
Francesco Queirolo (* 1704 in Genua; † 1762 in Neapel) war ein italienischer Bildhauer des Rokoko und Spätbarock, der vor allem für seine technische Virtuosität bei der Bearbeitung von Marmor bekannt ist.
Queirolo ließ sich zunächst in seiner Heimatstadt Genua bei Bernardo Schiaffino ausbilden, bevor er in den 1720er Jahren nach Rom zog, um unter Giuseppe Rusconi zu lernen. In Rom schuf er mehrere Statuen, darunter überlebensgroße Travertin-Skulpturen für die Fassade von San Giovanni dei Fiorentini und die Basilika Santa Maria Maggiore sowie Arbeiten an der Fontana di Trevi.
1752 folgte er dem Ruf des Fürsten Raimondo di Sangro nach Neapel, um an der künstlerischen Ausstattung der Cappella Sansevero mitzuwirken.
Sein dortiges Meisterwerk ist die Skulptur Disinganno (Die Enttäuschung oder Die Befreiung vom Irrtum), fertiggestellt im Jahr 1754. Es zeigt einen Mann, der sich mithilfe eines Engels aus einem komplexen Fischnetz befreit. Die Statue gilt als eine der technisch anspruchsvollsten Marmorarbeiten der Kunstgeschichte, da das filigrane Netz vollständig und ohne Gehilfen aus demselben einzelnen Marmorblock wie die Figuren gemeißelt wurde. Zeitgenössische Bildhauer weigerten sich angeblich, das Netz anzufassen, da es zersplittern könnte.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Queirolo, Francesco |
| KURZBESCHREIBUNG | italienischer Bildhauer |
| GEBURTSDATUM | 1704 |
| GEBURTSORT | Genua |
| STERBEDATUM | 1762 |
| STERBEORT | Neapel |