Fransenenziane

Fransenenziane

Gewöhnlicher Fransenenzian (Gentianopsis ciliata)

Systematik
Euasteriden I
Ordnung: Enzianartige (Gentianales)
Familie: Enziangewächse (Gentianaceae)
Tribus: Gentianeae
Untertribus: Swertiinae
Gattung: Fransenenziane
Wissenschaftlicher Name
Gentianopsis
Ma

Die Fransenenziane (Gentianopsis) bilden eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Enziangewächse (Gentianaceae). Die etwa 15 Arten sind auf der Nordhalbkugel weitverbreitet.

Beschreibung

Illustration aus Sturm des Gewöhnlichen Fransenenzian (Gentianopsis ciliata)
Blick ins Innere einer Blüte von Gentianopsis virgata
Blüten von Gentianopsis crinita
Blüten von Gentianopsis detonsa im Habitat
Blüten von Gentianopsis holopetala
Vierzählige Blüte von Gentianopsis thermalis
Vierzählige Blüte von Gentianopsis yabei

Vegetative Merkmale

Gentianopsis-Arten sind ein-, zweijährige bis ausdauernde krautige Pflanzen. Die meist Pflanzenteile sind kahl.

Die einfachen Laubblätter sind kreuzgegenständig angeordnet. Meist ist eine grundständige Blattrosette, deren Laubblätter aber bis zur Anthese verwelken, vorhanden.

Generative Merkmale

Die Blütenstandsschäfte sind meist kürzer als die Stängel und sie sind manchmal papillös-beschuppt. Meist stehen die Blüten endständig einzeln oder selten zu zweit an einem Pflanzenexemplar oder endständig an den Verzweigungen der Stängel.

Die zwittrigen Blüten sind vierzählig mit doppelter Blütenhülle. Die Kelchblätter sind verwachsen. Bei den meisten Arten sind die zwei äußeren Kelchlappen lanzettlich und länger sowie schmaler, spitzer oder zugespitzter als die beiden inneren. Die blauen oder bei den meisten Arten manchmal rosafarben-violetter oder weißen selten hell-gelben Kronblätter sind je nach Art auf mindestens der Hälfte ihrer Länge weit-röhrig oder röhrig-glockenförmig verwachsen. Ihre Innenseite ist Nahe dem Bereich an dem die Staubblätter inseriert sind kahl oder mit winzigen Trichomen behaart. Die Kronlappen sind während der Anthese ausgebreitet und oft am Ende der Anthese zurückgekrümmt. Die Ränder der Kronlappen sind meist deutlich gezähnt oder gefranst, selten sind sie glatt oder fast glatt. Es sind keine Faltenlappen (Plicae) zwischen den Kronzipfeln vorhanden. Unter jedem Kronlappen befindet sich an der Kronröhre ein Nektarium. Es ist nur ein Kreis mit vier Staubblätter vorhanden, sie sind an der oberen Hälfte der Kronröhre inseriert und ragen nicht aus der Kronröhre heraus. Die Staubbeutel sind deutlich ausgebildet. Der Fruchtknoten kaum bis deutlich gestielt. Der haltbare, aufrechte Griffel ist kaum erkennbar und nur kurz, selten ist er gut ausgebildet und schlank. Die Narbe ist zweilappig.

Die zweifächerigen Kapselfrüchte sind abgeflacht-einförmig und enthalten viele Samen.

Die Chromosomengrundzahl ist x = selten 11 oder meist 13.

Systematik und Verbreitung

Die Gattung Gentianopsis wurde 1951 durch Yu Chuan Ma in Acta Phytotaxonomica Sinica, Volume 1, Issue 1, Seite 7–19, Tafel 1–4, 5 aufgestellt. Synonyme für Gentianopsis Ma sind: Crossopetalum Roth, Gentiana sect. Crossopetalae Froel. ex Griseb., Gentiana subgen. Eublephis Raf. Vor 1951 wurden diese Arten in die Gattung der Enziane (Gentiana) eingeordnet.

Die Gattung Gentianopsis gehört zur Untertribus Swertiinae aus der Tribus Gentianeae innerhalb der Familie Gentianaceae.

Die Gattung Gentianopsis umfasst je nach Autor 15 bis 24 Arten:

Quellen

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America, North of Mexico, Volume 14: Magnoliophyta: Gentianaceae to Hydroleaceae, Oxford University Press, New York, 2023, ISBN 978-0-19-769146-5. Gentianopsis Ma., S. 62–72 – textgleich online wie gedrucktes Werk.
  2. 1 2 3 4 5 6 7 Gentianopsis im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.
  3. 1 2 3 4 5 Ting-nung Ho, James S. Pringle: Gentianaceae. In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China, Volume 16 – Gentianaceae through Boraginaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 1995, ISBN 0-915279-33-9. Gentianopsis, S. 130 – textgleich online wie gedrucktes Werk.
  4. ↑ Manfred A. Fischer, Wolfgang Adler, Karl Oswald: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 2., verbesserte und erweiterte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2005, ISBN 3-85474-140-5.
  5. ↑ Daniil Olennikov, Nina Kashchenko: Gentianopsis metabolites and bioactivity: HPLC-PDA-ESI-tQ-MS/MS profiles, HPLC-UV quantification of Gentianopsis komarovii and Gentianopsis stricta, and choleretic potential. In: Natural Product Research, Volume 38, Januar 2024, S. 158–163. doi:10.1080/14786419.2022.2107640
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