Als wissenschaftliche Gesellschaft will der Verein „die Erkenntnisse akademischer Forschungsarbeit (…) einer breiten Öffentlichkeit vermitteln“. Sie wurde von dem 2012 verstorbenen katholischen Theologen und Ägyptologen Manfred Görg und dem Ägyptologen und Orientalisten Stefan Jakob Wimmer gegründet. So soll die Beschäftigung mit dem Alten Orient, Palästina und Ägypten, bevor die abrahamitischen Religionen entstanden sind, gemeinsame Wurzeln aufzeigen, von denen sich Brücken für den interreligiösen Dialog im 21. Jahrhundert aufzeigen ließen.
Aufgaben
Der Verein publiziert wissenschaftliche und populäre Schriften, unterstützt Forschungsprojekte, organisiert Vorträge, Reisen und Begegnungen und unterstützt politisches Engagement wie z.B. Anti-Pegida-Kundgebungen oder Friedensinitiativen in Nahost.
Die Freunde Abrahams gehören zu den Organisatoren der Nymphenburger Gespräche und sind Mitglied im Haus der Kulturen und Religionen München im Münchner Bündnis für Toleranz, Demokratie und Rechtsstaat und im Abrahamischen Forum Deutschland. Kooperationspartner waren oder sind u.a. das Münchner Forum für Islam, das Interkulturelle Dialogzentrum München (IDIZEM), der Fachbereich Dialog der Religionen des erzbischöflichen Ordinariats München und Freising, die Evangelische Stadtakademie (München), die Liberale jüdische Gemeinde München Beth Shalom, die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit München, auf internationaler Ebene Institutionen in Bosnien, der Türkei, Palästina und Israel.
Auszeichnungen
Die Freunde Abrahams wurden 2017 mit dem Bürgerpreis des Bayerischen Landtags ausgezeichnet. 2007 erhielten sie den Förderpreis „Münchner Lichtblicke 2006“ der Landeshauptstadt München, des Ausländerbeirats München und der Lichterkette e.V. 2006 erhielten sie den „IDIZEM-Dialogpreis“ des Interkulturellen Dialogzentrums München.
Seit 2015 vergeben die Freunde Abrahams im Dreijahresrhythmus den „Manfred-Görg-Preis für religionsgeschichtliche Forschung und interreligiösen Dialog“ in der Kategorie Senior-Preis und Junior-Preis. Preisträger waren:
Manfred Görg: Mythos, Glaube und Geschichte. Die Bilder des christlichen Credo und ihre Wurzeln im alten Ägypten. Edition Avicenna München 2014, ISBN 978-3-941913-74-5.
Ernst Wagner, Stefan Wimmer und Leyla Sedghi: Isar-Arabesken. Spuren des Orients in München. Allitera Verlag München 2013, ISBN 978-3-86906-105-4.
Stefan Jakob Wimmer: München und der Orient. Mit Fotografien von Ergün Cevik und einem Vorwort von Christian Ude, Kunstverlag Josef Fink Lindenberg i. Allgäu 2012, ISBN 978-3-89870-774-9.
Stefan Jakob Wimmer und Georg Gafus (Hrsg.): „Vom Leben umfangen“ Ägypten, das Alte Testament und das Gespräch der Religionen (Gedenkschrift für Manfred Görg) (= Ägypten und Altes Testament Bd. 80). Ugarit-Verlag Münster 2013, ISBN 978-3-86835-119-4.
↑S.J. Wimmer, Umgang mit Störfaktoren im Dialog. „Politically Fair“ – Freunde Abrahams von der Religionsgeschichte zur Praxis: Vernetzte Strategien gegen Islamfeindlichkeit als Fallbeispiel, in: M. Rötting, S. Sinn und A. Inan (Hrsg.), Praxisbuch Interreligiöser Dialog. Begegnungen initiieren und begleiten, Sankt Ottilien 2016, S. 175–184
↑S.J. Wimmer, „Wir weigern uns, Feinde zu sein!“, Zukunft 22, Mai 2008, 68–71