Friedrich Kirschleger

Friedrich Kirschleger

Friedrich Kirschleger oder Frédéric Kirschleger (* 7. Januar 1804 in Münster im Elsass; † 15. November 1869 in Straßburg) war ein Elsässer Botaniker, Mediziner und Pharmazeut. Sein botanisches Autorenkürzel lautet „Kirschl.“

Leben

Kirschleger erhielt seine erste Bildung im Elternhaus, absolvierte dann zunächst ab 1817 das protestantische Gymnasium in Straßburg und ab 1820 eine Ausbildung zum Apotheker in Rappoltsweiler. 1823 kam er als Student der Medizin an die Universität Straßburg, wobei er zugleich Gehilfe an der Straßburger Hospitalapotheke war und Assistent beim Botaniker und Pharmazeuten Christian Gottfried Nestler. Sein Studium setzte er ab 1827 in Paris fort, bevor er 1829 nach Straßburg zurückkehrte. Im selben Jahr wurde er dort zum Doktor der Medizin promoviert.

Kirschleger ließ sich zunächst als praktischer Arzt in seiner Heimatstadt Münster nieder, zog aber 1834 zurück nach Paris, um sich vertieft seinen botanischen Studien widmen zu können. 1835 erhielt er dort die Professur für Naturgeschichte an der Höheren Pharmazieschule in Straßburg. 1844 wurde er außerdem Professeur agrégé an der Medizinischen Fakultät der Straßburger Universität. Diese Positionen hatte er bis zu seinem Lebensende inne, wobei er das letzte Lebensjahr bereits stark durch eine Lungenkrankheit beeinträchtigt war.

Kirschleger veröffentlichte medizinische, balneologische, naturwissenschaftliche und kulturhistorische Beiträge, insbesondere mit Bezug zum Elsass. Sein Schwerpunkt lag aber im Bereich der Botanik. Als sein Hauptwerk gilt das dreibändige Flore d’Alsace et des contrées limitrophes. Von der zweiten, umgearbeiteten Auflage unter dem Titel Flore Vogéso-Rhénane konnte er nur noch die ersten beiden Bände fertigstellen, bevor er starb.

Kirschleger wurde am 30. November 1840 mit der Matrikelnummer 1479 und dem akademischen Beinamen Günther Andernacensis als Mitglied in die Kaiserliche Leopoldino-Carolinische Deutsche Akademie der Naturforscher aufgenommen.

Werke (Auswahl)

Literatur

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Anmerkungen

  1. ↑ Die Wahl des akademischen Beinamens war vermutlich eine Reverenz an den deutschen Mediziner Johann Winter von Andernach
  2. ↑ Johann Daniel Ferdinand Neigebaur: Geschichte der kaiserlichen Leopoldino-Carolinischen deutschen Akademie der Naturforscher während des zweiten Jahrhunderts ihres Bestehens. Friedrich Frommann, Jena 1860, S. 286 (Digitalisat)
Personendaten
NAME Kirschleger, Friedrich
ALTERNATIVNAMEN Kirschleger, Frédéric
KURZBESCHREIBUNG Botaniker, Mediziner und Pharmazeut
GEBURTSDATUM 7. Januar 1804
GEBURTSORT Münster im Elsass
STERBEDATUM 15. November 1869
STERBEORT Straßburg