Franz Grehn

Franz Grehn (* 23. April 1948 in Würzburg) ist ein deutscher Ophthalmologe und Hochschullehrer.

Leben

Grehn wuchs in Würzburg auf. Nach dem Abitur am Siebold-Gymnasium Würzburg 1967 studierte er Humanmedizin an den Universitäten Würzburg und Freiburg i. Br., wo er 1973 das Staatsexamen ablegte und wurde mit einer Arbeit über Zytophotometrie promoviert. Zu Studienbeginn wurde er in die Studienstiftung des deutschen Volkes aufgenommen.

Nach der Medizinalassistentenzeit in Innerer Medizin, Chirurgie und Augenheilkunde arbeitete er von 1974 bis 1976 mit einem Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft als Postdoc an der Abteilung für Neurophysiologie der Freien Universität Berlin bei O.-J. Grüsser, wo er am Tiermodell neuronale Veränderungen der retinalen Ganglienzellen bei erhöhtem Augeninnendruck und Ischämie untersuchte.

Anschließend absolvierte er die Facharztweiterbildung an der Universitäts-Augenklinik Freiburg i. Br. (unter G. Mackensen) und habilitierte sich 1984 über seine Untersuchungen zu neuronalen Veränderungen in einem experimentellen Glaukommodell, gefördert durch einen Sonderforschungsbereich der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Aus seiner Position als leitender Oberarzt in Freiburg und nach zwei abgelehnten Rufen auf Chefarztpositionen wurde Franz Grehn auf den Lehrstuhl der Universitäts-Augenklinik in Mainz berufen, den er von 1990 bis 1995 innehatte. Nach zwei weiteren Rufen bekleidete er ab 1995 den Lehrstuhl der Universitäts-Augenklinik Würzburg bis zu seinem Ausscheiden Ende 2014.

Er ist derzeit Seniorprofessor an der Universitäts-Augenklinik Würzburg und Senior Clinical Expert an der Universitäts-Augenklinik Mainz.

Neben seiner beruflichen Tätigkeit widmet er sich der klassischen Kammermusik. Neben Marcus Blum ist er Ko-Leiter der Benefizaktion „DOG in Concert“, bei der Ophthalmologen zugunsten der Stiftung Auge musizieren.

Er ist mit der Kinderärztin Dörte Grehn verheiratet und hat drei Söhne.

Wissenschaftliche Schwerpunkte

Schwerpunkt seiner Forschung sind die verschiedenen Formen des Glaukoms („grüner Star“). Hierzu richtete er an der Würzburger Augenklinik in der Grundlagenforschung ein zellbiologisches Labor (G. Schlunck) und ein elektrophysiologisch-psychophysisches Labor (T. Meigen) ein. Der klinische Schwerpunkt lag bei ihm auf den verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten des Glaukoms, insbesondere der Entwicklung neuer Operationstechniken (zusammen mit T. Klink). In letzter Zeit beschäftigt er sich verstärkt mit den seltenen Glaukomformen bei Kindern (Deutsches Kinderglaukomzentrum Mainz). An der Würzburger Klinik förderte er die Schwerpunkte Hornhauterkrankungen mit Aufbau einer Hornhautbank (G. Geerling), die Schielbehandlung und Neuroophthalmologie (H. Steffen), die plastische und Orbitachirurgie (W. Lieb) sowie die Biometrie (W. Haigis). Während seiner Tätigkeit in Mainz und Würzburg wurden vier seiner Mitarbeiter auf Lehrstühle berufen. Mehrere Mitarbeiter wechselten auf Chefarztpositionen großer Augenkliniken.

Grehn ist Autor des Studentenlehrbuchs Augenheilkunde, Herausgeber mehrerer Handbücher und hat 150 wissenschaftliche Aufsätze publiziert. Er ist im Editorial Board mehrerer Fachzeitschriften.

