Fritz Wrede

Fritz Wrede (eigentlich Johann Heinrich Wrede, * 7. Juli 1868 in Hannover; † 28. März 1945 ebenda) war ein deutscher Musikinstrumenten- und Orgelbauer sowie Erfinder. Sein von ihm geführter Betrieb war „einer der größten Dreh- und Kirmesorgelwerkstätten Europas.“

Leben

„Wrede sen.“ war Eigentümer der Berckhusenstraße 9, „Wrede jun.“ war dort Kohlenhändler;
Adressbuch der Stadt Hannover von 1942
Das heutige Gebäude Berckhusenstraße 9 an Stelle des ehemals denkmalgeschützten Wohnhauses des Drehorgelbauers

In dem erst 1859 als Teil der Vorstadt Hannover eingemeindeten (heutigen) hannoverschen Stadtteil Kleefeld geboren, wuchs Fritz Wrede bei seinem Stiefgroßvater Georg Baier auf, „einem Drehorgel- und Orchestrionbauer in Hannover“, bei dem Wrede auch in die Lehre ging.

Zur Zeit des Deutschen Kaiserreichs begann Wrede um 1889 mit dem Aufbau eines eigenen Betriebes, anfänglich gemeinsam mit Bernhard Göppert: Das Adressbuch der Stadt Hannover von 1889 verzeichnete die „Fa. Wrede & Göppert“, doch Wredes Teilhaber stieg schon bald wieder aus dem Unternehmen aus. 1893, Wrede führte den Betrieb mittlerweile alleine, wurde das Unternehmen von der Scheidestraße 7 zur Scheidestraße 20 (heute: Berckhusenstraße 9) verlagert.

Durch zahlreiche Erfindungen und Verbesserungen konnte Fritz Wrede bis kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges seinen anfänglichen Kleinbetrieb, der bis zuletzt auf handwerklicher Fertigung basierte, zu einer der größten Werkstätten für Dreh- und Jahrmarktsorgeln in Europa ausbauen.

Beim letzten Luftangriff auf Hannover am 28. März 1945 wurde das Werk zerstört – und auch Fritz Wrede kam an jenem Tag ums Leben. Erhalten hatte sich bis mindestens in die Mitte der 1980er Jahre jedoch das ehemalige und seinerzeit denkmalgeschützte Wohngebäude Wredes unter der Adresse Berckhusenstraße 9.

Erhaltene Orgeln und Orchestrionen

Musikinstrumente der Firma Fritz Wede finden sich heute in Privatbesitz, Sammlungen und Museen:

Literatur

Schallplatten

Commons: Fritz Wrede – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 Hugo Thielen: WREDE, (1) ... (siehe Literatur)
  2. 1 2 Vergleiche die Angaben unter der GND-Nummer der Deutschen Nationalbibliothek
  3. ↑ Klaus Mlynek: Kleefeld. In: Stadtlexikon Hannover, S. 350
  4. ↑ Hugo Thielen: Wrede, (1) ... (siehe Literatur)
  5. ↑ Gerd Weiß: Bahnanlage (und die Abbildung der Fotografie auf der gegenüberliegenden Buchseite), in: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Baudenkmale in Niedersachsen, Stadt Hannover, Teil 2, Bd. 10.2, hrsg. von Hans-Herbert Möller, Braunschweig, Wiesbaden: Friedrich Vieweg & Sohn, 1985, ISBN 3-528-06208-8, S. 78; sowie Kleefeld im Addendum Verzeichnis der Baudenkmale gem. § 4 NDSchG (ausgenommen Baudenkmale der archäologischen Denkmalpflege), Stand: 1. Juli 1985, Stadt Hannover, Niedersächsisches Landesverwaltungsamt - Institut für Denkmalpflege, S. 17ff.
  6. 1 2 3 4 5 Roland Wolf (Verf.), Bernhard Häberle (Red.): Orgelbauer Fritz Wrede ... (siehe Literatur)
  7. ↑ Nils Benthien (Verantw.): Fotos auf der Seite deutsche-volksfeste.de, zuletzt abgerufen am 4. September 2018