In dem erst 1859 als Teil der Vorstadt Hannover eingemeindeten (heutigen) hannoverschen Stadtteil Kleefeld geboren, wuchs Fritz Wrede bei seinem Stiefgroßvater Georg Baier auf, „einem Drehorgel- und Orchestrionbauer in Hannover“, bei dem Wrede auch in die Lehre ging.
Zur Zeit des Deutschen Kaiserreichs begann Wrede um 1889 mit dem Aufbau eines eigenen Betriebes, anfänglich gemeinsam mit Bernhard Göppert: Das Adressbuch der Stadt Hannover von 1889 verzeichnete die „Fa. Wrede & Göppert“, doch Wredes Teilhaber stieg schon bald wieder aus dem Unternehmen aus. 1893, Wrede führte den Betrieb mittlerweile alleine, wurde das Unternehmen von der Scheidestraße 7 zur Scheidestraße 20 (heute: Berckhusenstraße 9) verlagert.
Durch zahlreiche Erfindungen und Verbesserungen konnte Fritz Wrede bis kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges seinen anfänglichen Kleinbetrieb, der bis zuletzt auf handwerklicher Fertigung basierte, zu einer der größten Werkstätten für Dreh- und Jahrmarktsorgeln in Europa ausbauen.
Beim letzten Luftangriff auf Hannover am 28. März 1945 wurde das Werk zerstört – und auch Fritz Wrede kam an jenem Tag ums Leben. Erhalten hatte sich bis mindestens in die Mitte der 1980er Jahre jedoch das ehemalige und seinerzeit denkmalgeschützte Wohngebäude Wredes unter der Adresse Berckhusenstraße 9.
aus der Vorläuferzeit ein Notenverzeichnis der Fa. Johann Baier Söhne in einer 38er Frati Trompetenorgel, Das Bergische Drehorgelmuseum (Sammlung Dr. Ullrich Wimmer), Marienheide;
33er Harmonipan aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg, Privateigentum von Roland Wolf
Literatur
Roland Wolf (Verf.), Bernhard Häberle (Red.): Orgelbauer Fritz Wrede (1868-1945) in Hannover-Kleefeld und seine Mitarbeiter und Zulieferer. In: Das mechanische Musikinstrument. Journal der Gesellschaft für selbstspielende Musikinstrumente e.V., Ausgabe Nummer 105, August 2009, ISSN0721-6092, S. 7–12; herunterladbar als PDF-Dokument
Peter Georg Schuhknecht: Fritz Wrede und der Drehorgelbau in Hannover. Geschichte der Erfindungen Hannoverscher Unterhaltungs- und Musikautomaten, Hannover, Friesenstraße 54: P. G. Schuhknecht [1981]
Helmut Zimmermann: Hannoversche Porträts. Lebensbilder aus sieben Jahrhunderten, illustriert von Rainer Ossi Osswald, Hannover: Harenberg, 1983, S. 97–101
Hugo Thielen: Wrede, (1) Johann Heinrich (gen. Fritz). In: Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.) u.a.: Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2009, ISBN 978-3-89993-662-9, S. 685.