Frederick Marvin

Frederick Marvin (2006)

Frederick Marvin (* 11. Juni 1920 in Los Angeles, USA; † 11. Mai 2017 in Wien, Österreich) war ein US-amerikanischer Konzertpianist und Musikforscher.

Leben

Frederick Marvin absolvierte seine professionelle künstlerische Ausbildung auf dem Klavier bei Maurice Zam, Milan Blanchet, Rudolf Serkin und Claudio Arrau. Internationale Anerkennung erhielt Frederick Marvin für seine Forschungsarbeiten zur Wiederentdeckung des altspanischen Komponisten Padre Antonio Soler (1729–1783) und des böhmischen Komponisten Jan Ladislav Dussek (1760–1812).

Wirken

Frederick Marvin startete seine Karriere als Konzertpianist mit 16 Jahren in Los Angeles (USA). Mit seinem Debüt in der Carnegie Hall, New York (1946) erhielt er den „Carnegie Hall Award“ für das beste Debüt der Saison. Neben seiner Tätigkeit als Konzertpianist in den USA, Europa und Übersee war er Begleiter von Maria Jeritza und Martha Mödl auf ihren Liederabenden.

Frederick Marvin gilt als einer der herausragenden Pädagogen und Künstler und als einer der wichtigsten Padre Antonio Soler-Gelehrten. Der Schwerpunkt seiner Forschung lag auf den Kompositionen und der Biografie des altspanischen Komponisten Padre Antonio Soler und im historischen Kontext praktizierten Spieltechniken sowie auf Kompositionen von J. L. Dussek. Allein von Soler hat Frederick Marvin hunderte von verschollenen oder vergessenen Originalwerken – Sonaten, weltliche und religiöse Arbeiten, einschließlich 130 Villancicos (Cantatas) – wiederentdeckt.

Frederick Marvin erhielt im Jahre 1968 eine ordentliche Professur für das Hauptfach Klavier an der Syracuse University School of Music, New York (USA) und wurde 1990 emeritiert. An der Philipps-Universität in Marburg (Deutschland) war er Gastprofessor. Eine Auswahl der aufgefundenen Werke Padre Antonio Soler’s veröffentlichte er in diversen Notenausgaben. George Antheil komponierte für Frederick Marvin die Sonate Nr. 4, deren Premiere in der Carnegie Hall, New York am 23. November 1948 durch Frederick Marvin erfolgte. Tonträgeraufnahmen geben einen Eindruck von dem Könnens dieses Pianisten.

Auszeichnungen

Diskografie (Auswahl)

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Victoria von Arx: Piano Lessons with Claudio Arrau: A Guide to His Philosophy and Techniques. Oxford University Press, New York 2014, ISBN 978-0-19-992434-9.
  2. ↑ Setnor School to Remember Professor Emeritus Frederick Marvin with Sep. 16 Concert. Syracuse University, abgerufen am 1. April 2018 (englisch).
  3. ↑ Tony Villecco: My week with Jeritza: Concert Pianist Frederick Marvin Recalls the Legend. 1. November 2013, abgerufen am 26. Oktober 2018 (englisch).
  4. ↑ Richard P. Anderson: The Pianist’s Craft 2 Mastering the Works of More Great Composers. Rowman & Littlefield Publishers, 2015, ISBN 978-1-4422-3265-5.
  5. ↑ Allen Czelusniak: Grand Piano Man. Syracuse NewTimes Net, abgerufen am 29. September 2004 (englisch).
  6. ↑ Frederick Marvin. G. Henle Verlag, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 26. Januar 2018; abgerufen am 1. April 2018.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  7. ↑ Wilibald Gurlitt (Hrsg.): Riemann Musik Lexikon. 12. Auflage. Personenteil L–Z. B. Schott’s Söhne, Mainz 1961, S. 976.
  8. ↑ George Antheil: Piano Sonata, 1948. (PDF) Ehemals im Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 26. Oktober 2018 (englisch). (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)
  9. ↑ Alexander J. Morin (Hrsg.): Thousands of recording reviewed & rated. Backbeat Books, San Francisco 2002, ISBN 0-87930-638-6.
Personendaten
NAME Marvin, Frederick
KURZBESCHREIBUNG US-amerikanischer Konzertpianist und Musikforscher
GEBURTSDATUM 11. Juni 1920
GEBURTSORT Los Angeles, USA
STERBEDATUM 11. Mai 2017
STERBEORT Wien, Österreich