
Friedrich Börner, latinisiert Fridericus Boerner[us], (* 17. Juni 1723 in Leipzig; † 30. Juni 1761 ebenda) war ein deutscher Mediziner.
Friedrich Boerner war ein Sohn Christian Friedrich Börners und seiner Frau Dorothee Sibylle, geborene Grävens (1695–1729), und sollte nach dem Willen des Vaters ein theologisches Studium beginnen. Nach dem Schulbesuch in Grimma und Torgau immatrikulierte er sich daher 1739 an der Universität Leipzig und besuchte ab 1740 zudem das Pädagogium der Franckeschen Stiftungen in Halle an der Saale. 1744 begab sich Boerner an die Universität Wittenberg. Er wendete sich jedoch später den Naturwissenschaften und im Besonderen der Medizin zu. Seine Ausbildung als praktischer Arzt erhielt er bei Johann Julius Schläger in Braunschweig. 1748 promovierte er zum Doktor der Medizin in Helmstedt, war ab 1748 als praktischer Arzt in Wolfenbüttel tätig und wurde 1754 Extraordinierter Professor an der Hochschule Wittenberg. Hier erwarb er am 16. Oktober 1756 den höchsten philosophischen Grad eines Magisters und am 30. April 1759 die Vorleseerlaubnis als Magister legens. Mit Ausbruch des Siebenjährigen Krieges ging er nach Leipzig zurück, wo er verstarb.
Boerner machte sich vor allem wegen seiner literaturhistorischen und biographischen Schriften im Bereich der Medizin einen Namen. In seiner Promotionsdissertation debütierte er mit einer historischen Arbeit über Gymnastik, zeitgleich begann er seine bio-bibliographischen Werke zu Ärzten und Naturforschern, darunter zu Alessandro Benedetti, Girolamo Mercuriale (1530–1606), Martin Pollich und anderen. Er verfasste auch zahlreiche historische Artikel über ältere und seltene naturwissenschaftliche Werke.
Am 26. Januar 1750 wurde Friedrich Börner mit dem akademischen Beinamen Cineas II. als Mitglied (Matrikel-Nr. 562) in die Leopoldina aufgenommen. Am 9. September 1752 wurde Boerner in Göttingen in die Deutsche Gesellschaft aufgenommen und am 16. September 1752 überließ er der Universitätsbibliothek Göttingen ein Schachtraktat, das unter der Bezeichnung Göttinger Handschrift Bedeutung erlangte.
Er war seit 1748 mit Johanna Dorothea Sophia Brückmann († 1758) verheiratet. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor: die Tochter Friderica Juliana Ernestine (1749–1753) und der Sohn Georg Friedrich Christian (* 1752), der Jurist wurde und 1774 als Respondent in Leipzig nachgewiesen ist.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Boerner, Friedrich |
| ALTERNATIVNAMEN | Börner, Friedrich |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Mediziner |
| GEBURTSDATUM | 17. Juni 1723 |
| GEBURTSORT | Leipzig |
| STERBEDATUM | 30. Juni 1761 |
| STERBEORT | Leipzig |