Franz Essl

Franz Essl bei dem ÖAW-Biodiversitätssymposium 2026

Franz Essl (* 14. Jänner 1973 in Linz) ist ein österreichischer Ökologe. Er lehrt am Department für Botanik und Biodiversitätsforschung der Universität Wien. Vom Klub der Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten wurde er zum österreichischen Wissenschafter des Jahres 2022 gewählt.

Leben

Franz Essl wuchs auf einem Bauernhof im Kronstorfer Ortsteil Stallbach auf und schloss sich der botanischen Arbeitsgemeinschaft in Linz an. Nach der Matura in Oberösterreich begann er 1991 ein Biologiestudium an der Universität Wien, das er 1997 abschloss. In seiner Diplomarbeit bei Georg Grabherr beschäftigte er sich mit der Vegetation und Landschaftsgeschichte des Jaidhaustales in Oberösterreich. 2002 promovierte er zum Doktor mit einer Dissertation über Neobiota in Österreich, ebenfalls bei Georg Grabherr.

Von 1999 bis 2003 war er beim Umweltdachverband und anschließend beim Umweltbundesamt als Projektmanager und Forscher beschäftigt. 2009 war er an der University of Lincoln in Neuseeland und 2013 am Centre of Invasion Biology in Stellenbosch in Südafrika tätig. Am Department für Botanik und Biodiversitätsforschung der Universität Wien wurde er Assoziierter Professor. 2019 war er gemeinsam mit Alice Vadrot (Universität Wien), Christian Sturmbauer (Universität Graz) und der Universität für Weiterbildung Krems an der Gründung des Österreichischen Biodiversitätsrates beteiligt, in dessen Leitungsteam er seither vertreten ist.

Im Jänner 2023 wurde er vom Klub der Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten zum österreichischen Wissenschafter des Jahres 2022 gewählt. Ebenfalls 2023 wurde er in der Liste der Highly Cited Researchers im Bereich Cross-Field aufgeführt. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen die weltweite Ausbreitung gebietsfremder Arten und der Verlust der Artenvielfalt sowie die Folgen der Biodiversitätskrise. Er hat über 410 wissenschaftliche Fachpublikationen sowie mehr als 20 Fachbücher und Monographien veröffentlicht.

Essl ist einer der Experten des 2024 gegründeten Denkergremiums Mehr Grips und Mitglied des Boards der Initiative ReSurveyEurope des European Vegetation Archives (EVA), einer Datenbank mit über 283.000 Beobachtungen aus verschiedenen Pflanzenlebensräumen. Seit 2012 war Franz Essl Vizepräsident der Neobiota Organisation und seit 2024 ist er Präsident von Neobiota. Ebenfalls seit 2024 leitet er den Wissenschaftlichen Beirat des WWF Österreich und ist Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der Wiener Vorlesungen.

Franz Essl ist mit der Sozialpädagogin und Biologin Beate Koller verpartnert und ist Vater zweier erwachsener Töchter.

Publikationen (Auswahl)

Auszeichnungen (Auswahl)

Commons: Franz Essl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Assoz. Prof. Mag. Dr. Franz Essl. In: ZOBODAT.at. OÖ Landes-Kultur GmbH, abgerufen am 11. Januar 2023.
  2. 1 2 3 4 5 6 7 8 Franz Essl ist „Wissenschafter des Jahres“. In: ORF.at. 9. Januar 2023, abgerufen am 9. Januar 2023.
  3. 1 2 3 Ökologe Franz Essl ist Wissenschafter des Jahres 2022. In: ots.at. 9. Januar 2023, abgerufen am 9. Januar 2023.
  4. 1 2 Assoz. Prof. Mag. Dr. Franz Essl. In: univie.ac.at. Abgerufen am 9. Januar 2023.
  5. ↑ nachrichten.at vom 9. Jänner 2023: Oberösterreichischer Ökologe Franz Essl ist Wissenschafter des Jahres; abgerufen am 14. Jänner 2023
  6. ↑ Franz Essl: Flora, Vegetation und zoologische Untersuchungen (Heuschrecken und Reptilien) ausgewählter Halbtrockenrasen der Ennstaler Flysch- und Kalkvoralpen (Oberösterreich). In: Naturkundliches Jahrbuch der Stadt Linz. Band 50, Linz 2004, S. 11 (zobodat.at [PDF], abgerufen am 14. Jänner 2023).
  7. ↑ Webauftritt der Botanischen Arbeitsgemeinschaft Oberösterreich
  8. 1 2 Wissenschaftler des Jahres: Biodiversitätsforscher Franz Essl. In: science.orf.at. 9. Januar 2023, abgerufen am 9. Januar 2023.
  9. ↑ Neuer Biodiversitätsrat warnt vor Folgen des Artensterbens auf Tiroler Tageszeitung, 5. September 2019, abgerufen am 11. Januar 2023
  10. ↑ Biodiversitätsampel zeigt viel Rot auf orf.at, 4. Dezember 2020, abgerufen am 11. Januar 2023.
  11. ↑ Leitungsteam des ÖBDR auf biodiversityaustria.at, abgerufen am 11. Januar 2023.
  12. ↑ Österreichs meistzitierte Forscher und Forscherinnen. In: ORF.at. 15. November 2023, abgerufen am 17. November 2023.
  13. ↑ Franz Essl. Archiviert vom Original am 15. Mai 2025; abgerufen am 11. August 2026 (deutsch).
  14. ↑ Anna Wallner: Mehr Grips: Das Denkergremium, das die ÖVP nervös macht. In: Die Presse. 10. Mai 2024, abgerufen am 10. Mai 2024.
  15. ↑ Wer macht mit? In: mehrgrips.at. Abgerufen am 10. Mai 2024.
  16. ↑ Raphael Krapscha: Europaweite Datenbank: Artenvielfalt auf Wiesen schwindet. In: science.ORF.at. 14. Mai 2024, abgerufen am 17. Mai 2024.
  17. ↑ ReSurveyEurope. In: euroveg.org. Abgerufen am 17. Mai 2024.
  18. ↑ Comunicacion: Belinda Gallardo, vicepresidenta del Grupo Europeo sobre Invasiones Biológicas, Neobiota - Restauración Ecológica. In: Restauración Ecológica. 28. November 2024 (csic.es [abgerufen am 11. August 2026]).
  19. ↑ Die Organisation des WWF. In: WWF Österreich. Abgerufen am 11. August 2026.
  20. ↑ Presse-Service: Archivmeldung: Zukunft der Wiener Vorlesungen: Partizipative Formate und Programm-Beirat aus der Wissenschaft. 14. Februar 2023, abgerufen am 11. August 2026.
  21. ↑ Österreichs Wissenschaftler des Jahres 2022. Abgerufen am 11. August 2026.
  22. ↑ New members of Academia Europaea 2026 auf ae-info.org, abgerufen am 1. Mai 2026.