Franz Firbas studierte an der deutschen Universität Prag und wurde 1924 mit einer Dissertation über soziologische und ökologische Probleme an Felspflanzen in Nordböhmen promoviert. Im Jahr 1928 wechselte er nach Frankfurt am Main, wo er sich 1931 mit einer Arbeit zu Zusammenhängen zwischen xeromorph gebauten Hochmoorpflanzen und ihrem Nährstoffhaushalt habilitierte. Von 1933 bis 1939 war er an der Universität Göttingen tätig. 1939 wechselte er dann nach Stuttgart-Hohenheim und 1941 an die nationalsozialistische Elite-Universität, die Reichsuniversität Straßburg. Er kehrte 1946 nach Göttingen zurück, wo er 1952 Leiter des neu gegründeten Systematisch-Geobotanischen Instituts wurde.
Angeregt durch die Arbeiten Lennart von Posts schuf Franz Firbas mit seinen Arbeiten Über die Bestimmung der Walddichte und der Vegetation waldloser Gebiete mit Hilfe der Pollenanalyse 1934 und dann 1937 mit Der pollenanalytische Nachweis des Getreidebaus wichtige Grundlagen für die moderne vegetationsgeschichtliche Forschung.
An dem Standardwerk für Hochschulstudenten der Botanik, dem Hochschullehrbuch Strasburger, hat Firbas lange Jahre mitgearbeitet. So zeichnet er von der 20. bis zur 29. Auflage (1939–1967) für die Abschnitte Samenpflanzen und Pflanzengeographie verantwortlich.
Werke
Zur Waldentwicklung im Interglazial von Schladming an der Enns. Beih. Botan. Centralbl., 41, 1925, S. 295–310
Beiträge zur Kenntniss der Schieferkohlen des Inntals und der interglazialen Waldgeschichte der Ostalpen. Z. f. Gletscherkde., 15, Berlin 1927 S. 261–277
Über jungdiluviale und alluviale Torflager in der Grube Marga bei Senftenberg (Niederlausitz). S. Hirzel, Leipzig 1928
Die Vegetationsentwicklung des mitteleuropäischen Spätglazials. Weidmann, Berlin 1934 / Schweizerbart, Stuttgart 1935
Beiträge zur spät- und nacheiszeitlichen Vegetationsgeschichte der Vogesen. Schweizerbart, Stuttgart 1948
Spät- und nacheiszeitliche Waldgeschichte Mitteleuropas nördlich der Alpen. Gustav Fischer, Jena
Bd. 1: Allgemeine Waldgeschichte. 1949
Bd. 2: Waldgeschichte der einzelnen Landschaften. 1952
Über neue Funde pflanzenführender Ablagerungen in der südlichen Po-Ebene bei Forli. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1954
Die Vegetationsentwicklung im Spätglazial von Wallensen im Hils. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1954
Literatur
Werner Lüdi u. Otto L. Lange (Red./Hrsg.): Festschrift Franz Firbas. (= Veröffentlichungen des Geobotanischen Institutes der Eidg. Techn. Hochschule, Stiftung Rübel, in Zürich. 37. Heft), Huber, Bern 1962
Hans-Jürgen Beug: Franz Firbas, 1902–1964. In: Taxon. Band 14, Nr. 3, 1965, S. 77–83.
↑Holger Krahnke: Die Mitglieder der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen 1751–2001 (= Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, Philologisch-Historische Klasse. Folge 3, Bd. 246 = Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, Mathematisch-Physikalische Klasse. Folge 3, Bd. 50). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2001, ISBN 3-525-82516-1, S. 80.
↑Peter Sitte, Elmar Weiler, Joachim W. Kadereit, Andreas Bresinsky, Christian Körner: Lehrbuch der Botanik für Hochschulen. Begründet von E. Strasburger. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2002 (35. Aufl.), ISBN 3-8274-1010-X