Mitgliedschaften

Grehn ist Mitglied verschiedener nationaler und internationaler Fachgesellschaften und Ehrenmitglied der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG). Er war 2002/2003 Präsident der DOG, danach bis 2013 deren Schriftführer. Zusammen mit Anselm Kampik organisierte und betreute er die Essener Fortbildung für Augenärzte (ab 1995) und danach (ab 2000) die Augenärztliche Akademie Deutschland (AAD) Düsseldorf. 2012–2013 war er Präsident der World Glaucoma Association, 2012–2016 Präsident der Glaucoma Research Society und bekleidete verschiedene Ämter bei der European Glaucoma Society. 2016 war er Kongress-Ehrenpräsident der International Society for Glaucoma Surgery (ISGS). Er ist Ehrenmitglied zahlreicher internationaler Glaukomgesellschaften und wurde mit mehreren nationalen und internationalen wissenschaftlichen Preisen ausgezeichnet. Franz Grehn ist Ehrendoktor der Universität Iași (Rumänien).

Er ist korrespondierendes Mitglied der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur.

Ehrungen und Auszeichnungen

Veröffentlichungen (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. 1 2 Geschichte 1990–1995. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im September 2026. Suche im Internet Archive) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.) In: unimedizin-mainz.de, abgerufen am 30. November 2017 („1990 wurde Prof. Grehn aus Freiburg berufen“. „1995 […] Prof. Grehn übernahm den Lehrstuhl in Würzburg“).
  2. ↑ MK: Prof. Franz Grehn: Klinikdirektor, Glaukom-Experte und vieles mehr. In: wuerzburgerleben.de. 11. November 2014, abgerufen am 27. November 2017.
  3. ↑ Geschäftsbericht 2014 – Universitätsklinikum Würzburg. Universitätsklinikum Würzburg, Würzburg 2015, S. 5 (ukw.de (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im September 2026. Suche im Internet Archive) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.) [PDF; 4,3 MB]; 2014 „Prof. Franz Grehn […] in den Ruhestand“).
  4. 1 2 Team. In: unimedizin-mainz.de/augenklinik. Zentrum für Glaukomerkrankungen – Universitäts-Augenklinik, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 5. Dezember 2017; abgerufen am 4. Dezember 2017.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  5. ↑ DOG in Concert. (Memento des Originals vom 1. Dezember 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. In: stiftung-auge.de, abgerufen am 1. Dezember 2017.
  6. ↑ US National Library of Medicine: Suche nach Publikationen von „Grehn F“. In: pubmed.de. National Institutes of Health. Search database, abgerufen am 11. April 2019 (152 Ergebnisse).
  7. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 Die Mitglieder der Akademie und der Jungen Akademie. Prof. Dr. med. Dr. h. c. Franz Grehn. Biographie. In: adwmainz.de. Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz, abgerufen am 30. November 2017 (Stand: ca. Februar 2016).
  8. ↑ Ehrenmitglieder. (Memento des Originals vom 13. November 2018 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. In: dog.org, abgerufen am 30. November 2017 (Prof. Dr. Franz Grehn, Würzburg, seit 2016).
  9. ↑ General Assembly & Boards. In: wga.one. World Glaucoma Association, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 6. Dezember 2017; abgerufen am 8. Dezember 2017 (englisch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  10. ↑ Executive Committee Members. In: glaucomasociety.org. Glaucoma Research Society, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 6. Dezember 2017; abgerufen am 8. Dezember 2017 (britisches Englisch).
  11. ↑ Scientific Committee. In: eugs.org. European Glaucoma Society, ehemals im Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 8. Dezember 2017 (englisch). (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)
  12. 1 2 8th International Congress on Glaucoma Surgery. Scientific Program. S. 27 (PDF-S. 31). In: icgs2016.org, abgerufen am 27. November 2017 (englisch; PDF; 1,7 MB (Memento des Originals vom 2. August 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.).
  13. ↑ Bild der Auszeichnung bei Wikimedia Commons.
  14. ↑ Preisträger 1876–2000. (Memento des Originals vom 21. Januar 2021 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. In: dog.org, abgerufen am 30. November 2017 (1989 DOG-Glaukom-Preis).
  15. ↑ Bild der Auszeichnung bei Wikimedia Commons.
  16. ↑ Preisverleihungen 2009. (Memento des Originals vom 11. Januar 2018 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. In: dog.org, abgerufen am 30. November 2017 (Chibret Goldmedaille).