Friedhelm Ortmann

Friedhelm Ortmann (* 3. März 1927 in Essen; † 1990) war ein deutscher Hörspiel- und Theaterregisseur.

Leben

Friedhelm Ortmann studierte Theaterwissenschaft und Musik im Hinblick auf Opernregie. 1960 wurde er Leiter der Hörspielabteilung des Westdeutschen Rundfunks Köln. Dort bat er die Fernsehansagerin Sonja Kurowsky, eine Rolle im Hörspiel Die Wand von Dieter Forte zu übernehmen; ein Jahr später heirateten sie, am 5. November 1967 wurde ihre genmeinsame Tochter, Sandra, geboren.

Bereits neben seiner Anstellung beim WDR arbeitete Ortmann als Regisseur bei anderen Hörfunkanstalten und am Theater. Nach seinem Ausscheiden aus dem Kölner Sender 1968 war er ausschließlich freiberuflich tätig, arbeitete jedoch bis zum Eintritt in den Ruhestand 1989 weiter regelmäßig für den WDR, seinen Haussender.

Seine vermutlich bekannteste Arbeit war Der Tod des James Dean von Alfred Andersch (SWF/HR/RB, 1959). 1961 wurde seine Inszenierung des Hörspiels Der Minotaurus von Dieter Wellershoff (SDR, 1960) mit dem renommierten Hörspielpreis der Kriegsblinden ausgezeichnet. Immer wieder arbeitete er mit renommierten Schauspielern zusammen, etwa mit Bernhard Minetti an den Hörspielen Mensch aus Staub und Asche nach André Obey und Dreiminutenspiele von Thornton Wilder. Hansjörg Felmy war sein Hauptdarsteller in der Bühnenbearbeitung des Steinbeck-Klassikers Von Mäusen und Menschen 1964 am Hebbel-Theater Berlin. Am 18. August 1965 führte Ortmann dort Regie bei einer Festaufführung zu Ehren des 85. Geburtstages von Tilla Durieux. Die Jubilarin hatte sich das Stück Die Hellseherin von André Roussin gewünscht und übernahm die Titelrolle; ferner wirkten Emmy Burg und Wolfgang Völz mit. Für Die Hellseherin bekam Ortmann durchweg schlechte Kritiken; Der Tagesspiegel sprach von einem „Armutszeugnis für Berlin“, und die Süddeutsche Zeitung schrieb: „Das, was man eine Inszenierung nennen könnte […] fand schlechterdings nicht statt.“ Allein die Rheinische Post äußerte sich wohlwollend.

Ortmann starb kurz nach seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 1990.

Regiearbeit (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 Anonymus: Sonja Kurowsky. Die Märchenfee aus Köln. (Beruf: Fernsehansagerin (17)). Funk Uhr, Heft 2/1972, S. 8.
  2. ↑ Auszüge Gespräch Friedhelm Ortmann/Reinhard Döhl.
  3. ↑ hoerspieltipps.net (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2018. Suche im Internet Archive) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.)
  4. ↑ Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 3. Juli 2023 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., zuletzt aufgerufen am 3. November 2020.
  5. ↑ Dora Fehling: Das verfehlte Präsent. „Die Hellseherin“ im Hebbel-Theater. Telegraf, 20. August 1965; Walther Karsch: Ein Armutszeugnis für Berlin. Tilla Durieux in André Roussins „Hellseherin“. Der Tagesspiegel, 20. August 1965; Hans Ulrich Kersten: Der Durieux zu Ehren. Premiere im Westberliner Hebbel-Theater. Bremer Nachrichten, 21. August 1965; u. a.
  6. ↑ Karena Niehoff: Die schwerhörige Hellseherin. Tilla Durieux spielt in Berlin eine Komödie von André Roussin. Süddeutsche Zeitung, 26. August 1965.
  7. ↑ W.S.: Königin der Hellseherinnen. Deutsche Roussin-Erstaufführung mit Tilla Durieux. Rheinische Post, 24. August 1965.
Personendaten
NAME Ortmann, Friedhelm
KURZBESCHREIBUNG deutscher Hörspiel- und Theaterregisseur
GEBURTSDATUM 3. März 1927
GEBURTSORT Essen
STERBEDATUM 1990