Fritz Loescher (geb. 26. Oktober 1873 in Berlin; gest. 5. August 1908) war ein deutscher Fachautor für Fotografie, Feuilletonist und Kunstkritiker.

Fritz Loescher besuchte die königliche Kunstschule und die Technische Hochschule in Berlin sowie die Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Danach arbeitete er im fotochemischen Laboratorium der Technischen Hochschule in Berlin als Assistent des Fotochemikers Hermann Wilhelm Vogel.
Fritz Loescher ging zunächst wechselnden Tätigkeiten in Wissenschaft, Literatur und Kunst nach. Er zeigte gelegentlich bei öffentlichen Veranstaltungen Projektionen seiner Fotografien von Kunstwerken, so etwa im Jahr 1900 von einem Bilderzyklus des Malers Fidus oder 1901 vom Totentanz von Hans Holbein dem Jüngeren nach Originalen des königlichen Kupferstichkabinetts.
Seit Februar 1899 war Fritz Loescher Mitglied des Vereins zur Förderung der Photographie. Im Januar 1900 wurde er von dem Berliner Fotografen Paul Grundner als Mitglied des Photographischen Vereins zu Berlin angemeldet. Ab 1901 war er Mitarbeiter, ab 1902 Leiter der Bildredaktion der Zeitschrift Photographischen Mittheilungen. Im Januar 1905 wurde Loescher Mitglied der Deutschen Gesellschaft von Freunden der Photographie.
Im Jahr 1900 eröffnete Fritz Loescher in Berlin-Steglitz in der Florastraße 2a ein „Atelier für künstlerische Photographie“, das sich auf Reproduktionen und Vergrößerungen spezialisierte.
Loescher verfasste mehrere fotografische Lehrbücher, darunter „Leitfaden der Landschaftsphotographie“ und „Die Bildnis-Photographie“. Letzteres wurde auch in Frankreich und den USA wahrgenommen. Daneben bearbeitete er nach dem Tod des Fotografen Johannes Grasshoff die Neuauflagen von dessen 1868 erschienenen Buch „Die Retouche von Photographien. Anleitung zum Ausarbeiten von negativen und positiven Photographien sowie zum Koloriren und Uebermalen derselben mit Aquarell-, Anilin- und Oelfarben“ und schrieb ein Buch über „Das Arbeiten mit dem Bromsilberpapier“. Ab 1904 gab Loescher den Deutschen Camera-Almanach heraus. Da Loescher vor Fertigstellung des fünften Bandes dieses Jahrbuches verstarb, übernahm es der Maler Otto Ewel (1871–1954), diesen Band abzuschließen.
Loescher war als Fachautor erfolgreich, mehrere Werke wurden mehrfach aufgelegt: „Bildnis-Photographie“ in sechs Auflagen, die letzte erschien 1925, der „Leitfaden der Landschafts-Photographie“ in sieben Auflagen, und „Vergrößern und Kopieren auf Bromsilberpapier“ in fünf Auflagen;
Loescher gehörte der Aufnahme-Jury für die Gruppe „künstlerische Photographie“ bei der Allgemeinen Photographischen Ausstellung zu Berlin 1906 an.
Fritz Loescher wurde am 26. Oktober 1873 in Berlin als jüngster Sohn des Porträtfotografen und Malers Paul Robert Loescher und seiner Ehefrau Maria, geborene Bolze, geboren. Paul Robert Loescher hatte 1862 mit seinem Schwager Maximilian (Max) Petsch (1840–1888) das fotografische Atelier mit Kunsthandlung Loescher & Petsch gegründet. Der Fotograf Hans Loescher (geb. 1871) war ein älterer Bruder von Fritz Loescher.
Fritz Loescher, der evangelisch war, heiratete am 23. Januar 1896 in Berlin Ida Freund (geb. 23. April 1873 in Berlin), die der „mosaischen“, also jüdischen Religion angehörte. Zugleich mit der Eheschließung erkannte er seine Vaterschaft für deren am 11. Juni 1895 geborenen Sohn Hans Ludwig an. Das Ehepaar bekam noch (mindestens) zwei weitere Kinder, nämlich Eleonore Luise (Lore) Loescher (1899–1983) und Detlef Klaus Loescher (1903–1982).
Fritz Loescher starb am 5. August 1908 im Alter von 35 Jahren wahrscheinlich in Berlin.
Unter Mitwirkung
Als Herausgeber
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Loescher, Fritz |
| ALTERNATIVNAMEN | Löscher, Fritz |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Fachautor für Fotografie, Feuilletonist und Kunstkritiker |
| GEBURTSDATUM | 26. Oktober 1873 |
| GEBURTSORT | Berlin |
| STERBEDATUM | 5. August 1908 |