
Francesco Francia (* 1447 in Bologna; † 5. Januar 1517 in Bologna; eigentlich Francesco Raibolini) war ein in Bologna tätiger Maler, Goldschmied, Medailleur und Bildhauer.
Francesco Francia wird von Giorgi Vasari im zweiten Teil seiner berühmten Künstlerbiographien Le vite dei più eccellenti architetti, pittori et scultori italiani behandelt. Nach Vasaris Darstellung absolvierte er, bevor er sich 1485 der Malerei zuwandte, eine Ausbildung als Goldschmied. 1483 wurde er Obmann der Goldschmiedsgilde, ein Amt, das er wiederholt (1489, 1506–1508 und 1512) bekleidete. Von den Bologneser Stadtherren, den Bentivoglio, zum Münzmeister bestellt und nach deren Vertreibung 1506 von Papst Julius II. als solcher bestätigt, gewann Francia einen bedeutenden Ruf als Medailleur, Stempelschneider und Niello.
Bekannt ist Francia allerdings vor allem als erfolgreicher Maler. Mit Raffael stand er in einem freundschaftlichen Verhältnis; aus dem Jahr 1508 sind Briefe zwischen den beiden Künstlern überliefert. Von Vasari wird die Anekdote überliefert, Francia wäre beim Anblick Raffaels „Die Verzückung der Heiligen Cäcilia“ (Pinacoteca Nazionale di Bologna) gestorben.
Berühmt ist sein (als verschollen geltendes) Porträt von Isabella d’Este 1511, das allerdings ohne Modellsitzungen entstand. Francia malte die Markgräfin anhand einer nicht von ihm selbst angefertigten Zeichnung, möglicherweise von Leonardo da Vinci und mündlicher Beschreibungen ihrer Halbschwester. Isabella lobte ihn in einem Brief, er habe sie "mit seiner Kunst schöner gemacht als sie die Natur geschaffen habe („cum l’arte vostra facta assai più bella che non ni [sic] ha facto natura“; Brief von Isabella d’Este an Francesco Francia, 25. November 1511; Archivio di Stato di Mantova –Archivo Gonzaga, busta 2996, libro 29, c. 72r). Das Porträt gefiel Isabella so gut, dass sie es noch 1534 mit über 60 Jahren Tizian als Vorlage für ein verjüngendes Porträt (wiederum ohne Modellsitzung) empfahl. Das nur in einer späteren Kopie überlieferte Bild Tizians (die so genannte „Schwarze Isabella“) wird im Kunsthistorischen Museum in Wien aufbewahrt; von der Forschung wurde noch ein zweites Gemälde („La Bella“) in der Galleria Palatina in Florenz mit Francis Vorbild in Zusammenhang gebracht.
Viele Gemälde Francias befinden sich noch in Bologna, so eine Madonna von 1490 in der Kirche S. Maria della Misericordia, eine Madonna von 1499 in der Cappella Bentivoglio in der Kirche San Jacopo Maggiore. In dem an die Kirche grenzenden Oratorium der Hl. Cäcilia haben sich Fresken mit der Geschichte der Hl. Cäcilia erhalten. Die Pinacoteca Nazionale di Bologna bewahrt eine Darstellung des toten Christus und eine Madonna auf; die Alte Pinakothek in München besitzt eine „Madonna im Rosenhag“, Dresden eine Anbetung der heiligen drei Könige sowie die Taufe Christi, die Berliner Gemäldegalerie ebenfalls eine Madonna und eine heilige Familie, die Londoner National Gallery eine Madonna, der Louvre in Paris einen Christus am Kreuz mit Hiob, die Galleria nazionale di Parma eine Kreuzabnahme. Francias Söhne Giacomo (geboren vor 1487, gest. 1557) und der jüngere, Giulio (geb. 1487, gestorben nach 1543), arbeiteten im Stil des Vaters. In den letzten Lebensjahren ihres Vaters arbeiteten sie an seinen Werken mit.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Francia, Francesco |
| ALTERNATIVNAMEN | Raibolini, Francesco (wirklicher Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | italienischer Renaissance-Maler, Goldschmied und Bildhauer |
| GEBURTSDATUM | 1447 |
| GEBURTSORT | Bologna |
| STERBEDATUM | 5. Januar 1517 |
| STERBEORT | Bologna |