Nadelröschen

Nadelröschen

Gewöhnliches Nadelröschen (Fumana procumbens)

Systematik
Kerneudikotyledonen
Rosiden
Eurosiden II
Ordnung: Malvenartige (Malvales)
Familie: Zistrosengewächse (Cistaceae)
Gattung: Nadelröschen
Wissenschaftlicher Name
Fumana
(Dunal) Spach

Fumana, auch Nadelröschen bzw. vereinzelt auch Heideröschen bzw. Sonnenröschen genannt, ist eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Zistrosengewächse (Cistaceae).

Die etwa 20 Arten gedeihen sowohl meist im subtropisch-mediterranen Klima als auch im warm-gemäßigten Klima Europas und Nordafrikas, Vorderasiens und des Nahen Ostens. Das Zentrum der Artenvielfalt liegt im Mittelmeerraum.

Beschreibung

Vegetative Merkmale

Fumana-Arten wachsen als mehrjährige, ausdauernde krautige Pflanzen und oft als Zwergsträucher. Die länglich-elliptischen Laubblätter sind drüsig behaart, grün bis graugrün und gegen- bis meist wechselständig angeordnet, 5–15 mm lang und bis 5 mm breit.

Generative Merkmale

Die zwittrigen Blüten sind bei einem Durchmesser von 2 bis 5 Zentimetern radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle (Perianth). Kleistogame Blüten können vorkommen. Die Kelchblätter sind ungleich. Die fünf Kronblätter sind gelb. Basalflecken wie beispielsweise bei Cistus ladanifer (Syn.: Halimium lasianthum), Helianthemum nummularium oder Tuberaria guttata fehlen hier gänzlich. Es sind viele Staubblätter vorhanden und der Griffel ist schlank und die breite Narbe ist gelappt. Die mehrsamige Kapselfrucht kann bis ca. 1 cm groß werden, sie öffnet sich mit drei Klappen.

Standorte

Ihre Habitate sind u. a. Garigues, Felsheiden, Macchien, auf sandigen, felsigen und kalkhaltigen Böden, in Baden-Württemberg auf trockenen, nährstoffarmen, basenreichen Sandböden und auf feinerdearmen Felsstandorten in lückigen Trockenrasen.

Arabisches Nadelröschen (Fumana arabica)
Aufrechtes Nadelröschen (Fumana ericoides)
Gewöhnliches Nadelröschen (Fumana procumbens)
Thymianblättriges Nadelröschen (Fumana thymifolia)

Systematik

Die Gattung Fumana wurde 1836 durch Édouard Spach in Conspectus Monographiae Cistacearum. in Annales des Sciences Naturelles Botanique, sér. 2, 6, S. 357–375 aufgestellt. Der Artikel über Fumana stammt von dem französischen Professor der Botanik Michel Félix Dunal (1789–1856) aus Montpellier.

Die Gattung Fumana (Dunal) Spach gehört zur Familie der Cistaceae. Die Gattung Fumana bildete früher eine eigene Sektion in der Gattung Helianthemum. In dem Standardwerk Flora Europaea sind 9 Arten verzeichnet. Hier fehlen einige Arten: Fumana fontanesii, Fumana fontqueri, Fumana grandiflora, Fumana juniperina, Fumana lacidulemiensis, Fumana laevis, und Fumana trisperma. Die aufgelistete Art Fumana pinatzii wird als heterotypisches Synonym von Fumana arabica gesehen. Synonyme sind auch Fumana baetica, Fumana ericifolia und Fumana hispidula.

Es gibt etwa 20 Fumana-Arten:

Es wird zwischen drei Untergattungen unterschieden: der Subgenus I Fumana (Fumana scoparia, Fumana paradoxa, Fumana lacidulemiensis, Fumana ericoides, Fumana procumbens), der Subgenus II Pomelina (Fumana fontanesii) und der Subgenus III Fumanopsis (Fumana laevipes, Fumana thymifolia, Fumana laevis, Fumana juniperina). Die Zusammengehörigkeit der Untergattungen, und damit die Monophylie der Gattung, wurde in einer genetischen Untersuchung bestätigt.

Etymologie

Der Gattungsname Fumana von Thomas Bartholin (1673) geschaffen, kommt wahrscheinlich vom gräulichen Aussehen der behaarten Blätter, die wie geräuchert aussehen. Das lateinischen Wort fumus, gleichbedeutend mit Rauch, war hier wohl namensgebend.

Literatur

Commons: Nadelröschen (Fumana) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikispecies: Fumana – Artenverzeichnis

Einzelnachweise

  1. ↑ Brockhaus Enzyklopädie / 20. Auflage
  2. 1 2 Burkhard Quiringer: Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs. Hrsg.: Oskar Sebald, Siegmund Seybold, Georg Philippi. Band 2: Spezieller Teil (Spermatophyta), Abschnitt: Cistaceae 1. Fumana 1.1. Fumana procumbens. Eugen Ulmer, Stuttgart 1990, ISBN 3-8001-3312-1, S. 103–104.
  3. ↑ Dankwart Seidel: Blumen am Mittelmeer. BLV, München 2002, ISBN 3-405-16294-7, S. 73.
  4. ↑ É. Spach: Conspectus Monographiae Cistacearum. In Annales des Sciences Naturelles, Botanique. sér. 2, Band 6, 1836, S. 357–375.
  5. 1 2 Flora iberica, LXVI. Cistaceae. Fumana, S. 422–436, online.
  6. 1 2 E. von Raab-Straube (2018+): Cistaceae. Datenblatt Fumana. In: Euro+Med PlantBase – the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.
  7. ↑ T. G. Tutin, V. H. Heywood u. a.: CXII. Cistaceae. In: Flora Europaea. Volume 2 - Rosaceae to Umbelliferae. Cambridge University Press, Cambridge 1968, ISBN 0-521-06662-X, S. 282, 291 f.
  8. ↑ Fumana bei KEW.
  9. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 Datenblatt Fumana bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science.
  10. ↑ Beatriz Guzmán, Pablo Vargas: Historical biogeography and character evolution of Cistaceae (Malvales) based on analysis of plastid rbcL and trnL-trnF sequences. In: Organisms Diversity & Evolution. Band 9, Nr. 2, 2009, S. 83–99. doi:10.1016/j.ode.2009.01.001.