Friedrich Rickels

Johann Friedrich Rickels (* 22. Juni 1893 in Sande; † nach 1945) war ein deutscher Kommunalpolitiker der NSDAP. Er war von 1935 bis 1945 Oberbürgermeister der Stadt Greifswald in Pommern.

Leben und Wirken

Friedrich Rickels war zunächst als Postbeamter tätig und nahm am Ersten Weltkrieg teil. Auf dem Zweiten Bildungsweg machte er das Abitur, studierte Volkswirtschaft und wurde 1921 an der Universität Münster promoviert. Nach seiner Entlassung aus dem Postbeamtenverhältnis 1924 war er als selbständiger Steuerberater in Hannover tätig und wurde gleichzeitig ehrenamtlicher Senator des Lister Ordnungsblockes. Zum 13. Juli 1925 trat er der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 10.629), für die er von 1929 bis 1934 als Bürgervorsteher und Senator im Magistrat der Stadt Hannover saß. 1931 wurde er innerhalb der NSDAP zum Ortsgruppenleiter von Hannover-List gewählt.

Am 3. Oktober 1935 wurde er für zwölf Jahre zum Oberbürgermeister von Greifswald ernannt.

Während seiner Amtszeit erfolgte am 12. Februar 1940 die Deportation aller in Greifswald verbliebenen jüdischen Einwohner in den Raum Lublin. Der NSDAP-Gauleiter im Gau Pommern Franz Schwede erklärte daraufhin sein Gebiet als erstes im Deutschen Reich für „judenfrei“.

Am 18. November 1937 trat Rickels aus der Evangelischen Kirche aus.

Magon trat auch der Altherrenschaft der 1937 aufgestellten Kameradschaft II Ernst Moritz Arndt des Greifswalder NSDStB bei, der seit 1938 sein Schwiegersohn Heinrich Albrecht († 1943) als Kameradschaftsführer vorstand.

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges im April 1945 flüchtete Rickels vor den anrückenden Roten Armee aus Greifswald. Er wurde daraufhin vom bisherigen Bürgermeister Richard Schmidt vertreten, der am 6. Mai 1945 aus dem Dienst entlassen wurde.

Auszeichnungen

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Rickels, Friedrich. In: Erich Stockhorst: Fünftausend Köpfe. Wer war was im Dritten Reich. VMA-Verlag, Wiesbaden 1967.
  2. ↑ Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/34771744
  3. ↑ Warnack (Hrsg.): Taschenbuch für Verwaltungsbeamte, 56. Jahrgang, Carl Heymanns Verlag, Berlin, 1939, S. 279.
  4. ↑ Werner Klän: Die Evangelische Kirche Pommerns in Republik und Diktatur: Geschichte und Gestaltung einer preussischen Kirchenprovinz, 1914-1945. Böhlau, 1995, s. 529.
  5. ↑ Die Altherrenschaft der Kameradschaft setzte sich vor allem aus Alten Herren der vormaligen Greifswalder VC-Turnerschaften Cimbria, Teutonia und Markomannia zusammen. Dazu kamen einzelne Hochschullehrer und politische Persönlichkeiten wie Rickels.
  6. ↑ Bernhard Grün: Zwischen Revolution und Rekonstitution – Die Kameradschaften des NSD-Studentenbundes und Altherrenschaften im NS-Altherrenbund an den deutschen Hoch- und höheren Fachschulen 1937 bis 1945. Teilband 4/III: Bereich NORD, Federsee-Verlag Bad Buchau 2025, ISBN 978-3-948502-24-9, S. 194 ff.
Personendaten
NAME Rickels, Friedrich
ALTERNATIVNAMEN Rickels, Johann Friedrich (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG deutscher Kommunalpolitiker der NSDAP
GEBURTSDATUM 22. Juni 1893
GEBURTSORT Sande
STERBEDATUM nach 1945