| French Postcard | ||||
|---|---|---|---|---|
| Studioalbum von Bennie Wallace | ||||
|
Veröffent- |
||||
|
Aufnahme |
||||
|
BackCountry Jazz Records | ||||
|
Format(e) |
LP, CD, Download | |||
|
Titel (Anzahl) |
8 | |||
|
45:10 | ||||
|
Besetzung |
| |||
|
Bennie Wallace, Joe Harley | ||||
|
Studio(s) |
Sear Sound Studio, NYC | |||
| ||||
French Postcard ist ein Musikalbum von Bennie Wallace. Die am 10. und 12. Dezember 2024 direkt auf einem Zweispur-Analogband im Sear Sound Studio in New York City entstandenen Aufnahmen erschienen am 14. November 2025 auf BackCountry Jazz Records.
Für das Album French Postcard tat sich Bennie Wallace mit Peter Washington am Bass, dem Gitarristen Anthony Wilson, dem Pianisten Donald Vega, dem Schlagzeuger und Tamburin-Spieler Herlin Riley sowie dem Newcomer Simon Moullier am Vibraphon zusammen. Neben einigen Wallace-Eigenkompositionen spielt die Band zwei Jobim-Titel, „Desafinado“ und „How Insensitive“, den Standard „These Foolish Things (Remind Me of You)“ sowie eine Interpretation von Thelonious Monks „’Round Midnight“.
A1 Joshua Fit the Battle of Jericho (Traditional) 4:23
A2 Srubie 6:31
A3 How Insensitive (Antônio Carlos Jobim, Vinícius de Moraes & Norman Gimbel) 5:50
A4 Tennessee Waltz (Pee Wee King & Redd Stewart) 5:09
B1 Handcuffs 6:59
B2 These Foolish Things (Jack Strachey & Eric Maschwitz) 5:01
B3 Desafinado (Jobim) 6:32
B4 ’Round Midnight (Monk) 4:45
Wenn nicht anders vermerkt, stammen die Kompositionen von Bennie Wallace.
Nach Ansicht von Teddy P., der das Album in Slug Magazine rezensierte, ist French Postcard ein Album, das tief in der Jazztradition verwurzelt ist und mit Leidenschaft, Liebe und Respekt für die Musik entstanden ist. Wallace sei schon lange im Geschäft und habe mit Jazzgrößen wie Barry Harris, Buddy Rich und Dannie Richmond gespielt. Schon beim ersten Ton seines Saxophons (für die Saxophon-Kenner: ein Vintage Selmer Mark VI) könne man hören, dass „Wallace ein alter Hase ist“. Der Saxophonklang verändere sich bei den meisten Menschen mit zunehmendem Alter, und ältere Saxophonisten hätten einen Klang, der so einzigartig mit dem Alter verbunden sei, und Wallace würde ihn in seiner ganzen Pracht beherrschen. Sein Stil ist zwar eindeutig von traditionellen Musikern wie Coleman Hawkins inspiriert, doch seine kreative und unterhaltsame Art, Ideen zu dekonstruieren, erinnere an den großartigen Sonny Rollins.
Sein vielseitiger Stil würde es schaffen. ein geradliniges Mainstream Jazz/Modern-Jazz-Repertoire mit gewagten Sprüngen, Verschmierungen und bluesigen Wiederholungen zu bereichern, die beeindruckend ihrer Zeit vorausklingen und scheinbar mühelos die bewährte Substanz älterer Einflüsse wie Coleman Hawkins und Sonny Rollins mit einer neueren, postmodernen Tradition spielerischer Dekonstruktion verbinden, meint Phil Johnson (UK Jazz News). Die bekannten Melodien würden hier mit einer entzückenden und sehr gewagten Unbekümmertheit interpretiert. Zwei Jobim-Stücke würden verschmitzt so lange verdreht, bis sie fast auf den Kopf gestellt seinen; „These Foolish Things“ sei eine perfekte minimalistische Version, die so schlicht gespielt werde, wie man es sich nur wünschen könne, wobei jedoch jede Note durch hauchige Ben-Webster-Anklänge an Reichtum gewinne; „Round Midnight“ sei wunderbar auf das Wesentliche reduziert, wobei Wallaces Melodie durch Vibraphon und Bass kontrapunktiert werde, um eine angemessen zurückhaltende und doch noir-artige Atmosphäre zu erzeugen. Hier und an anderen Stellen erinnere Wallace an die späten ACT-Alben des deutschen Tenorsaxophonisten Heinz Sauer, was kein geringes Lob sei.