Flagge | Wappen |
| Staat | |
| Provinz | |
| Gemeinde | |
| Fläche – Land – Wasser |
18,17 km² 17,42 km² 0,75 km² |
| Einwohner | 13.050 (1. Jan. 2024) |
| Koordinaten | 53° 11′ N, 5° 33′ O |
| Bedeutender Verkehrsweg | |
| Vorwahl | 0517 |
| Postleitzahlen | 8801–8802 |
| Website | Homepage von Franeker |
Franeker (westfriesisch Frjentsjer, deutsch veraltet Fronacker) ist eine Stadt in der niederländischen Provinz Friesland. Als Hauptort der Gemeinde Waadhoeke zählt sie 13.050 Einwohner (Stand: 1. Januar 2024) (Einwohnerzahl 2014: 12.781).
Die Stadt liegt sowohl am Van Harinxmakanal zwischen Harlingen im Westen und Leeuwarden im Osten als auch an der Eisenbahnstrecke zwischen den beiden friesischen Städten.
Franeker ist in Friesland wegen seiner psychiatrischen Klinik bekannt. In der Stadt gibt es eine Schiffswerft, eine Fabrik für Büromöbel und einige kleinere Industrieunternehmen.

Die im 11. Jahrhundert entstandene Stadt mit ihrem System von Grachten war im Mittelalter weitgehend selbstständig. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts geriet Friesland jedoch zunehmend unter den Einfluss auswärtiger Landesherren. 1498 belehnte der römisch-deutsche König Maximilian I. Herzog Albrecht den Beherzten von Sachsen mit dem erblichen Gubernatoramt über die friesischen Lande.
Albrecht setzte 1499 seinen Sohn Heinrich den Frommen als Gubernator ein, der Franeker zu seiner Residenz machte. Hohe Abgaben und Eingriffe in die traditionellen friesischen Rechte führten jedoch zu Widerstand. Friesen belagerten Franeker, worauf Albrecht mit einem Heer eingriff und die Stadt entsetzte.
Nach Albrechts Tod 1500 gingen die sächsischen Ansprüche auf Friesland auf seine Söhne Heinrich und Georg über. Heinrich konnte sich politisch nicht durchsetzen und verzichtete 1505 auf seine Ansprüche, sodass Georg der Bärtige die Führung übernahm. Die sächsische Herrschaft unter Fritz von Grumbach blieb jedoch umstritten und endete wenige Jahre später mit dem Übergang Frieslands an die Habsburger.
Zu Beginn des 16. Jahrhunderts kamen Sturmfluten über das Land und zerstörten die Felder, was Armut und Hungersnöte auslöste. Ab 1520 schlossen sich etliche Personen der Reformation und den verfolgten Täufern an. Nach 1535 besetzten 300 Täufer das nahegelegene Kloster Bloemkamp, das nachher durch die Truppen des Statthalters erstürmt wurde. Der Aufstand der Protestanten gegen die habsburgische Herrschaft 1566 verlief dagegen weitgehend friedlich. Nach dem Unabhängigkeitskrieg von 1579 bildete Friesland ab 1581 mit sechs anderen Provinzen die Republik der Vereinigten Niederlande, in der die reformierte Konfession dominierend war. Das katholische Kloster wurde 1585 zur Universität umfunktioniert, die bis 1811 bestand. Sie wurde im 17. Jahrhundert zu einem Zentrum reformierter Theologie, das vor allem deutsche und ungarische Studenten anzog. Zwischen 1591 und 1594 wurde das Rathaus im Renaissancestil errichtet, 1760 erhielt das Gebäude einen westlichen Anbau.
Während des Zweiten Weltkrieges waren in Franeker einige deutsche Marineeinheiten stationiert.
Bis 1983 war Franeker eine selbständige Gemeinde. Am 1. Januar 1984 wurde sie mit der sie fast vollständig umgebenden Gemeinde Franekeradeel vereinigt und wurde deren Verwaltungssitz. Am 1. Januar 2018 wurde Franekeradeel Teil der neugebildeten Gemeinde Waadhoeke.
2017 wurde Franeker der Ehrentitel „Reformationsstadt Europas“ durch die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa verliehen.
Blickfänge des historischen Stadtkerns sind die Martinikirche (1420–1425) und das Rathaus (1591–1594) im Renaissancestil. Das Königliche Eise-Eisinga-Planetarium (1774–1781) gilt als ältestes Planetarium der Welt. Zahlreiche weitere gut erhaltene und renovierte Gebäude und Grachten sowie zwei Museen (das Martena und das Kaatsmuseum) bestimmen ebenfalls das Stadtbild.
Eine detailgetreue Kopie des Rathauses wurde 1893 anlässlich der World’s Columbian Exposition in Chicago angefertigt und steht nun als The Dutch House in Brookline, Massachusetts.