Friedrich Michael Schiele

Friedrich Michael Schiele

Friedrich Michael Schiele (* 11. November 1867 in Zeitz; † 12. August 1913 in Bad Lippspringe, Westfalen) war ein evangelischer Theologe, bekannt besonders durch seine Tätigkeit für das Lexikon Die Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG).

Leben und Wirken

Schiele als Student

Nach einem Theologiestudium an den Universitäten Tübingen und Halle sowie einem Militärjahr war Schiele zunächst Seminarlehrer in Schlüchtern und Ottweiler, Saarland. Anschließend amtierte er einige Jahre als Pfarrer und Kurprediger, bis er 1900 krankheitsbedingt aus dem Pfarrdienst ausscheiden musste. Seither lebte er unter kärglichen Bedingungen als Verlagslektor und Redakteur in Marburg. Dort unterstützte ihn der Theologe Martin Rade, indem er ihm die Redaktion der Chronik der Christlichen Welt übertrug. 1906 siedelte Schiele mit seiner Ehefrau und vier Söhnen nach Tübingen über. 1908 gelang es ihm dort, sich für das Fach Historische Theologie zu habilitieren. Nachdem sich sein Gesundheitszustand wieder stabilisiert hatte, übernahm Schiele 1910 eine Pfarrstelle an der Dorotheenstädtischen Kirche in Berlin. Seine Tuberkuloseerkrankung ließ ihm jedoch nur wenig Zeit. Auf einer Erholungsreise starb er 1913 im westfälischen Bad Lippspringe im Alter von 45 Jahren.

Schiele hat eine vergleichsweise kleine Zahl eigener Schriften veröffentlicht. Seine Bedeutung lag vor allem im verlags- und wissenschaftsorganisatorischen Bereich. Für die Dürr’sche Buchhandlung in Leipzig erneuerte er seit 1901 die Philosophische Bibliothek. Seit 1904 gab er die Religionsgeschichtlichen Volksbücher für die deutsche christliche Gegenwart heraus. Die Autoren dieser Reihe stammten meist aus dem Mitarbeiterkreis der Zeitschrift Die Christliche Welt, zu deren Herausgebern Schiele von 1903 bis 1910 gehörte. 1905 wurde er mit der Redaktion des protestantischen Handwörterbuches Die Religion in Geschichte und Gegenwart beauftragt, das 1909 bis 1914 im Mohr Siebeck Verlag erschien.

In einem Nachruf heißt es: „Was Schiele als Anreger und Organisator für die Entwicklung neuen deutschen Geisteslebens in mehr als einer Beziehung bedeutet hat, ist nur den wenigsten bekannt geworden, da er bescheiden mit seinem Namen in den Hintergrund trat. Sein Werk ist sein Denkstein.“

Schiele war seit 1888 Mitglied des Corps Franconia Tübingen.

Werke

Anthologien

Editionen

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Felix Meiner: Friedrich Michael Schiele. In: Katalog der Philosophischen Bibliothek. September 1913, Leipzig 1913, II.
  2. ↑ Kösener Korps-Listen 1910, 194, 429
Personendaten
NAME Schiele, Friedrich Michael
KURZBESCHREIBUNG deutscher evangelischer Theologe und Geistlicher
GEBURTSDATUM 11. November 1867
GEBURTSORT Zeitz
STERBEDATUM 12. August 1913
STERBEORT Bad Lippspringe