Mischung aus politischer Utopie, Komödie und Zeitgeschichte. Ab Ende der 2010er Jahre verschob sich ihr Schwerpunkt zunehmend in Richtung großer, historischer und gesellschaftlicher Stoffe: In Il primo re arbeitete sie an einer archaischen Neudeutung des Gründungsmythos von Rom, in L’incredibile storia dell’Isola delle Rose an einer Mischung aus politischer Utopie, Komödie und Zeitgeschichte. Mit L’immensità verband sie eine intime Familiengeschichte mit Themen wie Geschlechtsidentität und Migration im Italien der 1970er Jahre. Parallel zum Kino baute Manieri ihre Serienarbeit aus: Sie war an Il miracolo beteiligt, arbeitete im Writers’ Room von We Are Who We Are und war Co-Creatorin der Netflix-Serie Luna Nera, in der feministische Fragen und Hexenverfolgung im 17. Jahrhundert verhandelt werden. Mit Supersex übernahm sie schließlich die Rolle einer Showrunnerin, die Biografie-Material fiktional weiterdenkt und für ein internationales Streaming-Publikum formt. Im Interview in Francesca Manieri: così scrivo il sequel di «Smetto quando voglio», Cinecittà News vom 22. April 2016 zeichnet sie das Bild eines Werdegangs, der weniger linear als vielmehr kurvig verläuft: vom Kurzfilm zum Arthouse-Festival, vom Genre-Sequel zu komplexen historischen Stoffen, vom Einzelbuch zur Teamarbeit im Writers’ Room. Dabei betont sie immer wieder, dass sie Figurenpsychologie, soziale Realität und Genrevergnügen zusammenbringen will.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Manieri, Francesca |
| KURZBESCHREIBUNG | italienische Drehbuchautorin und Regisseurin |
| GEBURTSDATUM | 1979 |
| GEBURTSORT | Palestrina |