Fred Singeisen

Fred Singeisen (* 9. Januar 1909; † 11. November 1982) war ein Schweizer Psychiater und Psychoanalytiker.

Leben

Fred Singeisen war der Sohn der verwitweten Lenko Albert, die 1912 den Psychiater Walter Morgenthaler heiratete. Er studierte Medizin und promovierte 1935 an der Universität Bern bei Walter Frey, dem Direktor der Medizinischen Universitätsklinik. Mit einem Stipendium der Rockefeller Foundation forschte er bei Hugo Spatz am Anatomischen Laboratorium der Psychiatrischen und Nervenklinik München.

Singeisen leitete von 1942 bis 1945 die Psychiatrische Universitätspoliklinik Basel. Von 1946 bis 1951 war er Direktor der Psychiatrischen Klinik Waldhaus in Chur. Von 1951 bis 1974 war er Direktor der Psychiatrischen Klinik Wil. Singeisen hat die tiefenpsychologische Ansätze in die klinische Arbeit aufgenommen, die Personalausbildung verbessert und die Sozialpsychiatrie gefördert. Auf der Basis seiner Begutachtung wurden Zwangssterilisationen durchgeführt. Singeisen war im Psychoanalytischen Seminar Zürich und in der Schweizerischen Gesellschaft für Psychoanalyse aktiv.

Schriften

Einzelnachweise

  1. ↑ Felicitas Hitz: Der Neurologe Mieczyslaw Minkowski, 1884-1972 (= Zürcher medizingeschichtliche Abhandlungen. Neue Reihe Nr. 227). Juris, Zürich 1991, S. 117.
  2. ↑ Heinz Balmer: Aus der Geschichte der Familie Morgenthaler. In: Jahrbuch des Oberaargaus. Bd. 15 (1972), S. 37–93, hier S. 56.
  3. ↑ Geschichte der Psychiatrischen Universitätspoliklinik Basel, Unigeschichte seit 1460, Website der Universität Basel, abgerufen am 3. November 2022.
  4. ↑ Ursula Jecklin et al. (Hrsg.): FrauenKörper: Beiträge zur Frauen- und Geschlechtergeschichte Graubündens im 19. und 20. Jahrhundert. NZZ, Zürich 2005, S. 233.
  5. ↑ Felicitas Hitz: Der Neurologe Mieczyslaw Minkowski, 1884-1972 (= Zürcher medizingeschichtliche Abhandlungen. Neue Reihe Nr. 227). Juris, Zürich 1991, S. 124.
  6. ↑ Zwangssterilisation: Schweiz verweigert Wiedergutmachung. In: Beobachters. 3/2011 (3. Februar 2011), abgerufen am 1. Oktober 2013.
  7. ↑ Thomas Kurz: Aufstieg und Abfall des Psychoanalytischen Seminars Zürich von der Schweizerischen Gesellschaft für Psychoanalyse (PDF; 275 kB). In: Das Psychoanalytische Seminar Zürich (= Luzifer-Amor. Jg. 6, Heft 12). Edition Diskord, Tübingen 1993, S. 7–54.
Personendaten
NAME Singeisen, Fred
KURZBESCHREIBUNG Schweizer Psychiater
GEBURTSDATUM 9. Januar 1909
STERBEDATUM 11. November 1982